Ein riesiger Countdown zählt die letzten Sekunden auf der Videowand am Grazer Hauptplatz herunter. Daneben steht ein drei Meter hoher steirischer 3D-Panther aus Beton. Die Wettbewerbsskulptur wird später bei der WKO Steiermark aufgestellt. Im 600 Quadratmeter großen Zelt poliert ein junger Mann seine kleine, präzise ausgeführte Ziegelwand. In der Koje daneben ist eine Teilnehmerin mit einem Besen zugange. Der Boden vor ihrem Mauerwerk mit Fenster muss tipptopp sein, denn gleich kommt die Jury zur Zwischenbilanz. Beim Hochbauwettbewerb zählen Sauberkeit und Präzision gleichermaßen.

22 Männer und eine Frau

Die 23 besten Hochbauer Österreichs kamen im Oktober zum Hochbauwettbewerb nach Graz, darunter 22 junge Männer und eine junge Frau. Die Aufgabe: ein Hochlochziegelmauerwerk mit Gesims, entsprechender Sockelausführung sowie Grob-, Edel- und Feinverputz. Dazu kam ein Sichtmauerwerk mit verschiedenen Fugenausbildungen. Gefragt war millimetergenaues Arbeiten unter Zeitdruck.

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WICONA: Fenstersanierung im laufenden Betrieb
An der Eschersheimer Landstraße 60–62 in Frankfurt wurde die Fassade eines elfgeschossigen Bürogebäudes im laufenden Betrieb saniert. Zum Einsatz kam dabei ein projektspezifisch zugeschnittener Sanierungsflügel.

„Natürlich schaut man die ganze Zeit, was der Nachbar gerade macht. Und denkt sich: Bin ich schnell genug?“, erzählt der steirische Teilnehmer Christoph Leitner, der Fünfter wurde. Wer hier antritt, muss nicht nur das Handwerk beherrschen, sondern auch konzentriert bleiben, wenn die Zeit knapp wird und das Publikum zusieht.

Viele Zuschauer

Und zusehen wollen viele. Mehrere Schulklassen waren extra gekommen, denn das Event ist eine offizielle „Schulveranstaltung“. Auch zufällig vorbeikommende Passanten bleiben stehen und schauen ins Zelt. Die Musik, die Moderation durch die Antenne-Steiermark-Stimme Verena Kicker, dazu Baustellengeräusche und der unverkennbare Geruch nach Mauerwerk machen die Leute neugierig. Kinder schauen interessiert zu. „Normalerweise sieht man als Laie nicht so direkt zu, wenn Mauern gebaut werden“, sagt eine Passantin. Am Ende des zweiten Tages gibt es schon richtig etwas zu sehen: Die Mauern sind verputzt, die Aussparungen für die Fenster millimetergenau ausgearbeitet. Die Arbeitsplätze sind sauber.

Eine zwölfköpfige Jury bewertete Optik und Präzision der Werkstücke. Jede Millimeterabweichung vom Lot bedeutete einen Abzugspunkt. Insgesamt konnte jeder Teilnehmer für sein Werkstück maximal 450 Punkte erreichen.

Hochbaubewettbewerb 2026 Frau
Angelina Schadler, die einzige weibliche Teilnehmerin, im vollen Einsatz.

Nach der Bewertung der Werke standen die Ergebnisse fest: Lukas Nopp aus Oberösterreich holte sich nach drei fordernden Tagen den ersten Platz. Dahinter folgten Florian Haselsteiner aus Niederösterreich und Thomas Kanzian aus Kärnten. Als Belohnung für ihre starke Leistung erhielten die drei Erstplatzierten Schecks über 2.000 Euro für den Sieger, 1.500 Euro für Platz zwei und 1.000 Euro für den Drittplatzierten.

Dabei sein ist schon stark

„Hier dabei zu sein, ist schon eine starke Leistung, denn bei dem Bundeswettbewerb treten nur die Besten der Besten an. Die Bauwirtschaft braucht die besten Fachkräfte, denn die Errichtung und Instandhaltung von Bauwerken erfordert hochqualifizierte Mitarbeiter“, sagte Bundesinnungsmeister Robert Jägersberger. „Unsere Unternehmen bilden diese im Rahmen der trialen Ausbildung gemeinsam mit Berufsschule und unseren acht Bauakademien aus. Daher spielt die Ausbildung am Bau eine fundamentale Rolle und dem tragen wir als Interessenvertretung durch unsere vielen Maßnahmen auch Rechnung.“

Dass hier junge Menschen ans Werk gehen, ganz ohne Computer und KI, gefiel vielen Besucherinnen und Besuchern – und auch dem Landesinnungsmeister Bau der Steiermark: „Am Bau steht doch der Mensch im Vordergrund“, meint Michael Stvarnik. „Das ist ein schöner Beruf, weil etwas entsteht, das Generationen überdauert.“

Die Top 10 des Bundeswettbewerbs der Hochbauer:

  1. Lukas Nopp, Priesner Bau, Oberösterreich
  2. Florian Haselsteiner, SCE Reisinger Bau, Niederösterreich
  3. Thomas Kanzian, Seiwald Bau, Kärnten
  4. Samuel Landl, Wimberger Bau, Oberösterreich
  5. Christoph Leitner, Bauunternehmen Pierer Baumaschinen – Schalungen, Steiermark
  6. Noah Lindner, RHZ Bau, Salzburg
  7. Julian Keglovits, Porr, Fachverband der Bauindustrie
  8. Fabian Mayer, Letmaier Bau, Steiermark
  9. Felix Voglreiter, Empl Baugesellschaft, Salzburg
  10. Pascal Wojtkowiak, Fröschl, Fachverband der Bauindustrie