Organisiert wurde die Veranstaltung von proHolz Tirol im Rahmen des Projekts Bioeconomy Austria. Über hundert Unternehmer*innen aus der Holz- und Forstwirtschaft, der Architektur, dem Bauwesen sowie der Lehre und Forschung kamen an diesem Tag zusammen. Sie erhielten spannende Einblicke in neue Entwicklungen, innovative Projekte und die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Holz und anderen nachwachsenden Rohstoffen.

Holz neu gedacht

Eröffnet wurde das Vortragsprogramm mit Grußworten von Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler, Georg Rappold vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft und vom proHolz-Vorstandsvorsitzenden Manfred Saurer. Im Mittelpunkt des gesamten Nachmittags stand das Thema Bioökonomie. Dahinter steckt das Ziel, fossile Rohstoffe wie Erdöl zunehmend durch nachwachsende Materialien zu ersetzen und Ressourcen möglichst nachhaltig zu nutzen. Holz kommt dabei eine besondere Bedeutung zu: Es ist regional verfügbar, speichert CO₂ und lässt sich vielseitig einsetzen – vom Bauwesen über neue Werkstoffe bis hin zu innovativen Hightech-Produkten.

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Tiroler Innovationskraft

Professor Jan Grossarth-Maticek von der Hochschule Biberach zeigte in seiner Keynote auf, welches Potenzial im Holzbau als Teil einer biobasierten Wirtschaft steckt. Neue Technologien, die Wiederverwendung von Holz und die Nutzung von Holzreststoffen eröffnen dabei vielfältige Möglichkeiten für nachhaltiges Bauen und innovative Produkte. Besonders beeindruckend waren die Beispiele aus der Praxis, die in Kurzvorträgen vorgestellt wurden: Vom Holz-Carbon-Rennrad über ein CNC-gesteuertes Ein-Personen-Sägewerk bis hin zu Schildern aus Hanffasern – allesamt Innovationen aus Tirol, die das Potenzial nachwachsender Rohstoffe eindrucksvoll veranschaulichen. Unterstützt werden solche Innovationen durch Initiativen wie das sogenannte WINNLAB, ein Labor für digitale Transformation im Tischlerhandwerk, das ebenfalls Teil des Programms war.

Ein einzigartiger Standort

Mit dem Campus Rotholz wurde bewusst ein Veranstaltungsort gewählt, an dem die Bioökonomie tagtäglich gelebt wird. Am Schul- und Forschungsstandort sind unter anderem die HBLFA Tirol und die Landwirtschaftliche Lehranstalt (LLA) angesiedelt. HBLFA-Direktor Ronald Zecha und LLA-Direktor Josef Stoll stellten den Campus mit seinen vielseitigen Ausbildungsmöglichkeiten vor: Von Landwirtschaft und Forstwirtschaft über Gartenbau bis hin zu Lebensmittel- und Biotechnologie, von der Berufsschule bis zur fünfjährigen Fachschule mit Matura – die breit gefächerten Ausbildungsmöglichkeiten tragen entscheidend zur Innovationskraft der Land- und Forstwirtschaft in Tirol bei.

Gemütlicher Ausklang

Neben den Vorträgen bot eine Ausstellung Gelegenheit, Innovationen aus der Praxis kennenzulernen und mit Unternehmen sowie Expertinnen und Experten ins Gespräch zu kommen. Beim anschließenden Sommerfest wurde der Austausch in entspannter Atmosphäre fortgesetzt. (gh)