„Das Objektgeschäft ist für Bosch Home Comfort ein strategisch sehr wichtiges Geschäftsfeld. Während der Markt für Einfamilienhäuser nach wie vor von Unsicherheiten geprägt ist, sehen wir insbesondere im Bereich Gewerbe, Industrie und mehrgeschossiger Wohnbau attraktive Entwicklungsmöglichkeiten.“ Helmut Weinwurm, Gesamtverantwortlicher für Bosch Home Comfort Österreich, spricht aus, was praktisch für die gesamte Heizungsbranche gilt: Das Objektgeschäft lief zwar auch schon mal besser, aber es zeigt sich vergleich stabil. „Nach einem herausfordernden Marktumfeld im Vorjahr beobachten wir seit 2026 eine schrittweise Markterholung. Vor allem Großprojekte und energetische Sanierungen gewinnen an Dynamik“, so Weinwurm weiter.

Zentrale Säule

„Das Objektgeschäft – von Wohnbauten über Gewerbebetriebe bis hin zu kommunalen Wärmenetzen – bildet für Hargassner eine zentrale Säule im Wachstumsmarkt der erneuerbaren Wärme“, meint auch Markus Zeilinger, Produktmanager bei Hargassner. „Gerade im aktuellen Umfeld entwickelt sich dieses Segment sehr stabil, da Großkunden und Planer vermehrt auf Versorgungssicherheit, kalkulierbare Betriebskosten und CO₂-neutrale Biomassetechnologie setzen.“

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Zeilinger spricht den wohl wichtigsten Trend an, der das Objektgeschäft bestimmt: das Thema Nachhaltigkeit. Die „Dekarbonisierung des Gebäudebestands und der Umstieg von fossilen Heizsystemen auf Wärmepumpentechnologien“, steht auch bei Thomas Gamsjäger, Bereichsleiter Produktmanagement bei Bösch, ganz oben auf der Liste. „Insgesamt entwickelt sich das Objektgeschäft stabil und gewinnt im Bereich der Dekarbonisierung von Bestandsgebäuden zunehmend an Bedeutung“, meint er.

Nachhaltig heizen und kühlen

Arotherm-Serie von Vaillant
Arotherm-Serie von Vaillant: auch im Objektgeschäft im Einsatz. © Vaillant

„Im Objektgeschäft ist der Trend hin zu nachhaltigem Bauen und effizientem Heizen und Kühlen nach wie vor stark präsent“, bestätigt Josef Kurzmann, Vertriebsleiter Projektgeschäft bei Vaillant Österreich. Peter Huber, Geschäftsführer von Viessmann in Österreich, formuliert es noch deutlicher: „Wie auch im Residental Bereich ist der Megatrend im Commercial Business ganz eindeutig die Dekarbonisierung, elektrifizierte Systeme wie Wärmepumpe, Kühllösungen und Klimatisierungsprojekte dominieren die Nachfrage.“

Thermalia Dual von Hoval
Thermalia Dual von Hoval: bei größeren Projekten geht es um das Zusammenspiel der gesamten Anlage. © Hoval

Peter Schatte, Leiter Business Development Mid Market, bei Hoval, unterstreicht die Bedeutung der Dekarbonisierung. Wärmepumpen, erneuerbare Energieträger und hybride Versorgungskonzepte spielen aus seiner Sicht „sowohl im Neubau als auch bei der Modernisierung bestehender Gebäude eine zunehmend wichtige Rolle“. Er beobachtet aber einen weiteren Aspekt: „Bei größeren Projekten geht es immer weniger um einzelne Komponenten, sondern um das Zusammenspiel der gesamten Anlage. Wärmeerzeugung, Warmwasserbereitung, Lüftung, Kühlung, Regelung und digitale Lösungen müssen von Beginn an gemeinsam gedacht werden“, so Schatte. „Damit gewinnen neben der eigentlichen Technik auch Planung, Koordination und die Begleitung über den gesamten Projektverlauf an Bedeutung.“

Systemingetration mit Schlüsselrolle

Daneben steige die technische Komplexität. „Unterschiedliche Erzeuger, Verbraucher, Speicher und Regelungssysteme müssen miteinander kommunizieren und möglichst effizient als Gesamtsystem betrieben werden“, meint der Hoval-Manager. „Systemintegration spielt eine Schlüsselrolle“, bringt es Johannes Huber-Grabenwarter, Leitung Erneuerbare Energie der GC-Gruppe Österreich, auf den Punkt. Etwas ausführlicher: „Es geht darum, Wärmepumpe, Photovoltaik, Speichertechnik, Klima und Gebäudeleittechnik so zu vernetzen, dass eine effiziente erneuerbare Energielösung entsteht. Zusätzlich schaffen KI-gestützte Lösungen einen optimierenden den Betrieb. Gemeinsam mit unseren Partnern bieten wir individuelle, maßgeschneiderte Gesamtlösungen im Objektbereich an.“

Mozart 30 von Bösch
Mozart 30 von Bösch: "attraktiver Einstieg in die Wärmepumpentechnologie". © Walter Bösch GmbH

Die Hersteller reagieren auf die neuen Anforderungen mit innovativen Lösungen. Bei Bösch verfolgt man laut Produktmanagement-Chef Gamsjäger „einen ganzheitlichen Ansatz und bietet nicht nur einzelne Produkte, sondern komplette Systemlösungen für Heizung, Kühlung, und Warmwasserbereitung“ an. Mit einem Wärmepumpen- und Industriebrennerportfolio von 8 bis 1200 Kilowatt, dem technischen Support und langjährigen Projekterfahrung unterstütze man Planer, Bauträger und Installationspartner bereits in frühen Projektphasen. „Ein besonderer Fokus liegt auf wirtschaftlichen Lösungen für den Objektbau. Mit Produkten wie unserer neuen Wärmepumpe Mozart 30 schaffen wir einen attraktiven Einstieg in die Wärmepumpentechnologie, ohne auf Qualität und Service verzichten zu müssen“, sagt Gamsjäger.

Lückenloses Portfolio

Hargassner bedient das Objektgeschäft laut Produktmanager Zeilinger „mit einem lückenlosen Produktportfolio im Großkesselbereich“ sowie spezialisierten Projekt-Teams, die Planer und Installateure von der ersten Auslegung bis zur Inbetriebnahme begleiten. Dazu gehören auch Hybrid-Großanlagen. So können zum Beispiel starke Biomassekessel mit mehreren Wärmepumpen kombiniert werden.  Sie sind für Wohnanlagen, Gewerbeobjekte, Hotels und öffentliche Bauten gedacht. Die Wärmepumpen-Kaskade übernimmt hier die Grundlast sowie die Warmwasserbereitung im Sommer und in den Übergangszeiten mit extrem hohen Arbeitszahlen. Bei tiefen Außentemperaturen oder Spitzenlasten schaltet sich der Biomassekessel automatisch zu.

Hoval-Projekt in Wien:
Hoval-Projekt in Wien: Partner von der Planung bis zur Umsetzung und dem laufenden Betrieb begleiten. © Hoval

Breite Rolle

Auch bei Hoval versteht man die eigene Rolle im Objektgeschäft breiter als die eines reinen Komponentenlieferanten. „Mit Hoval Sirius bündeln wir deshalb Leistungen rund um komplexe HLK-Projekte und begleiten unsere Partner – je nach Projektanforderung – von der Planung und Auslegung über die Koordination und Umsetzung bis zur Inbetriebnahme und während des laufenden Betriebs“, erläutert Hoval-Manager Schatte. Auf der Produktseite bietet Hoval unter anderem mit der Belaria pro 50 eine modulierende Luft/Wasser-Wärmepumpe in Monoblock-Bauweise für Mehrfamilienhäuser sowie Gewerbe- und Industrieobjekte. Sie übernimmt Heizung, Trinkwassererwärmung und Kühlung und eignet sich sowohl für Neubauten als auch für Sanierungsprojekte.

Vaillant reagiert auf den Trend zur Nachhaltigkeit laut Vertriebsmanager Kurzmann „mit einer modernen und breiten Produktpalette“. Vor allem im Wärmepumpen-Bereich setzt Vaillant auf natürliche Kältemittel, die bei den neuen Geräten der Arotherm-Serie in vielen Leistungsklassen zum Einsatz kommen. „Darüber hinaus treibt Vaillant gemeinsam mit dem Anlagenbauer Alois Müller die Wärmewende im Mehrparteienbestand mit der Energy Unit voran“, sagt Kurzmann. Die modular aufgebaute und vorgefertigte Wärmepumpen-Heizzentrale ist seit Kurzem auch für Österreich verfügbar. „Somit kann auch ohne Heizraum flexibel reagiert und mit Wärmepumpe schnell und flexibel im Bestand saniert werden.“

Viessmann 61AQ Milieau
Viessmann 61AQ Milieau: durch Partnerschaft mit Carrier das Produktportfolio deutlich erweitert. © Viessmann

„Durch die Partnerschaft mit Carrier, hat sich in diesem Bereich unser Produktportfolio deutlich erweitert und unsere Chancen im Objektmarkt deutlich erhöht“, betont Viessmann Österreich-Chef Huber. Zu den Highlights im Programm zählt er die Flüssigkeitskühler und Wärmepumpen der Aqua Snap-Serie.  Sie ist aus Sicht von Viessmann „die optimale Lösung für gewerbliche und industrielle Anwendungen, denn sie garantieren Installateuren, Fachplanern und ihren Besitzern niedrige Investitionskosten, optimale Leistung und maximale Qualität bei Neubau und Modernisierung. Die große Auswahl an Optionen ermögliche Konfigurationen zur Anpassung an unterschiedliche Benutzerbedürfnisse.

Konsequenter Ausbau

Bosch Compress 5001 AW
Bosch Compress 5001 AW: Beispiel für "Innovationsarbeit im Objektgeschäft". © Bosch

Bosch antwortet auf die Entwicklungen am Markt laut Österreich-Chef Weinwurm „mit einem konsequenten Ausbau unseres Portfolios für den Objektbereich“. Im Fokus stehen dabei leistungsfähige Wärmepumpensysteme, digitale Lösungen und umfassende Serviceangebote für unsere Fachpartner. Als „aktuelle Beispiele für unsere Innovationsarbeit im Objektgeschäft“ verweist Bosch Österreich-Chef Weinwurm auf die neue Buderus Logatherm WLW376 und die Bosch Compress 5001 AW. Weinwurm: „Beide Lösungen wurden speziell für die Anforderungen von Mehrfamilienhäusern und gewerblichen Anwendungen entwickelt und unterstützen die Elektrifizierung und Dekarbonisierung von Gebäuden.“