„Wenn man sich die Badtrends für 2026 anschaut, wird deutlich: Es geht weniger um den großen Umbruch, sondern vielmehr um eine konsequente Weiterentwicklung. Die Branche bleibt stabil und setzt auf das, was sich bewährt hat, vor allem in der Inszenierung und im Design.“ Monika Horvath, Leiterin des Geschäftsbereichs Bad beim Sanitärgroßhändler Holter, fasst anschaulich zusammen, welche Entwicklungen die heimischen Badezimmer heuer prägen.

Wachsende Beliebtheit

Und was für die Bäder im Allgemeinen gilt, gilt auch für die Komplettbäder im Besonderen. Diese erfreuen sich wachsender Beliebtheit:  Alles aus einer Hand – ob es um Kleinstbadlösungen, ein Generationen- oder ein Hotelbad geht, viele Anbieter gehen den Weg zum Komplettanbieter. Sie bieten für die verschiedensten Anforderungen die passenden Lösungen. Die Sortimentserweiterungen begründen sie vor allem mit einem besseren Service für die Endverbraucher und Installateure. Die Vorteile sind offensichtlich: ein Unternehmen, ein Ansprechpartner, eine Komplettbadplanung, eine Bestellung, ein Liefertermin und eine Rechnung.

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Weiche, runde Formen

„Auffällig ist, dass weiche, runde Formen inzwischen fast überall dominieren. Die klaren, harten Kanten treten immer mehr in den Hintergrund. Diese Entwicklung zeichnet sich schon seit ein paar Jahren ab und setzt sich jetzt richtig durch“, beschreibt Horvath einen wesentlichen Trend bei der Gestaltung der Bäder. Auch bei den Farben bleibe es ruhig und kontrolliert. „Natürliche Nude- und Brauntöne geben den Ton an“, meint Horvath. Bei den Materialien sehe man klar den Trend zu Kombinationen aus Holz und mineralischen Oberflächen wie Stein oder Marmor.

Grohe Essence Crafted
Grohe Essence Crafted: "puristische Formensprache, die hochwertige Verarbeitung". © Grohe

Michael Plachy, Leader B2B Austria bei Grohe-Eigentümer Lixil, sieht drei zentrale Entwicklungen bei den Komplettbädern. Die Endverbraucher*innen wünschen sich aus seiner Sicht zum einen „ein harmonisches Gesamtbild, bei dem Armaturen, Accessoires und Keramiken perfekt aufeinander abgestimmt sind“. Andererseits sei das Badezimmer „längst persönlicher Rückzugs- und Wellnessort“ und solle auch die Persönlichkeit der Nutzer*innen widerspiegeln.

Stil anpassen

„Unterschiedliche Farben und Finishes ermöglichen es, den eigenen Stil auszudrücken – und hochwertige Oberflächen wie die extrem widerstandsfähige PVD-Beschichtung sorgen dafür, dass gerade häufig benutzte Armaturen und Accessoires auch nach vielen Jahren noch wie neu aussehen“, sagt Plachy. Zudem gewinne der ressourcenschonende Genuss gewinnt weiter an Bedeutung. „Moderne Komplettbäder vereinen wasser- und energiesparende Technologien mit hohem Komfort.“

Reno Mag von HSK Duschkabinen
Reno Mag von HSK Duschkabinen: "nahezu fugenloses" Wandverkleidungssystem. © HSK Duschkabinen GmbH

„Komplettbäder werden heute deutlich ganzheitlicher geplant“, stimmt Erdogan Demirci, Verkaufsleiter von HSK Duschkabinen in Österreich, zu. „Im Mittelpunkt steht nicht mehr das einzelne Produkt, sondern ein stimmiges Gesamtkonzept aus Dusche, Wandgestaltung, Armaturen, Badheizkörper und Zubehör.“ Das Bad entwickle sich zunehmend von der rein funktionalen Nasszelle zum wohnlichen Lebensraum.

Pflegleichte Badgestaltung

Zudem gewinne die pflegeleichte Badgestaltung weiter an Bedeutung. „Großformatige Wandflächen, reduzierte Fugenanteile und klar strukturierte Lösungen sorgen für ein hochwertiges Erscheinungsbild und erleichtern gleichzeitig die Reinigung“, meint Demirci. Ein weiterer Trend sei die smarte und effiziente Wohlfühlwärme. „Moderne Badkonzepte werden immer häufiger mit Fußbodenheizung, Wärmepumpe oder Photovoltaik gedacht. Elektrische Badheizkörper bieten hier eine flexible Ergänzung.“

Mix & Match von Geberit
Mix & Match von Geberit: Baukastensytem setzt "neuen Maßstab beim Interior Design". © Geberit

Reinhard Riedl, Leiter Produktmanagement & Marketing bei Geberit Österreich, betont als Erstes die Individualisierung. „Aus unserer Sicht steht die starke Individualisierung bei der Badeinrichtung an erster Stelle der Trends. Kundinnen und Kunden erwarten ein Bad, das ihren persönlichen Stil widerspiegelt.“ Beim Design sieht er matte Oberflächen im Trend. „Sie wirken hochwertig, ruhig und wohnlich und lassen sich besonders gut in moderne Interior-Konzepte integrieren.“

Fokus auf die Handwerker

Sehr wichtig ist dem Geberit-Manager der Blick auf die Handwerker*innen, die das Bad letztlich umsetzen. Für sie stehe die Montagesicherheit im Fokus: „Einheitliche Montagevoraussetzungen, abgestimmte Maße und kompatible Produktlösungen helfen, das kundenindividuelle Bad reibungslos umzusetzen.“ Diese Anforderungen habe man bei Geberit im Blick. „Die Installation und Montage so einfach und sicher wie möglich für den Installateur zu machen, ist uns ein Anliegen.“

Juna von Laufen
Juna von Laufen: Trend zu strukturierten Oberflächen. © Laufen

Bei Laufen beobachtet man, so wie viele anderen Anbieter auch, dass „Badezimmer immer stärker als vollwertiger Lebensraum verstanden“ werden. „Materialien, Licht, Möbel und Keramik werden viel bewusster aufeinander abgestimmt. Das Bad soll nicht mehr nur funktional sein, sondern Ruhe, Wohnlichkeit und architektonische Klarheit vermitteln“, so Head of Marketing Communications Melanie Berger.

Strukturierte Oberflächen

Zweitens gewinne Materialität deutlich an Bedeutung. Berger: „Strukturierte Oberflächen, natürliche Hölzer, matte Texturen, Metallakzente oder neue Werkstoffe schaffen Tiefe und Charakter.“ Und drittens werden aus ihrer Sicht Komfort und der Einsatz smarter Technologien immer selbstverständlicher. „Dusch-WCs mit intelligenter Bedienlösungen oder besonders leisen Spülsystemen werden heute nicht mehr als Zusatz gesehen, sondern als integraler Bestandteil hochwertiger Badarchitektur.“

Skyla von Villeroy & Boch
Skyla von Villeroy & Boch: Designstatement mit "verspielter Leichtigkeit". © Villeroy & Boch

Andrea Leifert, Verkaufsleiterin von Villeroy & Boch in Österreich, weist vor allem auf „drei zentrale Designströmungen“ beim Komplettbad hin: „Verspielte Leichtigkeit, natürliche Harmonie und tiefe Balance.“ Schlichte, handwerklich durchdachte Formen, so Leifert, „gewinnen durch Farbe und feine Details an Ausdruckskraft und verwandeln das Bad in einen Ort voller Persönlichkeit und Freude“. Farblich würden tiefe Blautöne, Graphitgrau, dunkle Grüntöne und sanftes Schwarz „eine Atmosphäre ruhiger Intensität und Raffinesse“ schaffen. Samtmatte Oberflächen & Texturen, „die das Spiel von Licht und Schatten betonen“, würden dem Bad Tiefe und Ausdruck verleihen. „Was die Formensprache angeht, vermitteln organische Formen und präzise Linien stille Stärke und zeitlose Eleganz“, meint sie.

Moderne Dusch-WCs

Christopher Fischer, Leiter Bad & Energie Österreich bei der Frauenthal Handel Gruppe, sieht ebenfalls moderne Dusch-WCs im Trend – neben fugenlosen und barrierefreien Gestaltungen und großzügigen Duschen. Fischer: „Im Fokus stehen dabei Komfort, einfache Reinigung und ein modernes, wohnliches Design.“

Der Sanitärgroßhändler bedient diese Trends mit einer Reihe von Produkten. Dazu zählen die fugenlosen Rückwände Roth Vipanel von Passion. „Die Designplatten ermöglichen eine moderne, flexible Wandgestaltung im Bad, sind pflegeleicht, schnell montiert und besonders für den Nassbereich geeignet“, erläutert Fischer. „Durch die große Dekorvielfalt und die individuelle Anpassbarkeit lassen sich hochwertige Badlösungen einfach umsetzen.“

Passion Provex-Duscchabtrennung
Passion Provex-Duscchabtrennung: mit Hig Glass-Antikalk-Veredelung. © Frauenthal Handel Gruppe

Als weiteres Highlight nennt er „die vielseitigen Duschabtrennungen von Passion by Provex mit High Glass-Antikalk-Veredelung. „Diese reduziert Kalk- und bakterielle Ablagerungen deutlich und sorgt dadurch für eine besonders einfache Reinigung sowie langlebige Transparenz der Glasflächen.“ Passend dazu bietet man die Duschflächen von Passion by Laufen modernes Design und hohen Komfort an. Fischer: „Die filigranen, bodenebenen Duschflächen aus dem Werkstoff Marbond überzeugen durch ihre angenehme Haptik, leichte Reinigung und hohe Rutschhemmung.“ Sie sind in verschiedenen Farben und mit flexiblen Einbaumöglichkeiten erhältlich.

Farben stark im Trend

Christian Kummer, Leiter Sanitär bei der GC-Gruppe Österreich, sieht „Farben stark im Trend“. Er verweist hier auf die Eigenmarke Vigour. Sie sei der einzige Hersteller, der Produkte für das komplette Badezimmer aus einer Hand in unterschiedlichen Preiskategorien anbiete. „Alle Produkte sind perfekt aufeinander abgestimmt und untereinander kombinierbar“, so Kummer. Beim Komplettbad Derby V3 bietet Vigour Möbel in 59 verschiedenen Farben und neun unterschiedlichen Griffen. Eine große Auswahl an Farben und drei unterschiedliche Formen gibt es auch bei Mineralguss-Aufsatzschalen. Duschwannen sind in fünf unterschiedlichen Farben erhältlich. Die Mineralguss-Duschwanne ist standardmäßig mit rutschhemmender Safe Step Plus-Beschichtung ausgestattet.

Vigour Badmübel
Vigour Badmöbel: "komplettes Badezimmer aus einer Hand." © GC-Gruppe Österreich

Sehr wichtig ist seiner Ansicht nach weiterhin das Thema Renovierung. Hier bietet Vigour Sanierungsplatten, die direkt auf die vorhandenen Fliesen geklebt werden können. „Eine schnelle, einfache Lösung, die keinen Staub und keinen Lärm produziert.“ Die Vigour 3.0 Sanierungsplatten sind speziell für die Anforderungen von Bereichen mit hoher Feuchtigkeit entwickelt. Das Sortiment von Vigour werde in enger Zusammenarbeit mit dem Handwerk entwickelt. Kummer: „So entstehen Produkte, die in der täglichen Handhabung wirklich überzeugen und die einen echten Mehrwert bieten.“

Ästhetischer Mehrwert

Ästhetischen Mehrwert will Villeroy & Boch mit der Komplettkollektion Skyla bieten. „Die spannende Verbindung aus sanften Rundungen, klaren Kanten und einer asymmetrischen Formensprache setzt ein echtes Design-Statement mit dem Ausdruck einer verspielten Leichtigkeit“, meint Managerin Leifert. Dank der Vielfalt an modernen Möbelfarben und mit zwei unterschiedlichen Armaturen-Finishes passe sich die Serie mühelos jedem Wohnstil an und lasse sich je nach persönlichem Geschmack inszenieren.

Ein Highlight für das Komplettbad aus dem Hause HSK ist die Kombination aus Reno Deco und Reno Mag: „Mit Reno Deco bietet HSK ein großformatiges Wandverkleidungssystem, das moderne Badgestaltung nahezu fugenlos ermöglicht“, erläutert Österreich-Verkaufsleiter Demirci. „Unterschiedliche Dekore von Stein- über Holz- bis hin zu Metalloptiken schaffen viel Spielraum für individuelle Konzepte.“ Ergänzend gibt es die magnetischen Reno Mag Badaccessoires: Duschablagen, Handbrausehalter, Glaswischer oder Haken.

Modularer Baukasten

Geberit setzt auf das modulare Baukastensystem Mix & Match. Damit lassen sich Waschtische und Badmöbel aus den Badserien Geberit One, Acanto und Icon kombinieren. „Sowohl das Design wie auch die Montage der drei Badserien sind perfekt aufeinander abgestimmt“, sagt Produktmanager Riedl. Der Waschplatz kann mit einem Spiegelschrank, Lichtspiegel und weiteren Stauraum-Zubehör ergänzt werden. Riedl: „Geberit setzt mit dem Mix & Match Konzept einen neuen Maßstab beim Interior Design im Bad.“

Lixil-Manager Plachy verweist auf vielfältige Lösungen für „durchdachte Komplettbäder“ von Grohe, die „Pure Freude an Wasser“ bieten. „Viele unserer Armaturen, Accessoires und Keramiken sind in Design und Funktion aufeinander abgestimmt.“ Als Highlight nennt er die Armaturenlinie Essence. Sie besteche durch die puristische Formensprache, die hochwertige Verarbeitung und die „leistungsstarke Silkmove-Kartusche für dauerhaft präzise und mühelose Steuerung von Wasserfluss und Temperatur“.

Markante Formen

Laufen greift mit der Badmöbelkollektion Juna den Trend zu strukturierten Oberflächen auf. „Die markant geriffelten Fronten erzeugen durch das Zusammenspiel von Licht und Schatten eine spürbare Tiefe und verleihen dem Raum mehr Präsenz“, sagt Marketing Communications-Managerin Berger zu der Serie, die in 40 Oberflächenvarianten angeboten wird. Auch funktional soll die Kollektion punkten. Sie bietet Schubladen mit Vollauszug, Soft-Close-Mechanismus und ein durchdachtes Ordnungssystem. 

Kein klassisches Möbel

Großhändler Holter bietet mit Modul F aus Sicht von Bad-Chefin Horvath kein klassisches Möbel an, „sondern ein architektonisches Gestaltungselement fürs Bad“. Das Besondere sei die konsequente Formensprache: präzise 45 Grad-Gehrungskanten, flächenbündige Übergänge und eine klare, horizontale Linie. Horvath: „Dadurch entsteht dieser monolithische Eindruck, wie aus einem Guss, sehr reduziert, aber extrem hochwertig in der Wirkung.“