„Der Kunde von heute sucht mehr als nur eine reine Abkühlung. Er wünscht sich eine zukunftssichere und ganzjährige Komfortlösung.“ Helmut Weinwurm, Österreich-Chef von Bosch, hat ein klares Bild davon, worauf die Endverbraucher*innen beim nachträglichen Einbau von Klimageräten Wert legen. Im Fokus stehen aus seiner Sicht drei Aspekte: „Erstens höchste Energieeffizienz, um die Betriebskosten niedrig zu halten. Zweitens ein leiser und unauffälliger Betrieb, der den Wohnkomfort nicht stört. Und drittens smarte, intuitive Bedienbarkeit, oft per App.“ Zunehmend wichtiger werde auch das Heizen in der Übergangszeit.
Mehr als 30 Grad
Der nachträgliche Einbau von Klimaanlagen ist ein interessantes Geschäftsfeld für Hersteller und Installateure. „Viele Bestandsgebäude erreichen im Sommer mittlerweile 30 bis 35 Grad. Das ist nicht nur eine Komfortfrage, sondern zunehmend auch ein gesundheitliches Thema“, betont Panasonic Österreich-Verkaufsleiter Roland Kerschbaum. „Wir sollten deshalb weniger ideologisch diskutieren und stärker darüber sprechen, wie moderne Gebäudetechnik den Alltag der Menschen verbessert.“

Das hat man sich offenbar auch bei Wiener Wohnen gedacht. Der städtische Wohn-Riese hat im Mai kommuniziert, dass Klimageräte im Gemeindebau grundsätzlich möglich sind, sofern bestimmte Vorgaben eingehalten werden. Erlaubt sind demnach Split-Klimageräte mit Innen- und Außengerät. Die Montage muss durch eine Fachfirma erfolgen. Der Aufstellort muss geeignet sein. Und das Gerät soll möglichst nicht von der Straße aus sichtbar sein.
Relevantes Thema
Diese Entscheidung zeige, „wie relevant das Thema Nachrüstung geworden ist“, meint man bei Sam Cool, einer Tochter des Klima- und Heizungstechnik-Anbieters Bösch. „Das macht deutlich: Kund*innen wollen nicht nur Kühlung, sondern Sicherheit. Sie wollen wissen, was technisch möglich ist, welche Lösung zur Wohnung passt, welche Unterlagen erforderlich sind und wer sie fachgerecht durch Planung, Auswahl und Einbau begleitet“, so Sam Cool weiter. „Genau an dieser Schnittstelle sind einfache Abläufe, flexible Lösungen und technisches Know-how entscheidend.“

Ähnlich sieht das Almir Karagic, Sales Manager Residential bei Daikin. „Kundinnen und Kunden, die eine Klimaanlage nachträglich einbauen lassen möchten, legen heute vor allem Wert auf eine einfache und schnelle Umsetzung, idealerweise ohne größere bauliche Eingriffe“, sagt er. Ebenso wichtig seien Planbarkeit und Transparenz bei Kosten und Installation sowie eine insgesamt hohe Kosteneffizienz, sowohl in der Anschaffung als auch im laufenden Betrieb. „Gleichzeitig stehen der Komfortgewinn, etwa angenehme Raumtemperaturen und bessere Schlafqualität, sowie Energieeffizienz und Nachhaltigkeit, wie bei Kombination mit Photovoltaik, im Fokus.“
Komfort und Effizienz
Der Kunde, der eine Klimaanlage nachträglich einbauen lässt, „legt vor allem Wert auf Komfort, Energieeffizienz und eine einfache, schnelle Installation“, bestätigt Christian Buchbauer, Leiter Marketing und technical Pre-Sales bei Vaillant in Österreich. „Er möchte eine Lösung, die zuverlässig kühlt und die sich nahtlos in die bestehende Infrastruktur integriert.“ Zudem seien ihm eine leise Betriebsweise, niedrige Betriebskosten und eine benutzerfreundliche Steuerung wichtig. „Auch das Design und die Platzierungsmöglichkeiten spielen selbstverständlich eine Rolle.“

Die Hersteller bietet eine umfassende Palette an Klimageräten, um die Ansprüche der Klientel zu bedienen. Sehr wichtig ist Ihnen aber auch der Support für die Handwerker*innen, die die Kunden vor Ort beraten und die Geräte einbauen. „Wir stellen den Installateuren umfassendes Schulungsmaterial, technischen Support und detaillierte Produktinformationen zur Verfügung. Dazu gehören unter anderem Installationsanleitungen oder Beratungshilfen“, sagt Vaillant-Manager Buchbauer. „In unserer Vaillant Akademie bieten wir passende Trainings vor Ort, aber auch in digitaler Form.“
Schulung und Training
Ähnlich macht man das bei Panasonic. „Wir investieren stark in Schulungen und Trainings, weil moderne Klima- und Wärmepumpentechnik erklärungsbedürftig ist“, meint Verkaufsleiter Kerschbaum. „Ein professioneller Partner an der Seite unserer Installateure zu sein, ist für uns ein zentrales Anliegen“, betont Bosch Österreich-Chef Weinwurm. „Wir unterstützen sie umfassend mit detaillierten technischen Dokumentationen, praxisorientierten Schulungen und Zertifizierungsprogrammen.“ Daikin Manager Karagic unterstreicht, dass man die Installationsfirmen, entlang des gesamten Prozesses unterstützt: „von der Beratung bis zur Umsetzung“.
Gerade beim Nachrüsten brauche es flexible Lösungen, weil jede Wohnsituation anders ist, verdeutlicht man bei Sam Cool. „Raumgröße, Montageort, Leitungsführung, Schallanforderungen und behördliche Vorgaben müssen zusammenpassen. Der aktuelle Wiener-Wohnen-Leitfaden zeigt, wie wichtig fachkundige Beratung und Umsetzung sind.“ Für die Genehmigung brauche es unter anderem technische Unterlagen zum Gerät, Angaben zu Schallimmissionen sowie eine Skizze des Aufstellorts. Je nach Objekt können zusätzliche Nachweise erforderlich sein. „Damit wird klar: Der Fachbetrieb ist ein zentraler Partner – von der ersten Einschätzung bis zur fachgerechten Montage.“