„Während sich Wellnesshotels mit designstarken Spalandschaften und kreativen Saunavariationen zu übertrumpfen suchen, lässt sich Wellness im Privatbad mit den Klassikern der Körperhygiene ganz leicht in den Alltag integrieren.“ Dieser Ansicht ist man bei Geberit. Der Sanitärtechnik-Hersteller denkt dabei nicht zuletzt an ein Produkt, bei dem er die klare Nummer eins in Europa ist: Dusch-WCs.
Sauber und erfrischt
Geberit beschreibt einen Trend, der auch in Österreich zunehmend an Bedeutung gewinnt: Immer mehr Haushalte entscheiden sich bei Neubau oder Sanierung des Bades für ein Upgrade in Form eines Dusch-WCs. Geberit Österreich-Geschäftsführer Guido Salentinig betont dabei die Kombination von Hygiene und Frischegefühl: „Vitalität entsteht besonders dann, wenn wir uns sauber und erfrischt fühlen“, sagt er. In der Premiumhotellerie habe sich das Dusch-WC bereits als Wow-Faktor etabliert, weil Gäste den Unterschied sofort spüren. „Dieses Plus an Sauberkeit schenkt jedem Benutzer ein gepflegtes, sicheres und selbstbewusstes Gefühl – ein Detail, das in Erinnerung bleibt“, meint der Hersteller.

„Der Markt entwickelt sich rasant“, bestätigt Christian Babinetz, Verkaufsleiter von Laufen in Österreich, die steigende Nachfrage nach Dusch-WCs. Das Unternehmen hat sich in diesem Segment einiges vorgenommen und sieht sich als „Hersteller mit dem umfangreichsten Sortiment im Dusch-WC-Sektor“ (siehe auch das Interview mit Babinetz auf Seite 20 und 21 dieser Ausgabe). Man biete „für nahezu jede Einbausituation eine passende Lösung“, sagt Babinetz und ergänzt: „Sowohl für den nachträglichen Einbau als auch für Neubauten.“
Erstes Produkt für Europa
Bei Hansgrohe schätzt man die Attraktivität des Segments so hoch ein, dass man nun mit dem Lava Pura Element das erste Dusch-WC für den europäischen Markt präsentiert hat. „Dusch-WCs erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, denn die schonende Reinigung mit Wasser bietet hygienische Vorteile“, meint der Hersteller. „Zudem treffen sie den Zeitgeist: smart, individuell anpassbar und unterstützen einen nachhaltigen Lebensstil.“

Andrea Leifert, Vertriebsleiterin Villeroy & Boch in Österreich, nimmt ebenfalls einen „kontinuierlich“ wachsenden Markt für Dusch-WCs wahr – sowohl bei Neubauten und Renovierungen als auch bei Nachrüstungen. „Aus unserer Sicht ist das kein Zufall: Das Dusch-WC meistert alle Anforderungen, die für ein WC essenziell sind: Hygiene, Komfort und einen schonenden Umgang mit Ressourcen“, meint Leifert.
Markt wächst
Ganz ähnlich sieht das Michael Plachy, Leader B2B Austria bei Grohe-Eigentümer Lixil: „Der Markt für Dusch-WCs entwickelt sich positiv. Wir beobachten, dass diese Technologie langsam, aber stetig von Kunden angenommen wird“, sagt er. Ein wesentlicher Treiber sei der Umstand, „dass die Preise in den letzten Jahren gesunken sind und Dusch-WCs damit für eine breitere Zielgruppe attraktiv geworden sind“.
Viele Vorteile
Gleichzeitig steige das Bewusstsein für die Vorteile: „Der Hygieneaspekt spielt eine zentrale Rolle – die Reinigung mit Wasser ist schonender zur Haut und hygienischer als die ausschließliche Nutzung von Toilettenpapier.“ Zudem würden Dusch-WCs zunehmend im Kontext altersgerechter Badgestaltung nachgefragt. Plachy: „Sie bieten mehr Komfort und Selbstständigkeit, insbesondere für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Dieser Trend wird sich in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter verstärken.“

„Dusch-WCs werden von Endkunden zunehmend wahrgenommen und nachgefragt“, ist auch Thomas Hagenauer, Managing Director bei Tece Österreich, überzeugt: „Wer die Vorteile eines Dusch-WCs einmal erlebt hat, möchte in der Regel nicht mehr darauf verzichten.“ Besonders im Rahmen von Badmodernisierungen spiele deshalb die Möglichkeit einer unkomplizierten Nachrüstung eine wichtige Rolle.
Verbraucher mit Vorbehalten
„Gleichzeitig beobachten wir, dass manche Verbraucher noch Vorbehalte gegenüber komplexen, elektronischen Systemen haben. Häufig stehen dabei Fragen zur Wartung, zum Stromverbrauch oder zur langfristigen Zuverlässigkeit im Raum. Deshalb gewinnen Lösungen an Bedeutung, die sich auf die wesentliche Duschfunktion konzentrieren und gleichzeitig einen geringen Wartungsaufwand bieten. Insgesamt sehen wir den Markt für nachrüstbare Dusch-WCs weiterhin auf Wachstumskurs.“

„Dusch-WCs benötigen zusätzliche Anschlüsse für Wasser und Strom“, weist Villeroy & Boch-Managerin Leifert auf die zwei wesentlichen potenziellen Hindernisse beim nachträglichen Einbau eines Dusch-WCs hin. „Wasser ist in der Regel keine Hürde, dies kann über ein Y-Stück vom normalen Wassertank abgezweigt und nach unten zur Dusch-Düse geführt werden.“ Beim Strom gebe es mehrere Möglichkeiten: „Entweder man führt ein Stromkabel von einer naheliegenden Steckdose hinter einer Blende zum WC, oder man legt das Kabel durch die Wand, etwa durch eine Bohrung aus dem dahinter liegenden Raum.“
Einige Herausforderungen
Lixil-Manager Plachy bestätigt: „Die größte Herausforderung beim nachträglichen Einbau eines Dusch-WCs ist in der Regel der fehlende Stromanschluss in unmittelbarer Nähe des WCs.“ In den meisten Bestandsbädern sei dies nicht standardmäßig verlegt worden. „Das bedeutet: Entweder muss die Wand aufgestemmt werden, um einen Stromanschluss nachzurüsten – oder Planer und Installateur haben bereits bei der ursprünglichen Installation vorausschauend geplant und ein Vorwandelement mit Leerverrohrung für Strom- und Wasserleitungen eingesetzt.“ Man biete ein derartiges System an, das über eine integrierte Elektroanschlussbuchse und variable Wasseranschlüsse verfügt.

Je nach Einbausituation
„Die baulichen Gegebenheiten unterscheiden sich je nach Einbausituation“, weiß Laufen Österreich-Vertriebschef Babinetz. „Wesentliche Faktoren sind dabei die Möglichkeit der Stromzuführung, die Anbindung an die Wasserversorgung sowie das vorhandene Platzangebot.“ Im Idealfall sei bereits ein WC-Tragegestell installiert worden. In diesem Fall, so Babinetz,“ sollte ein Fachhandwerker prüfen, ob dieses die Voraussetzungen für einen unkomplizierten Einbau eines Dusch-WCs erfüllt“.
Deutlich besser
Aus Sicht von Tece Österreich-Chef Hagenauer sind die Voraussetzungen aus technischer Sicht „heute deutlich besser“ als noch vor einigen Jahren. „Die meisten modernen WC-Module verfügen bereits über Leerrohre zwischen Spülkasten und Keramikanschluss und ermöglichen damit eine einfache Nachrüstung der Wasserzufuhr.“ Bei älteren Installationen ohne vorbereitete Leitungsführung, so Hagenauer weiter, „stehen spezielle Renovierungssets zur Verfügung, mit denen sich der Wasseranschluss nachträglich herstellen lässt. Die eigentlichen Herausforderungen liegen daher oft weniger in der Installation als vielmehr in der Wahrnehmung der Endkunden.“

Die Hersteller bedienen das wachsende Interesse der Klientel mit einer Reihe von Produkten und Innovationen. Tece nennt als „besonderes Highlight“ das Modell Teceneo. „Das Produkt folgt bewusst einem klaren Konzept: Es konzentriert sich auf die wesentliche Duschfunktion und verzichtet auf komplexe elektronische Zusatzfunktionen. Dadurch wird der Wartungsaufwand auf ein Minimum reduziert und gleichzeitig eine hohe Betriebssicherheit erreicht“, meint Hagenauer mit Verweis auf die Hemmschwelle vieler Kund*innen.
Sanfte Reinigung
Bei Hansgrohe verweist man auf die eigens für den europäischen Markt entwickelten Modelle der Lava Pura Element-Serie. Sie „bieten eine sanfte und gründliche Reinigung durch Gesäß- und Lady-Duschen, die sich individuell anpassen lassen. Pulsierende und oszillierende Wasserstrahlbewegungen erhöhen den Reinigungskomfort“. Die Bedienung erfolge einfach und intuitiv über die Fernbedienung oder Select-Tasten an den Seiten. Eine Geruchsabsaugung beseitige unangenehme Gerüche „einfach auf Knopfdruck“.
Gegen ungewünschte Gerüche geht auch das Supreo Dusch-WC von Villeroy & Boch vor. Es bietet eine Reihe von cleveren Hygienefeatures: „Der Duschstab reinigt sich automatisch mit Frischwasser, eine UV-Lichtdesinfektion sorgt für maximale Sauberkeit, und Gerüche werden zuverlässig durch einen integrierten Gesteinsfilter absorbiert. Ergänzt wird das durch einen Ionisator zur Raumluftreinigung – besonders praktisch für innen liegende Bäder ohne Fenster“, erläutert Österreich-Vertriebsleitern Leifert.
Preis entscheidend
Für viele Käufer*innen ist dagegen der Preis das entscheidende Kriterium bei ihrer Wahl. Hier überzeugt aus Sicht von Lixil-Manager Plachy die Kombination von Grohe Sensia Pro und Vorwandinstallationssystem Rapid SLX. „Das Sensia Pro ist unser Einstiegsmodell im Dusch-WC-Segment. Es bietet ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis und ein zeitloses Design.“ Das Dusch-WC verfügt über zwei Duscharme mit einstellbarer Wassertemperatur: eine Standard-Dusche und eine Lady-Dusche, die speziell für den weiblichen Intimbereich konzipiert ist.
Laufen Österreich-Vertriebschef Babinetz weist auf eine „Weltneuheit für Neubau und Renovierung“ hin, „die wir als einziger Hersteller am Markt anbieten“: die In-Tank-Technologie des Stand-Dusch-WCs Alvia. „Dabei wird kein Spülkasten – weder Aufputz noch Unterputz – benötigt, da dieser direkt in die WC-Keramik integriert ist“, erklärt Babinetz. Diese innovative Lösung ermögliche eine besonders puristische und moderne Badgestaltung ohne Drückerplatte. „Gleichzeitig entsteht durch den Wegfall des Spülkastens ein spürbarer Platzgewinn in der Raumtiefe.“
Viele Varianten
Marktführer Geberit bietet Dusch-WCs in unterschiedlichsten Varianten an – und damit auch eine große Auswahl bei den Funktionen: individuelle Wasserstärke und Temperatur, sanfte Reinigungsprogramme, Warmlufttrocknung, Geruchsabsaugung, Komfort-Features wie Sitzheizung oder personalisierte Einstellungen. „Wellness, aber in der Version ‚jeden Tag‘. Kein Spa-Tag nötig – jetzt übernimmt das Bad“, heißt es bei Geberit.
Dabei soll auch die Optik nicht zu kurz kommen. Zum Beispiel beim Sanitärmodul für den Spülkasten: Das Modell Monolith Plus ist nun mit weiß-matter oder schwarz-matter Oberfläche erhältlich. Dazu Geberit: „Damit wird aus der notwendigen Technik im Bad ein Designobjekt – minimalistisch, souverän, und genau jene Art von Eleganz, die nicht laut sein muss, um Wirkung zu zeigen.“