Der Wiener Töchtertag begeht am 23. April sein 25-jähriges Jubiläum. Parallel dazu weist die Lehrlingsstatistik der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) auf eine steigende Beteiligung von Mädchen in technischen Ausbildungsbereichen hin. Insbesondere in den vergangenen zehn Jahren ist der Frauenanteil in mehreren technischen Lehrberufsgruppen deutlich gewachsen.

So stieg etwa der Anteil von Frauen im Bereich Chemie und Kunststoff von 30,9 auf 39,9 Prozent. In der Informatik sowie der EDV- und Kommunikationstechnik erhöhte sich der Anteil von 9,6 auf 12,4 Prozent. Auch in klassischen technischen Bereichen wie Metall oder Bau zeigt sich eine Annäherung an die 10-Prozent-Marke.

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Deutlicher Anstieg in einzelnen Fachbereichen

Neben relativen Anteilen zeigt sich die Entwicklung auch in absoluten Zahlen. Im Bereich Informatik befinden sich laut WKO mittlerweile 751 Mädchen in Ausbildung, was einer mehr als fünffachen Steigerung seit 2014 entspricht. In einzelnen Berufen wie Applikationsentwicklung oder Chemieverfahrenstechnik liegt der Frauenanteil laut Angaben bei rund 25 Prozent.

„Diese Zahlen sind ein zukunftsweisendes Signal: Mädchen gehen zunehmend in technische Berufe – und das mit großem Erfolg. Das ist ein Gewinn für die jungen Frauen und zugleich für den Wirtschaftsstandort, der dringend qualifizierte Fachkräfte benötigt“, sagt Verena Wiesinger, Vorsitzende bei Frau in der Wirtschaft Wien in Wien. „Mädchen sind in technischen Berufen angekommen – jetzt geht es darum, diesen Fortschritt nachhaltig abzusichern.“

Fachkräftebedarf und strukturelle Herausforderungen

Vor dem Hintergrund des steigenden Fachkräftebedarfs und der zunehmenden Digitalisierung sieht Wiesinger weiteren Handlungsbedarf. „Die großen Zukunftsthemen – Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und wirtschaftliche Resilienz – brauchen alle Talente. Gerade deshalb müssen wir das Potenzial junger Frauen in technischen Berufen konsequent fördern“, so Wiesinger.

Gleichzeitig verweist sie auf bestehende Hürden. „Frauen agieren oft vorsichtiger, insbesondere wenn es um finanzielle Entscheidungen oder unternehmerische Schritte geht. Dieser fehlende Mut zum Geld beginnt nicht erst im Unternehmertum, sondern häufig schon viel früher.“ Neben Information sei daher auch die Stärkung von Selbstvertrauen und wirtschaftlicher Kompetenz notwendig.

Töchtertag öffnet breiteres Teilnehmerinnenfeld

Anlässlich des Jubiläums wird der Wiener Töchtertag erstmals für Mädchen aller Altersstufen geöffnet – vom Kindergarten bis zur Matura. Teilnehmerinnen erhalten die Möglichkeit, in zahlreiche Betriebe Einblick zu gewinnen, insbesondere in Technik und Handwerk, und unterschiedliche Berufsbilder kennenzulernen.

„Der Wiener Töchtertag ist für mich der Tag der mutigen Perspektiven und neuen zukunftsweisenden Wege. Mädchen sollen sich nicht von überholten Rollenbildern einschränken lassen, sondern ihre Interessen und Talente ausleben und mit Freude verfolgen – gerade auch in technischen Berufen“, sagt Wiesinger.