Insgesamt 44 Projekte wurden anlässlich der HTK-Dialoge der Öffentlichkeit vorgestellt. Schülerinnen und Schüler von zwölf Projekten haben freiwillig beim HTK-Award 2026 mitgemacht und namhafte Geldpreise gewonnen. Neben den Prämierungen in Gold und Silber sorgte die Auflösung der Eisblockwette für Spaß im Publikum.
Kreativität trifft Präzision
Eine Jury bewertete die Arbeiten nach Innovationsgehalt, technischer Komplexität, handwerklicher Ausführung, wirtschaftlicher Praxisrelevanz und Präsentationsgeschick. Die Dichte an exzellenten Leistungen war in diesem Jahr besonders hoch: Die Jury vergab viermal die begehrte Goldprämierung und dreimal den Silberpreis.
Die Projekte spiegeln die gesamte Bandbreite der Ausbildung am Holztechnikum Kuchl (HTK) wider – von ausgefeilten Tischlereiarbeiten und zukunftsweisenden Holzbaukonstruktionen über komplexe maschinenbauliche Entwicklungen bis hin zu filigranen High-Tech-Lösungen im Leichtbau und Spezialanwendungen in der Holzindustrie.
Neben der technischen und gestalterischen Qualität zeigen die Arbeiten auch ein hohes Maß an wirtschaftlichem Denken und Planungskompetenz – von der Konzeptentwicklung über die Konstruktion bis hin zur umsetzungsnahen Kalkulation. Allen Projekten gemein ist zudem die enge Kooperation mit Partnerbetrieben aus der Wirtschaft oder sozialen Einrichtungen, was den hohen Praxisbezug der Kuchler Ausbildung unterstreicht.
Die Gewinnerinnen und Gewinner im Überblick

HTK-Award in Gold
- Rednerpult für das Holztechnikum Kuchl, Andre Islitzer aus Hollersbach (Schüler der Fachschule, Ausbildungszweig Tischlereitechnik), Partnerbetrieb: Holztechnikum Kuchl
- Planung und Kalkulation einer hochalpinen Schutzhütte, Projektteam: Lucas Eberharter aus Stuhlfelden, Philipp Kaserer aus Zell am See (Schüler der 5AH), Partnerbetrieb: Holzbau Mayr GmbH
- Entwicklung einer Fräsvorrichtung mit Kopierfunktion, Projektteam: Gabriel Dertnig aus Möllbrücke und Jonas Wenger aus Krispl (Schüler der 5AH), Partnerbetrieb: Neureiter Maschinen GmbH
- Entwicklung einer Armierung für ein Fernglas, Projektteam: Stefan Lesky aus Stallhofen und Ludwig Schilcher aus Bad Goisern (Schüler der 5BH), Partnerbetrieb: Swarovski Optik AG & Co KG
HTK-Award in Silber
- Leichtbau Gewehrschaft mit traditioneller Holzoptik, Projektteam: Kilian Schaumberger aus Aschach und Clemens Gruber aus Unternberg (Schüler der 5AH), Partnerbetrieb: Blaser Group GmbH
- Sideboard Bootsverleih – Generalsanierung Stadtbad Kitzbühel, Mathias Schmidinger aus Kitzbühel (Schüler der Fachschule, Ausbildungszweig Tischlereitechnik), Partnerbetrieb: Stadtgemeinde Kitzbühel
- Rekonstruktion und Fertigung von Seitenschwimmern für das Flugboot R2, Projektteam: Jan Brenn aus Weyer (Schüler der 5AH), Partnerbetrieb: Visionaer GmbH

„Durch eine Neuausrichtung der Veranstaltung waren die HTK-Dialoge und der HTK-Award 2026 eine extrem kurzweilige und dynamische Veranstaltung“, zieht Projektleiter und Abteilungsvorstand Hannes Eckinger eine durchwegs positive Bilanz. „Für die Schülerinnen und Schüler ist es jedes Jahr eine großartige Möglichkeit, ihr erworbenes Wissen professionell zu präsentieren. Um der Qualität und der Vielfalt der Arbeiten noch besser gerecht zu werden, haben wir heuer erstmals ein völlig neues System bei der Bewertung und Prämierung gewählt. Das Feedback zeigt, dass uns damit eine noch fairere und transparentere Würdigung der Schülerleistungen gelungen ist. Ein besonderer Fokus lag diesmal auch auf der Präsentationskompetenz, weshalb wir zusätzlich den schönsten Messestand prämiert haben.“ Den ersten Platz sicherten sich hier Martin Gruber und Florian Netter. Mit ihrem Projekt „Planung und Kostenkalkulation einer überdachten Tribüne“, welches für den Partnerbetrieb Freistadt Rust entwickelt wurde. Platz zwei erging an Klaus Noggler und Klemens Schitter mit der Thematik: „Vergleich der Eigenschaften von Holzschindeln aus verschiedenen Holzarten unter unterschiedlichen Behandlungsverfahren“
Auflösung bei der Eisblockwette
Hierbei wurde anschaulich demonstriert, welche beeindruckenden Dämmeigenschaften durch Holz und moderne, zum größten Teil nachhaltige und fachgerecht eingesetzte Dämmstoffe erzielt werden können. Ein massiver Eisblock aus dem Weißensee blieb dabei über 75 Tagen komplett eingepackt und gedämmt. Bei der Öffnung der Konstruktion zeigte sich das Ergebnis: Sensationelle 80 Prozent der ursprünglichen Masse des Eisblocks waren noch vorhanden.
Den richtigen Riecher bei der zugehörigen Schätzfrage bewies der Schüler Julius Muhri mit einer exakten Punktschätzung und sicherte sich damit den Sieg bei der Eisblockwette.
Tag der offenen Tür
Wer sich selbst ein Bild von der privaten Holzausbildung machen möchte, ist zum Tag der offenen Tür am Samstag, 30. Mai 2026 von 09 bis 13 Uhr herzlich eingeladen. Interessierte erhalten Einblicke in Unterricht, Werkstätten, Internat und praxisnahe Schülerprojekte. Um 11 Uhr gibt es Infos zur Werkmeisterschule Holztechnik – Produktion sowie den LAP-Professional-Vorbereitungskurs für Erwachsene. (gh)