• Wie läuft das aktuelle Geschäftsjahr für das Baugewerbe? Gibt es Anzeichen einer Erholung oder wird 2026 wieder ein schwieriges Jahr?

Zu Jahresbeginn waren noch Anzeichen einer konjunkturellen Erholung erkennbar. Doch dann kam der Iran-Krieg und weitere geopolitische Verwerfungen. Dazu kommen hohe Energiekosten, hohe Lohnkosten und überbordende Bürokratie. Es ist daher leider davon auszugehen, dass auch 2026 ein herausforderndes Jahr bleibt.

  • Was stimmt Sie zuversichtlich, was nachdenklich?

Zuversichtlich stimmt mich, dass das Wifo vor kurzem ein Wirtschaftswachstum in Österreich von 1 Prozent für die Jahre 2026 und 2027 prognostiziert hat. Einschränkend muss ich aber festhalten, dass das Wifo die Bauwirtschaft dabei dezidiert ausgenommen hat und daher für unsere Branche von keinem Wachstum auszugehen ist. Zudem stimmt mich nachdenklich – wobei dieser Begriff noch eine Untertreibung ist – dass dringend notwendige baupolitische Maßnahmen oft an mangelnden politischen Willen scheitern. Dabei meine ich gar nicht einmal Maßnahmen, die dem Staat Geld kosten, sondern auch budgetneutrale Maßnahmen wie unter anderem zur Reduzierung von Baukosten oder von langwierigen Genehmigungs- und Bewilligungsverfahren. Vorschläge liegen am Tisch, sie müssen endlich umgesetzt werden.

Werbung
ALUMINIUM 2026 zeigt Lösungen für Handwerk und Bau
Vom Fassadenprofil bis zum Fensterrahmen – Aluminium ist im modernen Bauen längst unverzichtbar. Im Herbst kehrt die Weltleitmesse ALUMINIUM nach Düsseldorf zurück. Drei Tage für technologische Durchbrüche, Wissenstransfer und weltweite Geschäftskontakte.
mehr erfahren
  • Was erwarten Sie sich von der Politik? Welche Maßnahmen sollte sie dringend setzen, um die Bauwirtschaft zu unterstützen?

Wir brauchen ein ganzes Maßnahmen-Paket: raschere Verfahren, weniger Auflagen, verlässliche Wohnbau- und Sanierungsförderungen, kalkulierbare Rahmenbedingungen und Planungssicherheit. Außerdem müssen die Maßnahmen im Regierungsprogramm umgesetzt werden: unter anderem Wiedereinführung der Zweckbindung der Wohnbauförderung, die Reduktion der Baukosten durch eine Durchforstung der Baustandards sowie eine Neubewertung der Verbindlichkeit von Normen und Regelwerken. Die Politik muss den Worten endlich Taten folgen lassen, denn jeder investierte Euro in Bau und Sanierung schafft regionale Wertschöpfung, Arbeitsplätze, leistbaren Wohnraum und trägt zur Erreichung der Klimaziele bei.