„Wir sind mit der Entwicklung unseres Bereichs Rohrsysteme in Österreich sehr zufrieden.“ Aussagen wie diese von Manfred Priesching, Produktmanager Rohrsysteme bei Geberit Österreich, hört man in diesen Wochen in der Gebäudetechnik nicht allzu oft. Prieschnig führt den guten Geschäftsverlauf auf Produkte zurück, mit denen man den Puls der Zeit trifft – auch wenn der derzeit in vielen Bereichen der Branche etwas erratisch schlägt.
An Akzeptanz gewonnen
„Wesentliche Treiber sind dabei unsere Neuprodukte Geberit Mapress Therm für geschlossene Kreisläufe sowie das leistungsfähige Super Tube System für die Gebäudeentwässerung. Beide Systeme haben in den vergangenen Jahren deutlich an Marktakzeptanz gewonnen und decken einen realen Bedarf in der Praxis ab“, erläutert der Geberit-Produktmanager. „Eine weitere zentrale Innovation ist unser Versorgungsrohrsystem Geberit Flow Fit, das sich seit seiner Markteinführung nachhaltig etabliert hat. Flow Fit überzeugt immer mehr Installateure mit der einfachen und schnellen Verarbeitung, der hohen Systemsicherheit und dem reduzierten Werkzeugaufwand.“
Eigene Stärken
Bei Ke Kelit baut man auf die eigenen Stärken, um den aktuellen Herausforderungen an Markt zu begegnen. „Im Mittelpunkt stehen dabei die hohe Qualität und Innovationskraft der Produkte“, meint Verkaufsleiter Peter Graf. „Durch kontinuierliche Weiterentwicklung und den Fokus auf technisch hochwertige Lösungen gelingt es, sich auch in einem schwierigen Marktumfeld erfolgreich zu positionieren.“ Ergänzt werde dies durch eine ausgeprägte Kundenorientierung sowie einen starken Kundenservice, „wodurch langfristige Partnerschaften gestärkt und Wettbewerbsvorteile gesichert werden“.
Schwieriges Umfeld
Als schwierig darf man das Marktumfeld für die Bauwirtschaft und für die eng mit ihr verbundene Gebäudetechnik angesichts der aktuellen geopolitischen Krisen wohl mit Fug und Recht bezeichnen. „Die Entwicklung des Geschäfts mit Rohren und Verbindungstechnik in Österreich ist im laufenden Jahr stark von den aktuellen geopolitischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geprägt“, meint auch Ke Kelit-Vertriebschef. „Die anhaltenden Spannungen sowie allgemeine Unsicherheiten auf den Märkten führen zu einer spürbaren Zurückhaltung in der Bauwirtschaft. Es ist davon auszugehen, dass sich die Baukonjunktur deutlich abschwächen wird, was sich unmittelbar auch auf die Nachfrage nach entsprechenden Produkten auswirkt.“
Preise und Kunden schwanken
Die aktuellen Preisschwankungen an Markt haben auch Einfluss auf das Kaufverhalten der Kund*innen. „Zurzeit punkten in der Installationstechnik Legierungen, die von den weltweiten Preisschwankungen für Rohstoffe weniger stark betroffen sind“, berichtet Christian Andrä, Verkaufsberater NÖ/Wien beim Systemhersteller Viega. Derartige Materialien, so Andrä weiter, „bilden die Basis für wirtschaftliche Komplettsysteme, beispielsweise aus Edelstahl wie Viega Temponox oder auch Viega Sanpress Inox, die durch ihre Qualität, Korrosionsbeständigkeit und leichte Montage überzeugen und somit alle Kriterien erfüllen“.
Viega Temponox kam zum Beispiel bei einem Projekt im niederösterreichischen Hainfeld zum Einsatz. Dort wurden in der Gärtnerei Gauppmann rund 1,5 Kilometer Heizleitungen installiert. Beheizt werden Wandflächen, Tische und Regenablaufrinnen, um konstante Bedingungen im Gewächshaus zu schaffen. Die Wahl fiel dabei bewusst auf Temponox: „Durch die hohe Korrosionsbeständigkeit eignet sich das System besonders gut für dieses anspruchsvolle Umfeld“, erläutert Viega-Berater Andrä.
Verbindungen im Festspielhaus
Im Zuge eines der größten nachhaltigen Bauprojekte Vorarlbergs entschied man sich ebenfalls für Systeme aus dem Hause Viega. Dort werden das Festspielhaus und das neue Hallenbad in Bregenz mit Energie aus dem Bodensee über thermische Seewassernutzung beheizt und gekühlt. Für die Gebäudetechnik kommen Viega-Systeme aus Edelstahl zum Einsatz, die höchste Anforderungen an Hygiene, Effizienz und Langlebigkeit erfüllen. Während Sanpress Inox für eine hygienische Trinkwasserversorgung sorgt, wird für die Heizungs- und Kühlinstallation verwendet. Gemeinsam mit Haustechnik-Unternehmen Markus Stolz und den Stadtwerken Bregenz sei so „ein technisches Vorzeigeprojekt mit Vorbildwirkung“ entstanden, meint man bei Viega.
Heizen über die Decke
Neben den aktuellen geopolitischen Verwerfungen prägen Entwicklungen den Markt, die langfristiger Natur sind. „Ein klar erkennbarer Trend im Markt für Rohre und Verbindungstechnik ist die zunehmende Bedeutung von Heiz- und Kühlsystemen über die Decke. In diesem Segment zeigt sich eine sehr positive Entwicklung, da diese Lösungen sowohl im Neubau als auch in der Sanierung immer stärker nachgefragt werden“, meint Ke Kelit Verkaufsleiter Graf. Man nehme diesem Bereich „eine führende Rolle ein, insbesondere durch intensive Forschungs- und Entwicklungsarbeit sowie Produkte mit höchsten Leistungswerten“.
Ressourcen schonen
Darüber hinaus werden aus Sicht von Graf Themen wie Ressourcenschonung, Energieeffizienz und die Reduktion fossiler Brennstoffe immer wichtiger: „Innovative Systeme tragen dazu bei, den Energieverbrauch nachhaltig zu senken und gleichzeitig den Komfort zu erhöhen.“ Besonders gefragt sind dabei seiner Einschätzung nach abgehängte Deckensysteme zum Heizen und Kühlen, die sich flexibel in bestehende Gebäude integrieren lassen, sowie oberflächennahe Bauteilaktivierung, die vor allem im Neubau sehr Potenzial besitzen würden. Graf: „Insgesamt zeigt sich, dass nachhaltige und energieeffiziente Lösungen den Markt zunehmend prägen und weiter an Bedeutung gewinnen.“
Produkte, mit denen Ke Kelit hier am Markt punkten will, sind das abgehängte Deckenheiz- und Kühlsystem Clixofix G3, die oberflächennahe Bauteilaktivierung KC150B und die abgehängten Metall-Deckensegel, die laut Graf „neben sehr hohen Leistungen auch durch Gestaltungsfreiheit punkten“.
Sanierung und Neubau
Clixofix G3 kommt vor allem in der Sanierung und der Nachrüstung, aber auch im Neubau zum Einsatz. Es wird direkt unter die bestehende Decke montiert und ermöglicht somit eine einfache Integration ohne aufwendige Eingriffe in die Bausubstanz. „Ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal ist das patentierte Alox-Rohr mit Aluminium-Außenschicht“, so Graf. In Kombination mit Aluminiumleitblechen verfügt das System über eine sehr hohe Wärme- und Kälteübertragung. Dadurch arbeitet es sehr energieeffizient und eignet sich für den Betrieb mit Niedertemperaturquellen wie Wärmepumpen.
Sicher und schneller
Bei der oberflächennahen Bauteilaktivierung werden vorgefertigte Module direkt, oberflächennah, in die Betondecke integriert. Durch diese Verlegeart reagiert das System deutlich schneller als mittellagige Bauteilaktivierungen. Als besonderes technisches Highlight verweist Graf auf die eigens entwickelte Befestigungslösung: Die Schienen werden mittels Hightech-Kunststoffnägeln an der Schalung fixiert. Nach dem Betonieren lassen sich diese Nägel einfach und schnell unter der Betondecke entfernen. Graf: „Das sorgt nicht nur für ein Plus an Sicherheit, sondern auch für eine erhebliche Zeitersparnis auf der Baustelle.“
Das ist auch ein Stichwort, das bei Geberit ganz oben auf der Prioritätenliste steht. „Der Markt für Rohrsysteme ist seit Jahren klar von einem Thema geprägt: Zeitersparnis auf der Baustelle“, meint Produktmanager Priesching. „Da Zeit einer der entscheidenden Kostenfaktoren im Bauwesen ist, gewinnen Systeme an Bedeutung, die eine einfache, schnelle und sichere Verarbeitung ermöglichen.“
Fokus auf mehr Effizienz
Daher, so Priesching weiter, „haben sich Press- und Steckverbindungen in vielen Anwendungsbereichen weitgehend gegenüber geschweißten Verbindungen durchgesetzt“. Im Bereich der Trinkwasser- und Versorgungsleitungen liege der Fokus vor allem auf Effizienzgewinnen, etwa durch den Wegfall von Pressbackenwechseln oder Arbeitsschritten wie dem Entgraten. Geberit trage diesem Trend mit dem Flow Fit System Rechnung. In der Entwässerungstechnik zeige sich ein klarer Trend zu Steckverbindungssystemen, wo immer dies technisch möglich sei. In bestimmten Bereichen, in denen eine kraftschlüssige Verbindung erforderlich ist, bleibe das Schweißen jedoch weiterhin unverzichtbar.
Ein zweiter wesentlicher Trend wird aus Sicht des Geberit-Experten durch begrenzte Platzverhältnisse in der Haustechnik geprägt. „Je weniger Raum für Schächte und Verrohrung benötigt wird, desto mehr nutzbare Fläche steht für Verkauf oder Vermietung zur Verfügung“, erläutert Priesching. Genau hier setze die Super Tube Technologie an: „Sie reduziert den Platzbedarf sowohl durch den Wegfall von Umgehungsleitungen als auch durch kleinere Schachtquerschnitte.“
Technik für hohe Gebäude
Die Super Tube Technologie wurde speziell für die effiziente Entwässerung von mehrgeschossigen und hohen Gebäuden entwickelt. In Kombination mit den Abwassersystemen Geberit PE-HD und Geberit Silent-Pro kommt sie laut Priesching bereits in zahlreichen Hochhausprojekten weltweit zum Einsatz. Super Tube ist eine hydraulisch optimierte Abwassertechnologie, die den Bedarf an zusätzlichen Entlüftungsleitungen reduziert. Dadurch ermöglicht sie kleinere Schächte, weniger Umgehungsleitungen und eine deutlich bessere Raumnutzung. „Bei herkömmlichen Entwässerungssystemen müssen unerwünschte Luftabschlüsse und Rückströmungen durch separate Entlüftungsleitungen sowie anschlussfreie Zonen vermieden werden“, so Priesching. „Super Tube löst diese Herausforderungen systemisch und platzsparend.“





„Wir sind mit der Entwicklung unseres Bereichs Rohrsysteme in Österreich sehr zufrieden.“

„Durch kontinuierliche Weiterentwicklung und den Fokus auf technisch hochwertige Lösungen gelingt es, sich auch in einem schwierigen Marktumfeld erfolgreich zu positionieren.“

„Zurzeit punkten in der Installationstechnik Legierungen, die von den weltweiten Preisschwankungen für Rohstoffe weniger stark betroffen sind.“