Gute Akustik entsteht nicht zufällig. Sie ist das Ergebnis aus präziser Planung, fundierter Materialkenntnis und einem feinen Gespür für Raum und Klang. Die Tischlerei Hutter hat sich genau in diesem Spannungsfeld einen Namen gemacht. Was einst aus einer privaten Leidenschaft für Musik entstand, ist heute zu einem spezialisierten Tätigkeitsfeld gewachsen, das weit über klassische Tischlerarbeiten hinausgeht.

1949 im steirischen Birkfeld gegründet, wird Hutter Acustiy mittlerweile in dritter Generation von Elisabeth Hutter geführt. Über viele Jahrzehnte hinweg reichte das Leistungsspektrum von Möbeln bis zu Innenausbauten – ein breites Fundament, das bis heute die Basis des Unternehmens bildet. Der entscheidende Impuls für den Schwerpunkt Akustik kam aus persönlichem Interesse: „Musik und Klang faszinierten meinen verstorbenen Mann Armin schon früh“, so Elisabeth Hutter. „Aus ersten privaten Projekten entwickelte sich Schritt für Schritt ein eigenes Tätigkeitsfeld, das heute zu unseren Kernkompetenzen zählt.“ Und das kann sich sehen – oder vielmehr hören lassen: Vom privaten Musikzimmer bis hin zu internationalen Studiobauten und Bildungseinrichtungen reicht das Portfolio. „Man glaubt gar nicht, wo Akustik überall eine Rolle spielt“, erläutert Hutter. Geräusche, Sprache und Musik werden erst dann angenehm wahrgenommen, wenn Reflexionen gezielt gelenkt und störende Frequenzen reduziert werden. „Genau hier setzt unsere Expertise an: Räume werden so gestaltet, dass Klang klar, ausgewogen und natürlich wirkt – im Idealfall so, als würde man sich akustisch im Freien befinden.“

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Weltweit gefragt

Und diese Expertise ist mittlerweile weit über die Birkfelder Grenzen hinaus bekannt: „Wir realisieren Akustikprojekte vom Einfamilienhaus bis hin zum Tonstudio in Paris“. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor liegt dabei im ganzheitlichen Ansatz. Planung, Messung und Umsetzung erfolgen aus einer Hand, unterstützt durch speziell ausgebildete Akustiker und eine umfangreiche Materialdatenbank. Denn je nach Frequenzbereich reagieren Materialien unterschiedlich: Möbel beeinflussen tiefe Frequenzen, Fasermaterialien wirken im mittleren Bereich, textile Oberflächen im hohen Frequenzspektrum. Dieses Wissen entscheidet letztlich darüber, ob ein Raum nur gut aussieht – oder auch gut klingt.

Hutter Acustix zeichnete in Ebbs für sämtliche Tischlerarbeiten in punkto Raumakustik verantwortlich – von der Bühne bis zu Tanzsaal. © David Schreyer
© Huter Acustix

Akustische Gesamtkunstwerke

Ein besonders eindrucksvolles Beispiel für die Leistungsfähigkeit moderner Raumakustik ist die neue Landesmusikschule Untere Schranne in Ebbs in Tirol. Das Gebäude gilt als architektonisches Highlight und bietet rund 450 Schüler*innen eine neue Ausbildungsstätte auf höchstem Niveau. Die Aufgabe bestand darin, sämtliche Räume klanglich optimal auszustatten – von Probenräumen über Tanzsäle bis hin zu Bühnenbereichen. In der Umsetzung des Projekts ging es nicht nur um technische Funktion, sondern auch um gestalterische Integration. Holz und Sichtbeton prägen das Erscheinungsbild des Hauses, während akustisch wirksame Elemente gezielt in die Architektur eingebettet wurden. Besonders markant ist die große Holzkuppel im Treppenhaus, die nicht nur visuell beeindruckt, sondern auch akustisch eine wichtige Rolle spielt. Gerade in einer Musikschule treffen unterschiedlichste Klangwelten aufeinander – vom Einzelunterricht bis zum Ensemble. Entsprechend flexibel mussten die Lösungen gestaltet werden. Ziel war es, für alle Nutzergruppen eine Umgebung zu schaffen, die Konzentration fördert und Klangqualität spürbar verbessert.

Klangräume für höchste Ansprüche

Noch stärker im Fokus der akustischen Feinabstimmung stand ein Projekt in Niederösterreich: der Kammermusiksaal in Prein an der Rax. Hier entstand auf rund 160 Quadratmetern ein Konzertsaal, der gleichermaßen für musikalische Darbietungen wie für Seminare und Meisterkurse genutzt werden kann. Ein zentrales Element sind diagonal geknickte Deckensegel, deren Ausrichtung flexibel verändert werden kann. Ergänzt wird das System durch Absorberpaneele und Diffusoren, die Reflexionen gezielt steuern. Selbst Glasflächen lassen sich mittels beweglicher Holzlamellen akustisch kontrollieren. Neben der technischen Perfektion spielte auch die Gestaltung eine wichtige Rolle. Helle Eiche prägt Wände und Decken, während dunklere Holzarten für Boden und Bühne eingesetzt wurden. So entsteht ein Raum, der sowohl optisch als auch akustisch eine besondere Atmosphäre vermittelt – ein Ort, an dem Musik unmittelbar erlebbar wird.

Kammermusiksaal in Prein a. d. Rax: Eigens entwickelte und diagonal geknickte Deckensegel lassen in Kombination mit Wandpaneelen jeden Ton perfekt erklingen. © Rupert Steiner

Ruhe als Luxus

Neben großen Bauprojekten zeigt sich die Kompetenz von Hutter Acustix auch in kompakten Lösungen. Ein Beispiel dafür ist die Studiobox – eine vollständig aus Holz gefertigte Schallschutzkabine, die neue Möglichkeiten für konzentriertes Arbeiten und Regeneration eröffnet. Die Kabine basiert auf einem modularen System und erreicht eine Schalldämmung von bis zu minus 53 Dezibel – eine Reduktion der wahrgenommenen Lautstärke um weit mehr als 90 Prozent. Entwickelt wurde sie im Rahmen eines Forschungsprojekts gemeinsam mit internationalen Partnern aus der Akustikforschung. Besonders bemerkenswert ist der nachhaltige Ansatz: Die Konstruktion besteht nahezu vollständig aus heimischen Hölzern und wurde so konzipiert, dass sie flexibel eingesetzt werden kann – als Tonstudio, Rückzugsraum oder Schlafkabine. Letztere nennt sich übrigens Rosi – als Akronym für Room of Silence. „Gerade im medizinischen Bereich oder bei Menschen mit erhöhter Lärmempfindlichkeit eröffnet diese Lösung neue Perspektiven für Erholung und Konzentration“, erklärt Hutter. In nur wenigen Stunden aufgebaut, ist die Rosi eine Schlaf- und Genesungsbox, die mit absoluter Stille punktet. Und für die Unternehmerin ist die Rosi ein Projekt, das ihr ganz besonders am Herzen liegt: „Wir wohnen am Rande der Waldheimat und schauen den Tannen und Fichten beim Wachsen zu – für mich ist es ein Geschenk, dass wir aus diesem Holz Produkte herstellen können, die den Menschen helfen. Ganz egal, ob es ums Wohnen oder ums Arbeiten geht.“

Elisabeth Hutter,
Hutter Acustix

Für mich ist es ein Geschenk, dass wir aus Holz Produkte herstellen können, die den Menschen helfen.

Zukunftsthema Akustik

Mit aktuell 44 Mitarbeitenden, davon acht Lehrlingen und einem enorm starken Fokus auf Ausbildung zeigt die Tischlerei Hutter, wie sich traditionelles Handwerk erfolgreich weiterentwickeln kann. Die Kombination aus Werkstoffkompetenz, technischer Präzision und musikalischem Verständnis eröffnet neue Anwendungsfelder, die weit über den klassischen Möbelbau hinausgehen. Ob im Bildungsbereich, im Gesundheitswesen oder im privaten Wohnbau – immer mehr Menschen erkennen, wie sehr Klangqualität das Wohlbefinden beeinflusst. So entsteht eine Form des Handwerks, die weit über sichtbare Oberflächen hinausgeht. Und genau darin liegt die besondere Stärke moderner Akustiklösungen: Sie verbinden Technik und Emotion zu einem Erlebnis, das man nicht nur sieht – sondern vor allem hört. www.hutter.co.at ■

Die eigens gefertigten Kassettendecken sorgen für optimale Schallübertragung in der LMS Ebbs. © Hutter Acustix
Schallschutzkabine „Rosi“ ist ausschließlich aus Holz- und Holzwerkstoffen gebaut ist. Die Schalldämmung von bis zu minus 53 Dezibel sorgt garantiert für störungsfreie Ruhe. © Huter Acustix