Mitten im malerischen Mühlviertel ist die Tischlerei Böhm beheimatet – was als klassische Tischlerei begann, ist heute ein gefragter Spezialist für individuelle Einrichtungslösungen und anspruchsvolle Objektprojekte. Und wenn man mit Geschäftsführer Michael Böhm über Möbel spricht, merkt man schnell, dass individuelle Lösungen und Materialwissen nicht nur eine große Rolle spielen, sondern auch Teil der Unternehmens-DNA sind. Der Familienbetrieb, der heuer sein hundertjähriges Bestehen feiert, hat sich vom regionalen Tischlereibetrieb zu einem gefragten Partner für hochwertige Privat- und Objektprojekte entwickelt. Küchen, Wohnräume und Bäder gehören ebenso zum Portfolio wie Kindergärten, Arztpraxen, Schulen, Hotels oder öffentliche Einrichtungen. Gemeinsam ist all diesen Projekten der Anspruch, individuelle Lösungen zu schaffen.

Für den Kindergarten Mattsee wurden die Gruppen- und Bewegungsräume eingerichtet: Fichte in Massivholz sowie Echtholzfurnier trifft auf Holzwerkstoffplatten und Filze in unterschiedlichen Farben. © Markus Rohrbacher
© Markus Rohrbacher

Breites Spektrum

Ein Blick auf die Referenzliste zeigt schnell, wie breit das Spektrum der 1926 gegründeten Tischlerei Böhm heute ist. Neben privaten Wohnkonzepten finden sich darunter Einrichtungen für öffentliche Gebäude, Gesundheits- und Bildungseinrichtungen oder kulturelle Institutionen. Zu den namhaften Projekten zählen unter anderem Arbeiten für den Plenarsaal des österreichischen Parlaments, das Schauspielhaus Linz oder den Salzburger Landtag. Bei allen Projekten spielt Holz natürlich eine zentrale Rolle, längst jedoch nicht die einzige. Glas, Stein, Metall oder Kunststoffe werden ebenso selbstverständlich verarbeitet – und es ist gerade diese Materialvielfalt, die für Michael Böhm den Reiz der Arbeit ausmacht. Oft entstehen Projekte in enger Zusammenarbeit mit Architektinnen und Architekten, deren Entwürfe zunächst eher Vision als fertige Lösung sind. „Dabei setzen wir durchaus auch sehr herausfordernde Pläne in die Realität um“, so Böhm. Rund 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen derzeit – zwei Drittel des Umsatzes werden im Objektgeschäft erwirtschaftet, ein Drittel im klassischen Privatkundenbereich.

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Challenge accepted

Für Böhm ist diese Mischung ein entscheidender Erfolgsfaktor. Während einzelne Marktsegmente konjunkturellen Schwankungen unterliegen, sorgen mehrere Geschäftsfelder für Stabilität. Gleichzeitig ermöglicht die Betriebsgröße eine besondere Positionierung: groß genug für komplexe Projekte, klein genug für Flexibilität und individuelle Lösungen. Diese Balance zeigt sich auch in einem Versprechen, das in der Branche durchaus Aufmerksamkeit erzeugt: „Auftrag klar – in zwanzig Tagen lieferbar.“ Was zunächst wie ein ambitionierter Werbeslogan klingt, ist das Ergebnis jahrelanger Arbeit an Produktionsabläufen, Organisation und Prozessoptimierung. Standardmäßig durchläuft ein Auftrag die Fertigung innerhalb weniger Tage. Hinzu kommen Vorlaufzeiten für Materialbeschaffung und Planung. Das Ziel bleibt dennoch konstant – unabhängig davon, ob es sich um eine Küche, ein Einzelmöbel oder ein komplexes Objektprojekt handelt.

Neuer Standort

Dass diese Geschwindigkeit nur mit modernen Strukturen möglich ist, ist Michael Böhm bewusst. Deshalb investiert das Unternehmen derzeit so stark wie nie zuvor in seine Zukunft. In Rainbach entsteht aktuell ein neuer Produktionsstandort, der die Kapazitäten des Unternehmens nachhaltig erweitern soll. Auf einem rund 7.500 Quadratmeter großen Grundstück wird ein modernes Kompetenzzentrum für hochwertigen Möbelbau und innovatives Wohndesign errichtet. Die eigentliche Produktionsfläche umfasst rund 2.300 Quadratmeter, ergänzt durch Büro- und Ausstellungsflächen. Die Fertigstellung ist für das Frühjahr 2027 geplant. „Der Neubau markiert einen wichtigen Meilenstein für den Familienbetrieb“, so Michael Böhm. „Moderne Energiesysteme sollen den ökologischen Fußabdruck reduzieren, gleichzeitig schaffen neue räumliche Möglichkeiten Platz für Technologien, die bislang nicht eingesetzt werden konnten.“ Geplant sind unter anderem automatisierte Plattenlager, die Maschinen selbstständig mit Material versorgen und körperlich belastende Tätigkeiten deutlich reduzieren. Dabei verfolgt Böhm ein klares Ziel: Automatisierung soll Menschen nicht ersetzen, sondern entlasten. „Die Fachkräfte werden dort gebraucht, wo ihre Kompetenz tatsächlich gefragt ist – bei der Verarbeitung anspruchsvoller Materialien, bei Sonderlösungen und bei jener handwerklichen Detailarbeit, die keine Maschine übernehmen kann.“

Für die Konzeptküche TK’23 wurden ein frei schwebender Auszugtisch in eine Kücheninsel integriert: Die Fronten sind in Linear-Prägefront Nussbaum bzw. 12 Millimeter Keramikplatten umgesetzt. Sie schaffen mit dem Geräteschrank inklusive Vertikalschiebefront ein modernes und praktisches Gesamtbild. © Alexander Firmberger
© Alexander Firmberger
© Alexander Firmberger

Generation next

Der Blick nach vorne ist eng mit der Familiengeschichte des Unternehmens verbunden. Michael Böhm führt den Betrieb mittlerweile in vierter Generation. Dass sein beruflicher Weg einmal in die Tischlerei führen würde, zeichnete sich schon früh ab. Nach der Ausbildung an der HTL für Möbelbau folgte ein Studium im Bereich Design und Produktmanagement. Erfahrungen außerhalb des Betriebs sammelte er ebenso wie das notwendige Fachwissen für die spätere Übernahme. „Der Schritt zurück ins Familienunternehmen war dennoch keine Pflicht, sondern eine bewusste Entscheidung“, so Böhm. Vater Johann Böhm ist nach wie vor im Unternehmen aktiv und unterstützt bei operativen Entscheidungen und in der Angebotskalkulation. Erfahrung und frische Perspektiven arbeiten so Seite an Seite. Für Michael Böhm ist das kein Widerspruch, sondern eine Stärke. „Das Wissen der älteren Generation bleibt erhalten, gleichzeitig entstehen neue Ideen und Entwicklungen.“ www.boehmmoebel.at ■

Michael Böhm

Der Neubau markiert einen wichtigen Meilenstein für den Familienbetrieb.