Das Ziel war es, ein Werkzeug zu schaffen, das sich mit der Zeit weiterentwickelt und immer besser wird. Fast jährlich erhöhen seither kostenlose Updates die Benutzerfreundlichkeit und den Funktionsumfang der Origin. Seit der Umstellung auf die Gen 2 hat sich wieder einiges getan. Zubehör wie Benchpilot und Trace sind neu im Shaper Universum – Zeit für einen Praxistest.

Neu im Shaper-Universum

Abgesehen vom Benchpilot hat Shaper seit dem letzten Bericht im Tischler Journal 3/2023 weitere Neuheiten entwickelt. Neben Trace kam der Funk-Messschieber und das neueste Software-Update für 2026, „Napa“, hinzu. So wurde die Software der Origin von der im Jahr 2023 aktuellen Softwareversion „Kirby Cove“ auf die im Jahr 2024 aktuelle Version „Larkspur“ und 2025 auf die Version „Monterey“ upgedatet.

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Wie verhält sich das neue Zubehör nun im Zusammenspiel mit einer Gen 1, die seit Anfang 2020 in der Werkstatt regelmäßig im Einsatz ist? Sind die neuen Zubehörteile abwärtskompatibel? Wie funktioniert die Gen 1 mit dem neuen Zubehör? Wie verhalten sich die Neuheiten im Zusammenspiel mit der Gen 1?

Gewachsenes Produktsortiment

Informiert man sich auf der Internetseite von Shaper, wird man feststellen, dass das Angebot seit dem Verkaufsstart der ersten Origin stetig gewachsen ist. Jeder, der im Tischlerhandwerk arbeitet weiß, dass selten gleichbleibende Arbeiten anfallen. Sich immer wieder von neuem zu erfinden, das ist eine wichtige Voraussetzung für lösungsorientiertes Arbeiten. Und genauso verhält es sich mit dem Shaper-Universum. Hier entstehen in enger Zusammenarbeit mit den Kunden neue Anwendungen und Lösungen, die die Origin noch vielseitiger einsetzbar machen. So wurden neben neuen Softwarelösungen auch neue Zubehörteile entwickelt, die den Einsatz der ersten handgeführten CNC-Oberfräse noch einfacher und ressourcenschonender machen.

Benchpilot im Einsatz beim Fräsen einer Treppenwange. Auch lange Werkstücke können so bearbeitet werden. © Shaper

Trace: der Rahmen für freie Formen

Es gibt Aufgaben, die lassen sich nicht einfach im CAD-Programm als SVG-Datei umsetzten. So sind es freie natürliche Formen, aber auch Stilelemente aus dem Denkmalbereich, die man beispielsweise hier anführen könnte. Oder Sonderformen, die nur sehr aufwendig mit Software umgesetzt werden können. Hier hilft Trace. Werden freie Formen auf einem weißen Hintergrund abgebildet und innerhalb von Trace fotografiert, lassen sich so fräsbare SVG-Dateien generieren und fräsen. Auch das Vergrößern, Verkleinern bzw. Anpassen ist laut Aussage des Herstellers problemlos möglich. Der zum Zeichnen erforderliche Fineliner direkt mitgeliefert. Weiterhin wird mit dem Funk-Messschieber ein Messwerkzeug angeboten, dass die gemessenen Maße gleich an Origin überträgt. So lassen sich Zahlendreher oder andere Messfehler vermeiden.

Auch die GEN1 fräst solide im Zusammenspiel mit Benchpilot. © Böning

Benchpilot: freihändig fräsen wie von Geisterhand

Wer wiederholt das System Origin genutzt hat, weiß die Vorteile der CNC-Freihandfräsung zu schätzen. Fallen jedoch des Öfteren wiederkehrende Fräsarbeiten an, musste die Maschine immer von Hand geführt werden. Ähnlich wie beim Fräsen von Hand ist der personelle Zeitaufwand entsprechend hoch. Genau an diesem Punkt setzt der Benchpilot an. Dieses Zubehör ist so konstruiert, dass man sowohl mit oder ohne Workstation arbeiten kann. So ergeben sich die nachfolgenden maximalen Bearbeitungsmaße: Kommt die Workstation zum Einsatz, verfügt Origin über einen maximalen Arbeitsbereich von 460 Millimeter mal 280 Millimeter, ohne Workstation wird ein Bereich von 460 Millimeter mal 445 Millimeter abgedeckt.

Es kann eine maximale Materialdicke von 50 Millimeter bearbeitet werden. Und wer geschickt vorgeht, kann das Werkstück durch das Fräsen entsprechender Anlegepunkte weiterschieben und so auch Werkstücke über die 445 Millimeter hinaus bearbeiten.

Als Basis für eine stirnseitige Bearbeitung oder kleine Werkstücke dient die Workstation. Sie wird bei oben genannten Fräsaufgaben ein wichtiger Grundbestandteil des Benchpilot. Wer bereits über eine Workstation verfügt, kann diese weiterverwenden. Hierfür sind Produktpakete mit inkludierter Workstation, aber auch ohne dieser erhältlich.

Vollends überzeugt

Änderungen im Motiv konnten ebenfalls an der Origin vorgenommen werden. © Böning
© Böning

Benchpilot lässt sich mit der Aufbauanleitung in kurzer Zeit zusammenbauen und kann auf einer Platte oder einem Arbeitstisch fest montiert werden. Dabei kann die Origin jederzeit aus dem System entfernt und wie gewohnt genutzt werden. Bereits beim Zusammenbau kann man den technischen Aufwand hinter Benchpilot erahnen. Mehrere Zahnriemen ermöglichen die äußerst präzise Führung der Origin. Diese wird ähnlich wie bei einer großen CNC-Maschine in X-Y-Richtung automatisch verschoben.

Nach einem ersten Test lässt sich die Begeisterung für dieses neue Zubehör kaum unterdrücken. Die Maschine arbeitete ihre Aufgaben solide ab. Fräszeiten im Testbetrieb von bis zu vierzig Minuten können normalerweise mit Handvorschub schon richtig lang werden. Hier arbeitet die Maschine mit der Unterstützung von Benchpilot weitaus präziser und zielgerichteter als bei einer Führung mit der Hand, der Arbeitsaufwand reduziert sich erheblich. Gut gelöst ist außerdem die Möglichkeit, unterschiedliche Bearbeitungen in der Grafik zuzuordnen. So konnte die Testgrafik als Tasche oder Linie in unterschiedlichen Frästiefen und Abständen bearbeitet werden. Auch die Arbeit mit der ersten Generation der Origin war kein Problem. Inwieweit sich zukünftig der erste Eindruck von Benchpilot im Werkstattalltag bestätigt, wird sich im Praxiseinsatz zeigen. www.shapertools.com