Für den Österreichischen Staatspreis Architektur und Nachhaltigkeit wurden in diesem Jahr 65 Projekte aus ganz Österreich eingereicht. Die Auszeichnung wird bereits zum neunten Mal vergeben. Eine unabhängige Jury wählte zunächst 13 Projekte aus, die im Rahmen einer Juryreise vor Ort besichtigt wurden. Sieben davon schafften es schließlich auf die Nominierungsliste.

Im Mittelpunkt der Bewertung stehen sowohl die architektonische Qualität als auch die Nachhaltigkeit der Bauvorhaben. Besonderes Augenmerk gilt dem Bauen im Bestand, der Wiederverwendung von Materialien, dem Einsatz erneuerbarer Energien und sozialen Aspekten. Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner sieht darin wesentliche Bestandteile einer zukunftsfähigen Baukultur in Österreich.

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Diese sieben Projekte sind nominiert

Vier der nominierten Projekte befinden sich in Wien, jeweils eines in Niederösterreich, Salzburg und Vorarlberg:

  • Francis im Althan Quartier (Wien): Sanierung und Weiterentwicklung eines Bestandsgebäudes für eine gemischte Nutzung
  • Sport Arena Wien (Wien): Ersatzneubau mit Nachverdichtung und Schwerpunkt auf Kreislaufwirtschaft
  • Parcours – Wohnen in Bewegung (Wien): Wohnneubau mit sozialem Anspruch
  • Volksschule Molitorgasse (Wien): Sanierung und Weiterentwicklung eines denkmalgeschützten Gebäudes
  • Firmenzentrale Windkraft Simonsfeld (Niederösterreich): Erweiterung eines bestehenden Gebäudes
  • Gnice – Wohnen am Eichetwald (Salzburg): Wohnneubau im Plus-Energie-Quartier-Standard
  • Posthus Egg (Vorarlberg): Ersatzneubau und Neugestaltung der Dorfmitte

Die Bekanntgabe der ausgezeichneten Projekte erfolgt im November im Rahmen einer Veranstaltung in Wien.

Nachhaltigkeit und Architektur gemeinsam bewertet

Juryvorsitzender Matthias Hein hebt insbesondere den Umgang mit bestehenden Gebäuden, die Einbettung in die Umgebung sowie Fragen der Kreislauffähigkeit und Nachnutzung hervor. Auch die Materialwahl spiele bei den eingereichten Projekten eine wesentliche Rolle. „Viele Projekte zeigen zudem, dass bereits mit vergleichsweise kleinen, präzise gesetzten Maßnahmen eine große Wirkung erzielt werden kann“, so Hein.

Die sechsköpfige Jury setzt sich zu gleichen Teilen aus Fachleuten der Architektur und der Nachhaltigkeit zusammen. Beide Bereiche werden in sämtlichen Bewertungsschritten gleichwertig berücksichtigt. Zudem verfügen beide Fachgruppen über ein Vetorecht bei der Auswahl. Als Grundlage für die Nachhaltigkeitsbewertung dienen die Anforderungen des österreichischen klimaaktiv-Gebäudestandards. Dieser berücksichtigt unter anderem Energieeffizienz, Baustoffe, Komfort und die Qualität der Planung und Ausführung.