Am 14. Oktober wurden die diesjährigen Auszeichnungen für „Vorbildliches Bauen in Niederösterreich“ vergeben. Die prämierten Projekte umfassen Wohnanlagen, einen Kindergarten, ein Betriebsrestaurant, eine Aufbahrungshalle sowie Kultur-, Gemeinde- und Betreuungseinrichtungen. Auch die Sanierung und Erweiterung eines historischen Bauernhauses wurde gewürdigt.

Die seit 1955 bestehende Auszeichnung berücksichtigt neben gestalterischen und funktionalen Kriterien den schonenden Umgang mit Grund und Boden sowie Ressourcen. „Vorbildlich bauen heißt für mich, Qualität, Leistbarkeit und Nachhaltigkeit zu vereinen. Unser Ziel sind lebenswerte Räume, die den Bedürfnissen der Menschen gerecht werden und zugleich verantwortungsvoll mit Grund und Boden sowie unseren Ressourcen umgehen“, sagte die niederösterreichische Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister bei der Verleihung in St. Pölten. Sie überreichte die Auszeichnungen in Vertretung von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.

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WICONA: Fenstersanierung im laufenden Betrieb
An der Eschersheimer Landstraße 60–62 in Frankfurt wurde die Fassade eines elfgeschossigen Bürogebäudes im laufenden Betrieb saniert. Zum Einsatz kam dabei ein projektspezifisch zugeschnittener Sanierungsflügel.

Wohnbau und Bildungsbauten mit Holz und Wärmepumpen

In Langenlois wurde eine Reihenhausanlage mit acht Atriumhäusern ausgezeichnet. Die L-förmigen Baukörper umschließen private Gärten und ermöglichen eine verdichtete Flachbauweise. Weiße Putzflächen und Sichtbeton prägen die Gestaltung. Zur Gebäudetechnik gehören Wärmepumpe, Sommerkühlung und Photovoltaik. Geplant wurde die Anlage von Architekt Christian Galli aus Krems an der Donau, Bauherrin ist die Gemeinnützige Donau-Ennstaler Siedlungs-AG.

Reihenhausanlage in Langenlois
Reihenhausanlage in Langenlois © Werner Jäger

Die Wohnanlage „Mitten in Gablitz“ von Treberspurg & Partner Architekten aus Wien besteht aus drei dreigeschossigen Baukörpern, die sich um einen gemeinschaftlichen Grünraum gruppieren. Holz kommt an den Fassaden und in den Innenräumen zum Einsatz. Die Energieversorgung erfolgt mit Tiefensonden-Wärmepumpen. Bauherrin sind die Österreichischen Bundesforste.

Mitten in Gablitz in Gablitz .
Mitten in Gablitz in Gablitz © Hertha Hurnaus

Ebenfalls prämiert wurde der Kindergarten am Campus des Institute of Science and Technology Austria (ISTA) in Klosterneuburg. Work Space Architekten aus Wien planten einen Holzbau mit polygonalem Grundriss am oberen Bereich des abfallenden Geländes. Im Inneren gliedern Cluster die Räume. Eine Tiefensonden-Wärmepumpe gehört zum Gebäudetechnikkonzept. Auftraggeber ist das Land Niederösterreich, Abteilung Gebäude- und Liegenschaftsmanagement.

Kindergarten ISTA in Klosterneuburg
Kindergarten ISTA in Klosterneuburg © Schreyer David

Für das Sozialpädagogische Zentrum in Korneuburg entwarf das Atelier Thomas Pucher aus Graz drei ringförmig angeordnete Baukörper mit einem verbindenden, geschwungenen Dach. Sie umschließen einen begrünten Innenhof. Holz, großzügige Verglasungen und Beschattungslamellen bestimmen das Erscheinungsbild. Der vorhandene Altbaumbestand wurde in das Konzept einbezogen. Bauherr ist das Land Niederösterreich, Abteilung Gesundheitsstrategie.

Sozialpädagogisches Zentrum in Korneuburg
Sozialpädagogisches Zentrum in Korneuburg © Simon Oberhofer

Bestand erhalten und neue Nutzungen ermöglichen

Bei der ehemaligen Synagoge in St. Pölten verbindet das Projekt von Architekt Wolfgang Pfoser aus St. Pölten eine denkmalgerechte Sanierung mit einem eingeschossigen Zubau. Dieser nimmt Eingang, Kassa, Shop und Nebenräume auf und ermöglicht eine barrierefreie Erschließung. Die instandgesetzte Wandornamentik sowie neue Licht- und Tontechnik unterstützen die Nutzung als Veranstaltungs-, Ausstellungs- und Gedenkstätte. Bauherrin ist die Niederösterreichische Museum Betriebsgesellschaft.

Ehemalige Synagoge in St. Pölten
hemalige Synagoge in St. Pölten © Pfoser ZT

Das „Quartier Wolkersdorf“ ging aus den Räumen der Pfarre und dem Veranstaltungssaal der Gemeinde hervor. Für den Umbau wurde der Bestand bis auf die tragende Struktur freigelegt. Die beiden Nutzungsbereiche sind funktional getrennt, lassen sich bei Bedarf aber gemeinsam betreiben. Wiederverwendete Materialien, eine neue Keramikfassade sowie Fernwärme, Photovoltaik und Batteriespeicher gehören zum Projekt. Die Planung stammt vom Atelier Deubner Lopez aus Gänserndorf, Bauherrin ist die römisch-katholische Pfarre Wolkersdorf.

Quartier Wolkersdorf in Wolkersdorf
Quartier Wolkersdorf in Wolkersdorf © Michael Baumgartner KiTO

Beim Projekt „Häusl“ in Miesenbach bildeten Schäden durch drückendes Hangwasser den Ausgangspunkt für den Eingriff in ein nahezu 200 Jahre altes Bauernhaus. Die hangseitige Außenwand musste abgebrochen werden. Ein Sichtbetonzubau sichert nun den Hang und erweitert den Wohnraum. Im Inneren treffen weiß gekalkte Bestandsflächen auf sandgestrahlten Beton. Verantwortlich für die Planung ist Steinbauer Architektur+Design aus Wiener Neustadt. Bauherrschaft sind Raphaela und Peter Varga.

Häusl in Miesenbach
Häusl in Miesenbach © MW-Architekturfotografie

Betriebsrestaurant und konfessionsneutrale Aufbahrungshalle

Das Betriebsrestaurant des Luft- und Raumfahrttechnologieunternehmens Test-Fuchs in Groß Siegharts wurde von Arkform aus Linz geplant. Großzügige Verglasungen und ein weit auskragendes Dach prägen den Baukörper. Im Inneren kommen Sichtbeton, geschliffener Estrich und eine dunkle Holzrippendecke zum Einsatz. Bauherrin ist Test-Fuchs.

Test Fuchs Betriebsrestaurant in Groß Siegharts
Test Fuchs Betriebsrestaurant in Groß Siegharts © Andreas Balon

Die neue Aufbahrungs- und Zeremonienhalle in Traismauer stammt von Architekt Karl Stefan aus Wien. Der konfessionsneutral konzipierte Bau am Friedhofsrand hat eine geschwungene Form und eine anthrazitfarbene Außenhülle. Im Inneren bleibt die Holzkonstruktion sichtbar. Auftraggeberin ist die Stadtgemeinde Traismauer.

Aufbahrungshalle in Traismauer
Aufbahrungshalle in Traismauer © Arch. Stefan