Die Produktionsleistung der Porr lag im ersten Halbjahr 2026 bei 3.167 Millionen Euro und damit auf dem Niveau des Vorjahres. Der Auftragsbestand erhöhte sich um 4,4 Prozent auf 9.839 Millionen Euro. Damit sieht sich das Unternehmen nach eigenen Angaben für die kommenden eineinhalb Jahre gut ausgelastet.
Der Auftragseingang ging aufgrund eines hohen Vergleichswerts aus dem Vorjahr auf 3.466 Millionen Euro zurück. Gleichzeitig befanden sich zum Ende des Berichtszeitraums mehrere größere Projekte in der finalen Ausschreibungs- oder Angebotsphase. Im Juli und August konnten davon Aufträge im Wert von rund 200 Millionen Euro im deutschen Wohn- und Industriebau fixiert werden.
Neue Aufträge in mehreren Märkten
Zu den größeren Neuaufträgen im ersten Halbjahr zählt ein 13 Kilometer langer Abschnitt der Westumfahrung von Szczecin zwischen Kołbaskowo und Dołuje in Polen. In Deutschland errichtet die Porr am X-FAB-Standort in Erfurt eine Chipfabrik für das Projekt Fab4Micro. In Österreich erhielt das Unternehmen unter anderem Aufträge für den Neubau der Psychiatrie in der Klinik Favoriten und die Wohnhausanlage Lil-y am See. In Rumänien übernimmt die Porr die Revitalisierung des Traian-Platzes in Timișoara.
Zusätzlich erhielt die Porr einen Rahmenvertrag der deutschen Bundeswehr im Zusammenhang mit dem German Armed Forces – Contractor Augmentation Program (G-CAP) im Umfang von 270 Millionen Euro. Für den deutschen Infrastrukturbau erwartet das Unternehmen ab Oktober eine steigende Ausschreibungs- und Vergabetätigkeit mit einem potenziellen Gesamtvolumen von bis zu 1,5 Milliarden Euro. In Polen kam nach dem Berichtszeitraum ein weiterer Infrastrukturauftrag über 180 Millionen Euro hinzu.
„Das erste Halbjahr 2026 war für die PORR ein äußerst dynamisches. Wir konnten uns über eine Reihe von bedeutenden Neuaufträgen freuen, die zeigen, wie breit wir mit unserem Portfolio in allen Heimmärkten aufgestellt sind“, sagt Karl-Heinz Strauss, CEO der Porr in Wien. Zur weiteren Auftragslage erklärt Strauss: „Unsere Pipeline ist voll und wir haben noch viele weitere Projekte in Aussicht.“
Ergebnis trotz Umsatzrückgang verbessert
Der Umsatz ging im ersten Halbjahr witterungsbedingt um 1,1 Prozent auf 2.925 Millionen Euro zurück. Besonders der Hochbau startete aufgrund des starken Winters später in die Bausaison. Im Tiefbau entwickelte sich die Leistung hingegen positiv. Gleichzeitig verbesserte sich das Betriebsergebnis (EBIT) um 15,6 Prozent. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) stieg um 26,8 Prozent auf 49,2 Millionen Euro. Der Aufwand für Material und bezogene Leistungen sank um 58,8 Millionen Euro auf 1.882,6 Millionen Euro. Das Periodenergebnis erhöhte sich um 23,9 Prozent auf 36,4 Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie lag mit 0,71 Euro um 34 Prozent über dem Vorjahreswert. „Die aktuelle Ergebnisentwicklung bestätigt unseren Kurs“, sagt Strauss.
Eigenkapital steigt trotz höherer Nettoverschuldung
Die Bilanzsumme lag zum 30. Juni 2026 bei 4.725,8 Millionen Euro und damit um 3,2 Prozent über dem Vorjahresultimo. Die Nettoverschuldung erhöhte sich auf 460,6 Millionen Euro, nachdem sie zum 30. Juni 2025 bei 301,4 Millionen Euro gelegen hatte. Als Gründe nennt die Porr unter anderem Investitionen in Unternehmenszukäufe und Sachanlagen. Das Eigenkapital stieg um 92 Millionen Euro auf 946 Millionen Euro. Trotz einer höheren Dividendenausschüttung blieb die Eigenkapitalquote mit 20 Prozent auf dem Niveau des Vorjahres.
Ausblick mit Wachstum bei Leistung und Umsatz
Für die kommenden Monate erwartet die Porr vor allem aus dem Tiefbau eine anhaltend dynamische Auftragslage. Investitionen in Energieinfrastruktur, Wasserwirtschaft und Bahnbau sowie nationale und europäische Investitionsprogramme sollen die Nachfrage stützen. Im Hochbau rechnet das Unternehmen mit einer weitgehend stabilen Entwicklung und Impulsen aus Gesundheit, Bildung und Logistik. Der Wohnbau bleibt laut Porr trotz des bestehenden Bedarfs an leistbarem Wohnraum der schwächste Bereich.
„Wir vertiefen unser Portfolio in zukunftsträchtigen Bereichen wie Gesundheitsbau, Data Center, leistbarem Wohnraum und dem schlüsselfertigen Industriebau. Gemeinsam mit unserem Fokus auf selektive Auftragsakquisition sorgt das für positive Ergebnisaussichten im weiteren Jahresverlauf“, sagt Strauss. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet der Vorstand ein Wachstum bei Leistung und Umsatz von zwei bis vier Prozent. Die EBIT-Marge soll zwischen 3,2 und 3,3 Prozent liegen.