Die Erneuerbare Energiegemeinschaft (EEG) Smartcity Baumgarten in Wien-Penzing zählt laut einer Mitteilung der Projektverantwortlichen zu den fünf ausgezeichneten Best-Practice-Energiegemeinschaften 2026 in Österreich. Das Projekt verbindet die gemeinsame Nutzung von Sonnenstrom mit einer liegenschaftsübergreifenden Wärme- und Kälteversorgung auf Basis von Erdwärme.
Das Quartier umfasst Gebäude aus unterschiedlichen Epochen, darunter ein Gründerzeit-Zinshaus. Bis 2024 erfolgte die Wärmeversorgung über dezentrale Gas-Etagenheizungen. Ein Neubau in einer Baulücke eröffnete die Möglichkeit, benachbarte Gebäude über ein gemeinsames Niedertemperaturnetz zu verbinden und die Energieversorgung umzustellen.
Sanierung senkt den Energiebedarf
Grundlage des Konzepts war die gemeinsame Planung und Umsetzung einer energetischen Sanierung der Bestandsgebäude. Nach Angaben der Projektverantwortlichen sank der Heizenergiebedarf durch die thermische Verbesserung um mehr als 90 Prozent. Die Energiekosten der Bewohnenden seien im Mittel um über 70 Prozent zurückgegangen.
Die Versorgung übernehmen 24 Erdsonden mit jeweils 150 Metern Tiefe. Über das sogenannte Anergienetz, ein Netz zum Austausch von Wärme auf niedrigem Temperaturniveau, sind sie mit Sole-Wärmepumpen in vier Liegenschaften verbunden. Diese stellen in den einzelnen Häusern die Wärme für Heizung und Warmwasser bereit. Das Erdreich dient zugleich als thermischer Speicher. Im Sommer wird Wärme in den Untergrund zurückgeführt, um das Erdsondenfeld zu regenerieren. Außerdem lässt sich das System zur Kühlung der Gebäude nutzen.
Sonnenstrom für Gebäude und Nachbarschaft
Photovoltaikanlagen auf Dächern und an Fassaden liefern Strom für den Betrieb der Haustechnik sowie für Wohnungen und Allgemeinbereiche. Überschüsse werden innerhalb der Energiegemeinschaft verteilt.
An der Stromgemeinschaft können sich auch weitere Haushalte und Betreiber von Photovoltaikanlagen in Penzing beteiligen. Voraussetzung ist laut Aussendung ein Netzanschluss im Versorgungsbereich des Umspannwerks Penzing. Damit reicht die gemeinsame Nutzung des lokal erzeugten Sonnenstroms über die vier miteinander verbundenen Liegenschaften hinaus.
Das Demonstrationsprojekt soll zeigen, wie sich unterschiedliche Gebäudetypen im dicht bebauten Bestand gemeinsam versorgen lassen. Als mögliches Einsatzgebiet nennen die Projektverantwortlichen insbesondere Stadtquartiere außerhalb des Fernwärmenetzes.
