Im Nachfeld des Sanierungsgipfels 2026 haben mehrere teilnehmende Verbände einen offenen Brief an Vizekanzler und Bundesminister für Wohnen Andreas Babler übermittelt. Darin fordern sie, im Zuge der aktuellen Reform des Mietrechtsgesetzes gezielte Sanierungsanreize zu schaffen und die Aktivierung des Gebäudebestands deutlich zu erleichtern.

Vor dem Hintergrund angespannter öffentlicher Budgets fokussieren die unterzeichnenden Organisationen laut eigenen Angaben auf Maßnahmen, die keine zusätzliche direkte Belastung des Staates erfordern. Diese stellten aber wesentliche Hebel für Sanierung, Dekarbonisierung, Wohnqualität und zusätzlichen Wohnraum dar.

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„Die umfassende Sanierung des österreichischen Wohnungsbestands wird nur dann gelingen, wenn die rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen grundlegend verbessert werden“, heißt es im offenen Brief. Die Praxis zeige deutlich, dass umfassende Sanierungen im Wohnbau unter den derzeitigen mietrechtlichen Rahmenbedingungen wirtschaftlich vielfach nicht darstellbar seien.

Konkrete Forderungen an den Gesetzgeber

Die unterzeichnenden Verbände fordern einen Sanierungsanreiz im Mietrechtsgesetz für umfassend generalsanierte Altbauten mit hohem energetischem Standard. Gebäude, die nach einer umfassenden Sanierung einen zeitgemäßen und besonders niedrigen Energieverbrauch beziehungsweise ein hohes Energieeffizienzniveau erreichen, sollen künftig mietrechtlich wie Neubauten behandelt werden. Damit verbunden ist die Forderung, solche Objekte aus dem Richtwertsystem herauszunehmen.

Darüber hinaus braucht es aus Sicht der unterzeichnenden Organisationen mehr Rechtssicherheit für Eigentümer, Investoren und Mieter, damit Sanierungen planbar, finanzierbar und sozial verträglich umgesetzt werden können. Auch die Länder sollen demnach aktiv eingebunden werden, um Nachverdichtung, Aufstockungen, Dachgeschoßausbauten und Bestandsaktivierung baurechtlich zu erleichtern.

„Sanierung darf nicht an einem Mietrecht scheitern, das Investitionen in den Bestand wirtschaftlich verhindert“, betonen die unterzeichnenden Verbände im offenen Brief. Ohne entsprechende Anpassungen fehle der zentrale wirtschaftliche Anreiz, in großem Umfang in den Bestand zu investieren.

Mitunterzeichnende Organisationen

Der offene Brief wurde laut den Angaben von mehreren am Sanierungsgipfel beteiligten Verbänden erarbeitet. Darunter sind unter anderem die Bundesinnung Bau, der Fachverband der Immobilien- und Vermögenstreuhänder, die Österreichische Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen, der Forschungsverband der österreichischen Baustoffindustrie sowie die Qualitätsplattform Sanierung.