46 Pfeiler mit einer Höhe von bis zu 65 Metern verteilt auf einer Länge von 1.800 Metern: Mit ihren imposanten Abmessungen ist die Luegbrücke die längste Brücke der A 13 Brenner Autobahn. 32.000 Fahrzeuge nutzen die Verbindung täglich. Nach mehr als 55 Jahren wird das Bestandsbauwerk schrittweise ersetzt. Die extreme Hanglage und die komplexen geologischen Verhältnisse stellen das Baukonsortium aus Porr und Strabag vor erhebliche technische Herausforderungen. Dabei setzt es auf Schalungstechnik aus Österreich. Genauer: aus Amstetten, vom heimischen Schalungskonzern Doka.

Eindrucksvolle Projekte

Die Luegbrücke ist eines von zahlreichen eindrucksvollen Projekten, an denen die Schalungsanbieter derzeit beteiligt sind. Auch sie sind von der hartnäckigen Flaute im Wohnbau betroffen, aber es gibt Highlights, die das teilweise kompensieren. Dazu zählen komplexe Infrastrukturvorhaben, vom Brückenbau bis zu Regenwasserbecken, und spektakuläre Vorhaben im Hochbau, von ganzen Wohnquartieren bis zu aufwendigen Bürogebäuden. Dabei können die Schalungsanbieter ihre Kompetenz zeigen.

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Central Business Tower in Frankfurt
Central Business Tower in Frankfurt: Wird die Nummer fünf unter Deutschlands Hochhäusern. © Doka

Beim Neubau der Luegbrücke ist Doka gefragt. Hier entsteht zunächst talseitig das erste neue Tragwerk. Die dafür erforderlichen 46 Pfeiler bilden die tragende Grundlage der neuen Verbindung. Doka liefert die Schalungslösung für ihre Herstellung. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus der Rahmenschalung Framax Xlife und der Kletterschalung MF240.

Starke Partner

„Die Neuerrichtung der Luegbrücke ist eines der anspruchsvollsten Infrastrukturprojekte Österreichs. Umso wichtiger sind starke Partner, auf deren Lösungen und Expertise wir uns im Arge-Verbund verlassen können. Doka leistet mit den eingesetzten Schalungssystemen einen wesentlichen Beitrag zur sicheren und termingerechten Herstellung der Pfeiler“, lobt Franz Redl, Vorstandsmitglied von Strabag Österreich. „Bei meinem jüngsten Besuch auf der Baustelle konnte ich mir selbst ein Bild von den Dimensionen des Vorhabens machen. Das Zusammenspiel von Planung, Ausführung und innovativen Lösungen funktioniert hier auf höchstem Niveau.“

205 Meter

Hoch ist auch ein Schlagwort, das bei einem Projekt in der deutschen Finanzmetropole Frankfurt angemessen erscheint. Dort entsteht der 205 Meter hohe „Central Business Tower“. Er wird nach seiner Fertigstellung den benachbarten Main Tower als Nummer fünf der höchsten Hochhäuser Deutschlands ablösen. Das Bauwerk verbindet Teile des historischen Bestandsgebäudes aus dem Jahr 1892 mit moderner Hochhausarchitektur. Mit der Schalungslösung für das Großprojekt betraute Generalunternehmer Züblin Doka.

Der Betonkern des 130 Jahre alten Stadthauses wurde im Zuge des Umbaus erneuert, nachdem man vorher die historische Fassade und Schalterhalle aus Sandstein restauriert hatte. Der Tower selbst beherbergt drei Hochhauskerne. Nord- und Südkern klettern voraus, sodass Wände und Decken des Mittelkerns dazwischen mitklettern können.

Blick auf den Kern

Schalungstechnisch setzt man hier auf die Plattform SCP und Ausfahrbühnen von Doka. Sie versorgen die Baustellenmannschaft mit Material, das nicht auf den Decken gelagert werden kann: Star­ke Hy­drau­lik­zy­lin­der he­ben Plattform, Scha­lung und Ma­te­rial­con­tai­ner in nur ei­nem Hub in den nächs­ten Be­to­nier­ab­schnitt. Die West- und Ostfassaden weisen zudem jeweils drei Versprünge in der Vertikalen auf. Auf den Stockwerken 16, 29 und 41 verschlankt sich der Turm um einige Meter und gibt zunehmend den Blick auf den lichtdurchfluteten mittleren Hochhauskern frei. Um die Sicherheit bei der Herstellung der Deckenränder gewährleisten zu können, müssen die Schutzschildeinheiten in diesen Bereichen durch eine Strebenkonstruktion gehalten werden.

Village im Dritten
Baukörper mit sieben Stockwerken im Village im Dritten: Hohe Anforderungen an die Schalung. © Ringer

Während man in Frankfurt in die Höhe baut, entsteht mit dem Village im Dritten eines der wichtigsten innerstädtischen Stadtentwicklungsgebiete Wiens. Auf einem Areal von rund elf Hektar entsteht ein neues, gemischt genutztes Quartier mit rund 22 Bauplätzen: Es bietet 250.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche, einen zwei Hektar großen Park, Wohnungen, Büros, Gewerbeflächen, Nahversorgung sowie Bildungs- und Betreuungseinrichtungen.

Bis zu 65 Zentimeter

Mitten in diesem groß angelegten Entwicklungsgebiet realisiert der Swietelsky-Konzern einen Baukörper mit sieben Stockwerken in zwei Bauabschnitten. Die Ausführung in Skelettbauweise und die Dimensionen des Projekts stellen hohe Anforderungen an Taktplanung, Schalungslogistik und Systemflexibilität: Großflächige Deckenschalungen, Unterzüge, einseitige Wände, Sprünge in der Bodenplatte sowie die anspruchsvolle Tiefgaragenrampe mit Deckenstärken von bis zu 65 Zentimetern verlangten nach exakt aufeinander abgestimmten Schalungslösungen.

Diese werden vom oberösterreichischen Spezialisten Ringer geliefert. Als besonders anspruchsvoll erwies sich bislang die Herstellung der großflächigen Decken. Für die weitläufigen Regelzonen kam der Dekplus-Deckentisch von Ringer zum Einsatz. Mit Tischgrößen von bis zu 12,15 Quadratmetern ist er für derartige Anforderungen konzipiert. Die Tische werden mit dem extraflachen Kranhaken umgesetzt, exakt positioniert und anschließend eingerichtet. In den hinteren, engeren Randzonen wurde Dekplus mit der handlichen Aludek-Moduldeckenschalung kombiniert.

Besondere Dimensionen

„Die Dimensionen auf dieser Baustelle waren schon etwas Besonderes“, meint Swietelsky-Polier Leutrim Shala. „Mit Dekplus konnten wir die großen Deckenflächen schnell voranbringen und mit Aludek waren wir in den engen Randzonen trotzdem flexibel. Genau diese Kombination hat uns im täglichen Ablauf enorm geholfen.“

Ziemlich genau 840 Kilometer weiter westlich arbeitet man ebenfalls an einem Bauwerk mit besonderen Dimensionen. Am Gotthard in der Schweiz entsteht mit der Ponte Valnit ein zentrales Element des neu gestalteten Autobahnanschlusses Airolo. Die Brücke wird künftig die Ein- und Ausfahrtsrampen der Nord-Süd-Fahrbahn aufnehmen. Beim Bau setzt man auf Schalungstechnik von Peri.

Airolo Ponte Valnit
Airolo Ponte Valnit: Die Geometrie der Brücke stellt besondere Anforderungen an die Umsetzung. © Peri

Die Baustelle wurde in einen Nord- und einen Südbereich unterteilt. Die Arbeiten begannen auf beiden Seiten mit der Herstellung der seitlichen Spannfelder. Für die inneren Bereiche kamen Standardschalungselemente zum Einsatz, während die äußeren Betonflächen in Sichtbeton ausgeführt wurden. Für die geforderte Sichtbetonoberfläche mit Holzmaserungsstruktur wurde auf den Schalungen eine entsprechende Holzverkleidung angebracht.

Geneigt und gekrümmt

Die Geometrie der Brücke stellte dabei besondere Anforderungen an die Umsetzung. Neben dem geneigten und gekrümmten Verlauf mussten auch variable Breiten sowie auskragende Bereiche über dem Wasser berücksichtigt werden. Gleichzeitig mussten hohe Lasten aufgenommen sowie die eingeschränkten Möglichkeiten zur Abstützung berücksichtigt werden. Der begrenzte Zugang für den Kran sowie die knappen Flächen für Montage und Materiallagerung erschwerten die Arbeiten zusätzlich.

Airolo Ponte Valnit
Airolo Ponte Valnit: Viele unterschiedliche Herausforderungen erforderten cleveres Schalungssystem. © Peri

Für die Herstellung der seitlichen Brückenfelder war eine temporäre Unterstützungsstruktur erforderlich, die für die Aufnahme hoher Lasten ausgelegt war. Aufgrund der Vielzahl an Randbedingungen reichte eine einzelne Standardlösung nicht aus. Stattdessen kombinierten die Fachleute von Peri Schwerlasttürme VST und Multiprop-Stützen mit Vario-Schalungssystemen und eigens hergestellten Sonderkonstruktionen.

Becken unter der Erde

Clevere Schalungslösungen waren auch im französischen Lampertheim, nördlich von Straßburg, gefragt. Dort entsteht derzeit mit Beteiligung des Schalungsanbieters Paschal ein unterirdisches Regenwasserbecken für die Eurométropole de Strasbourg. Das Bauwerk soll künftig einen wichtigen Beitrag zur Speicherung und Regulierung von Niederschlagswasser leisten und ist Teil der kontinuierlichen Modernisierung der kommunalen Infrastruktur.

Regenwasserbecken im Lampertheim
Regenwasserbecken im Lampertheim: 461 Quadratmeter Schalung kamen zum Einsatz. © Paschal

Für die Herstellung der Stahlbetonwände eines Regenwasserbeckens setzte man auf die Kombination aus Logo.3-Wandschalung und Stützböcken von Paschal. Ausschlaggebend war die anspruchsvolle Verbausituation innerhalb der Baugrube. Das Regenwasserbecken mit einer Grundfläche von 16 × 24 Metern und einer durchschnittlichen Höhe von 5,30 Metern wurde zwischen März und Juli 2026 geschalt. Insgesamt kamen dabei rund 461 Quadratmeter Schalung zum Einsatz. Die Betonierarbeiten erfolgten in neun Takten, wobei rund zwölf laufende Meter einhäuptige Schalung eingesetzt wurden.

Neubau von Grundschule

Die Logo.3-Wandschalung kam in Kombination mit der Deckenschalung Paschal Deck auch beim Neubau der Grundschule im süddeutschen Gengenbach zum Einsatz. Dort entsteht ein modernes Bildungsgebäude in Massivbauweise mit einer vorgehängten Holzfassade. Im Inneren prägen großzügige Sichtbetonflächen, ein offenes Atrium und klare Raumstrukturen das Erscheinungsbild.

Grundschule in Gengenbach
Grundschule in Gengenbach: Planung wichtiger als Wahl der Systeme. © Paschal

Planung und Systeme

Für die Schalungsarbeiten setzte das ausführende Bauunternehmen Züblin auf die Lösungen von Paschal. Entscheidend für den Projekterfolg war aus Sicht von Paschal aber weniger die Wahl der eingesetzten Schalungssysteme als „die frühzeitige und abgestimmte Schalungsplanung“ in enger Zusammenarbeit mit dem Baustellenteam vor Ort. „Nicht erst die Betonage entscheidet über das spätere Erscheinungsbild hochwertiger Sichtbetonflächen, sondern bereits die Anordnung der Schalungselemente, der Fugenverlauf und die Position der Spannstellen.“ Die Spezialisten von Paschal entwickelten im Vorfeld detaillierte Wandansichten, in denen die Rahmenabdrücke der Schalung und die Lage der Spannstellen visualisiert wurden. Dadurch konnten Bauherr und Architekten das gewünschte Schalbild festlegen und freigeben.