Montiert wurden die rund 3.400 Photovoltaik-Module auf einer projektspezifisch entwickelten Unterkonstruktion aus CO₂-reduziertem Aluminium von Hydro.
Enkelgerechte Planung – ganzheitlich nachhaltig
Als Teil der Weiterentwicklung der Wiener Donau City positioniert sich der von Dominique Perrault entworfene DC Tower 2 als eigenständiges Landmark neben dem bereits bestehenden DC Tower 1. Der 53-geschossige Turm verbindet Arbeiten, Wohnen sowie öffentliche Nutzungen und reagiert damit auf die vielschichtigen Anforderungen an zeitgemäße urbane Hochhauskonzepte. Der Anspruch des Projekts geht jedoch über die reine Nutzungsmischung hinaus: Eine energieeffiziente Gebäudetechnik mit Energiegewinnung über die Fassade, Dachbegrünung und Regenwassermanagement sind integrale Bestandteile eines ganzheitlichen Nachhaltigkeitskonzepts – mit dem Ziel einer LEED-Platin-Zertifizierung. Ergänzt wird dieser Ansatz durch eine nutzerorientierte Planung, die mit hochwertigen Außenbereichen auf den Loggien zusätzliche Aufenthaltsqualität schafft und so ökologische und funktionale Aspekte miteinander verbindet. Wolfdieter Jarisch, Mitglied des Vorstands beim Projektentwickler S+B Gruppe, erklärt: „Mit dem DC Tower 2 verfolgen wir den Ansatz, ein nachhaltiges und langfristig tragfähiges Gebäude zu entwickeln. Dabei werden Architektur, Nutzungs- und Energiekonzept im Sinne einer enkelgerechten Planung von Anfang an konsequent zusammengeführt.“
Energiegewinnung und Verschattung in einem System
Das Fassadenkonzept des DC Tower 2 wird durch umlaufende Loggien geprägt, die sich über die gesamte Gebäudehöhe ziehen und die vertikale Gliederung des Hochhauses definieren. In die Fassadenelemente der Loggien-Bereiche sind Photovoltaik-Module integriert, die damit sowohl die architektonische Erscheinung als auch die funktionale Ausprägung des Gebäudes prägen. Die von ML-System gelieferten Module übernehmen zugleich bauphysikalische Funktionen: Als natürliche Verschattung reduzieren sie den Wärmeeintrag und lassen dennoch ausreichend Tageslicht in die Innenräume. Mit einer kalkulierten Leistung von rund 1,4 MW kann die Anlage perspektivisch über den Eigenbedarf hinaus Energie erzeugen.
Engineering mit komplexen Anforderungen: PV im Hochhausmaßstab
Die Umsetzung dieser Elementfassade mit integrierter Photovoltaik erforderte intensive Entwicklungsarbeit – insbesondere im Hinblick auf Brandschutz, Zulassungen und bauphysikalische Nachweise. Die PV-Module sind Bestandteile vorgefertigter Elemente, die mit Brüstungskomponenten kombiniert und vor Ort montiert werden. Marko Buxbaumer, Geschäftsführer beim Fassadenbau-Unternehmen Ing. A. Sauritschnig Alu-Stahl-Glas, erklärt: „Die Integration der Photovoltaik in ein Hochhaus dieser Größenordnung war ein echtes Engineering-Projekt und Neuland für alle. Entscheidend war, eine Lösung zu entwickeln, die alle bauphysikalischen und sicherheitstechnischen Anforderungen erfüllt und gleichzeitig wirtschaftlich umsetzbar bleibt.“
PV-Unterkonstruktion aus CO₂-reduziertem Aluminium
Eine wichtige Rolle bei der Umsetzung spielte auch die projektspezifisch entwickelte Unterkonstruktion für die PV-Elemente – realisiert in enger Zusammenarbeit von Hydro und Ing. A. Sauritschnig. Marko Buxbaumer erläutert: „Die Konstruktion ist zwischen den umlaufenden Loggien-Platten frei gespannt und muss Bewegungen, Toleranzen und Lasten im Hochhaus sicher aufnehmen. Damit bildet sie die technische Grundlage für die Integration der PV-Elemente in die Gebäudehülle.“ Nicht zuletzt unterstützt die von Hydro aus CO₂-reduziertem Aluminium gefertigte Unterkonstruktion den Nachhaltigkeitsansatz des Gebäudes auch auf der Materialebene. So wird aus dem DC Tower 2 ein neues Landmark der Energiewende – konstruktiv durchdacht und architektonisch ansprechend. (gw)
Projekttafel
- Projekt: DC Tower 2, Wien
- Eigentümer: Commerz Real (hausinvest)
- Fassadenbau / PV-Realisierung: Ing. A. Sauritschnig Alu-Stahl-Glas
- PV-Unterkonstruktion: Hydro Building Systems Austria / Hydro (Nenzing)