„Wir sind gut in das Jahr gestartet und lagen zu Beginn auch im Rahmen unserer Planung. Das Marktumfeld hat sich in den vergangenen Wochen jedoch spürbar verschärft.“ Rainer Pascher, Geschäftsführer des heimischen Bauchemie-Herstellers Murexin bringt das zum Ausdruck, was vieler seiner Kolleginnen und Kollegen in der Bauwirtschaft gerade erleben – nicht nur aber auch in der Bauchemie-Branche: der Irankrieg und die resultierende Verunsicherung dämpfen die zarten Hoffnungen auf einen Aufschwung am Bau.

Sehr herausfordernd

„Die aktuelle Situation ist für viele unserer Kunden herausfordernd, und auch wir müssen uns laufend auf veränderte Rahmenbedingungen einstellen“, so Pascher weiter. Entscheidend sei daher, diese Herausforderungen jetzt bestmöglich zu meistern. Der Murexin-Geschäftsführer: „Angesichts der Lage gelingt uns das bisher recht solide. Dabei helfen uns vor allem unsere langjährigen Kundenbeziehungen, unser Serviceverständnis und die Zuverlässigkeit, die unsere Kunden an Murexin schätzen.“ Gerade in schwierigen Phasen zeige sich, wie wichtig Verlässlichkeit, Lieferfähigkeit und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit seien.

Werbung
Rechnet sich Ihr Angebot wirklich?
Jedes Angebot zählt. Vom einfachen Auspreisen bis zur detaillierten Kalkulation, vom kleinen Handwerksauftrag bis zum komplexen Bauprojekt – ABK bietet genau die Lösung, die zur Ihrem Berufsalltag passt.
mehr erfahren

Sanierung positiv

Positiv entwickle sich, so Pascher, weiterhin der Sanierungsbereich, in dem man eine stabile Nachfrage sehe. Witterungsbedingt habe es zu Jahresbeginn Einbußen bei Produkten für den Außenbereich, etwa in der Bauwerksabdichtung. „Diese Entwicklung hat sich mittlerweile etwas stabilisiert, bleibt aber natürlich abhängig von der weiteren Marktlage und der Bautätigkeit.“

„Sehr erfreulich“ sei das Interesse der Kunden an Schulungen und Produktanwendungen. „In den ersten Monaten wurden insbesondere Themen wie Design Coat AC 1, Natursteinteppich und Beschichtungssysteme stark nachgefragt, erklärt der Murexin Manager. „Auch das zeigt, dass praxisnahe Beratung, Verarbeitungssicherheit und systemorientierte Lösungen gerade in einem anspruchsvollen Umfeld weiter an Bedeutung gewinnen.“

Gut gestartet

Gut gestartet ist auch Mapei Österreich in das neue Jahr. „Das Geschäftsjahr 2026 hat für Mapei Austria sehr positiv begonnen. Während sich der Jänner und Februar bedingt durch die ungewöhnlich kalten Temperaturen sehr verhalten zeigten, setzte der besonders starke März ein sehr positives Signal“, sagt Geschäftsführer Andreas Wolf.

„Diese stabile Ausgangslage erlaubt es uns, gezielt in die Zukunft zu investieren. Mit der Erweiterung unseres Firmenareals am Standort Nußdorf schaffen wir die Voraussetzungen, um steigenden Anforderungen in Produktion, Logistik und Lagerhaltung langfristig gerecht zu werden“, so Wolf weiter. Insgesamt sehe man eine „solide Geschäftsentwicklung“ und blicke auch bei der aktuellen, geopolitischen Lage „zuversichtlich“ auf den weiteren Jahresverlauf.

Zuversicht und Vorsicht

„Zuversichtlich“ ist eine Vokabel, gegen die sich Andreas Nemeth, Geschäftsführer von Westwood in Österreich, wohl nicht verwehren dürfte. Er spricht ebenfalls von einem guten Verlauf der Saison in 2026. Gleichzeitig spüre man, dass die Baubranche weiterhin vorsichtig agiere.

„Viele Entscheidungen werden genauer geprüft, Investitionen werden teilweise später getroffen und die allgemeine wirtschaftliche Lage bleibt angespannt“, stellt Nemeth fest. „Trotzdem sehen wir klar: Sanierungen, Instandsetzungen und Revitalisierungen müssen durchgeführt werden.“ Gerade bei bestehenden Gebäuden, Balkonen, Dächern, Parkflächen oder Verkehrsflächen könne man notwendige Maßnahmen nicht dauerhaft aufschieben. In diesem Umfeld werde Verlässlichkeit immer wichtiger – bei der Produktqualität, bei der Beratung und bei der Lieferfähigkeit.

Wirtschaftlich sinnvoll

Er legt den Schwerpunkt im laufenden Geschäftsjahr „klar auf der Sanierung und Instandsetzung bestehender Objekte“. Viele Bauherren und Unternehmen, so Nemeth, „suchen Lösungen, die wirtschaftlich sinnvoll, langlebig und rasch umsetzbar“ seien. „Genau hier können wir mit unseren PMMA-Flüssigkunststoff-Systemen punkten.“

Die Produkte von Westwood seien vielseitig einsetzbar – vom Dach über Balkone und Terrassen bis hin zu Parkflächen, Rampen und Sonderlösungen. Nemeth: „Besonders wichtig ist für uns aber nicht nur das Produkt selbst, sondern das Gesamtpaket: schnelle und kompetente Beratung, kurze Lieferzeiten, technische Unterstützung und verlässlicher Service.“

Vorteil Lager

Als großen Vorteil sieht er das eigene Lager in Brunn am Gebirge, das das Unternehmen im vergangenen Jahr eröffnet hat. „Dadurch können wir rasch reagieren – auch bei kleineren Bestellungen oder kurzfristigem Bedarf auf der Baustelle.“ Gerade in einem unsicheren Marktumfeld zähle es, dass Kunden einen Partner haben, der erreichbar sei, fachlich unterstütze und Lösungen nicht verkompliziere. Der Westwood-Geschäftsführer: „Wir setzen deshalb stark auf langfristige Partnerschaften, persönliche Betreuung und hohe technische Expertise.“

Menschen und System

Ganz ähnlich klingt das bei Mapei. „Unsere Schwerpunkte liegen klar auf Menschen, System und Marktpräsenz“, meint Geschäftsführer Wolf. „Unser starkes Mapei-Team und transparente Kommunikation mit unseren Kunden stehen dabei an erster Stelle.“

Produktseitig fokussiere man sich gezielt auf ganzheitliche Systemlösungen entlang der gesamten Anwendung, „unser Mapelevel System, das sich als verlässliche und hochwertige Lösung für Fliesenleger etabliert hat und Profilpas Stelzlager und Schienensysteme, die seit der Fusionierung einen wichtigen strategischen Kern der internationalen Mapei-Gruppe darstellen“. Zusätzlich setze man „mit einer breit angelegten Verkaufsaktion über zwei Quartale Marktimpulse“ und biete den Kunden „attraktive Gewinnmöglichkeiten“.

Konkrete Vorteile

Murexin legt laut Geschäftsführer Pascher 2026 einen Schwerpunkt „klar auf Beschichtungen sowie auf Lösungen, die unseren Kunden in der täglichen Verarbeitung konkrete Vorteile bringen“. Das Interesse in diesem Segment sei sehr groß. Darüber hinaus setze man „wichtige Akzente in der Parkett- und Klebetechnik. „Dazu zählen unter anderem neue Hybrid-Nivelliermassen aus unserer Top Level-Linie. Im Laufe des Jahres werden zudem zukunftsweisende Bodenbelagsklebstoffe erwartet.“

System statt Produkte

Murexin setze noch stärker auf Systemlösungen statt auf einzelne Produkte. „Für unsere Kunden zählt nicht nur das Produkt selbst, sondern ein abgestimmtes Gesamtsystem, das zuverlässig funktioniert, Zeit spart und Sicherheit in der Anwendung gibt“, meint auch Pascher. „Genau hier sehen wir unsere Stärke: in der Kombination aus Produktqualität, technischer Kompetenz, Beratung und Service.“

Ein gravierendes Problem für die gesamte Weltwirtschaft sind die gestiegenen Energiekosten und Unterbrechungen in den Lieferketten, die sich weiter verstärken könnten. „Wir stehen vor einer ganz ähnlichen Situation wie beim Ausbruch des Ukraine-Krieges“, meint ein heimischer Baumanager.

Angespannte Lieferketten

Auch die Bauchemie-Anbieter bekommen das zu spüren. „Die aktuelle geopolitische Lage und die damit verbundenen Verwerfungen auf den Energie-, Transport- und Rohstoffmärkten betreffen die gesamte Branche. Auch wir spüren diese Entwicklungen, insbesondere bei besonders stark erdölabhängigen Produktgruppen wie Schalölen und bituminösen Produkten“, sagt Murexin-Geschäftsführer Pascher.

Der Zugang von Murexin sei hier klar: „Wir setzen auf Transparenz, Fairness und Versorgungssicherheit.“ Deshalb habe man sich „bewusst gegen eine generelle Preiserhöhung unseres Sortiments“ entschieden und stattdessen „einen transparent ausgewiesenen, temporären Energieaufschlag“ eingeführt. „Für diesen Schritt haben wir von unseren Kunden Verständnis und Akzeptanz erfahren, weil er nachvollziehbar, zeitlich begrenzt und klar begründet ist“, so Pascher.

Alternativen bieten

Gleichzeitig arbeite man konsequent daran, den Kunden Alternativen anzubieten. „Gerade im Bereich der Abdichtung verfügen wir bereits über innovative, bitumenfreie Lösungen, die von diesen erdölbedingten Anpassungen nicht betroffen sind“, erläutert der Murexin-Geschäftsführer. „Unser Anspruch bleibt, auch in einem volatilen Marktumfeld lieferfähig zu bleiben und unseren Kunden verlässliche Lösungen anzubieten.“

Lage beobachten

Westwood Österreich-Chef Nemeth sieht aktuell „keine unmittelbaren Beeinträchtigungen unserer Produkte oder Lieferketten durch den Irankonflikt“. Er beobachtet die Entwicklungen aber „sehr aufmerksam, weil sich die Rohstoffsituation in der Bauchemie grundsätzlich rasch verändern kann“. Man sei derzeit gut aufgestellt und verfüge über volle Lager. „Das gibt uns und unseren Kunden Sicherheit.

Ein weiterer Vorteil sei, „dass unsere PMMA-Flüssigkunststoff-Systeme in vielen Bereichen eine leistungsstarke Alternative zu klassischen Lösungen darstellen.“ Preisentwicklungen bei Bitumenbahnen, wie etwa deutliche Erhöhungen, „treffen uns daher nicht in gleicher Weise“, erläutert Nemeth. „Internationale Konflikte, Energiepreise und Rohstoffmärkte hängen eng zusammen“, meint er. „Deshalb setzen wir weiterhin auf vorausschauende Planung, gute Lagerhaltung und enge Abstimmung mit unseren Partnern.“

Vereinzelt betroffen

Auch Mapei Österreich-Chef Wolf konstatiert, dass sich die internationalen Spannungen aktuell „in unterschiedlichem Ausmaß auf globale Lieferketten“ auswirken – auch der Bau- und Rohstoffbereich bleibe davon nicht unberührt. Wolf: „Vereinzelt sind bestimmte Produkte oder Rohstoffe betroffen, was erhöhte Flexibilität erfordert. Dank unseres breit gefächerten Sortiments und unseres klaren Fokus auf Systemlösungen sind wir jedoch gut in der Lage, rasch auf geeignete Alternativen auszuweichen.“

Lieferfähigkeit sicherstellen

 Der Anspruch von Mapei sei es, „die Lieferfähigkeit für unsere Kunden bestmöglich sicherzustellen und gleichzeitig höchste Qualitätsstandards aufrechtzuerhalten“, betont Wolf. „Damit unterstreichen wir auch in herausfordernden Rahmenbedingungen unsere Rolle als verlässlicher Partner.“

Murexin-Projekt in Wien: guter Start, aber Marktumfeld verschärft.
Murexin-Projekt in Wien: guter Start, aber Marktumfeld verschärft. © Murexin
Westwood-Projekt in Feldkirch: Sanierungen müssen durchgeführt werden.
Westwood-Projekt in Feldkirch: Sanierungen müssen durchgeführt werden. © Westwood
Sanierung einer Tiefgarage in Tulln: Lösungen, die wirtschaftliche sinnvoll sind.
Sanierung einer Tiefgarage in Tulln: Lösungen, die wirtschaftliche sinnvoll sind. © Westwood
Ansatz von Westwood: nicht nur das Produkt, sondern das Gesamtpaket.
Ansatz von Westwood: nicht nur das Produkt, sondern das Gesamtpaket. © Westwood
Schwerpunkt auf Beschichtungen bei Murexin: Lösungen, die Vorteile bringen.
Schwerpunkt auf Beschichtungen bei Murexin: Lösungen, die Vorteile bringen. © Murexin
Erstrahlt in neuem Glanz: Stadparkbrunnen in Graz.
Erstrahlt in neuem Glanz: Stadparkbrunnen in Graz. © Mapei