Hilfe bei der Umsetzung
Seit Anfang des Jahres gilt die neue Hitzeschutz-Verordnung in Österreich. Die Vertreter der Bauwirtschaft zeigen sich wenig begeistert über das neue Regelwerk. Robert Jägersberger, Bundesinnungsmeister Bau und Obmann des österreichischen Baumeisterverbandes, machte Anfang des Jahres aus seiner Verärgerung kein Geheimnis. „Unsere Arbeiter sind das wichtigste Kapital und alleine schon aus Eigeninteresse setzt die Bauwirtschaft alle praxisgerechten und sinnvollen Schutzmaßnahmen um. Das muss uns – bei allem Respekt – nicht erst die Frau Minister im Wege einer Verordnung erklären“, so Jägersberger weiter.
Die Vertreter der Bauwirtschaft belassen es aber nicht bei der Kritik. Die Geschäftsstelle Bau der WKO stellt den Mitgliedsbetrieben Musterevaluierungen für einen praxisgerechten Umgang mit der Hitzeschutz-Verordnung zur Verfügung. Die Dokumente sollen die Umsetzung, Nachweisbarkeit und Wirksamkeit von Hitzeschutzmaßnahmen erleichtern.
Hitze ist ein Thema
Nun ist es weit. Die ersten heißen Tage sind in Sicht. Stellt sich die Frage, was die neue Verordnung im Alltag der Betriebe auf den Baustellen bedeutet. Die Bauzeitung wollte wissen, wie ihre Leserinnen und Leser das beurteilen und diese und ähnliche Fragen in ihrer aktuellen Umfrage gestellt. „Der Sommer naht. Wie wichtig ist das Thema Hitzeschutz am Bau aus ihrer Sicht?“ lautete die erste Frage. Die Antwort ist ziemlich eindeutig: 54 Prozent der Befragten geben dem Hitzeschutz eine große Bedeutung: Jeweils 27 Prozent sind der Meinung, dass er sehr wichtig sei und ein echtes Gesundheitsrisiko für die Mitarbeiter*innen darstelle oder zumindest wichtig sei und beobachtet werden müssen. Weitere 35 Prozent halten ihn für „einigermaßen wichtig“. Nur 12 Prozent geben ihm keine Bedeutung.
Um die Umsetzung des Hitzeschutzes im Arbeitsalltag steht es aus Sicht der Leser*innen gut. 30 Prozent der Befragten sind ohne Einschränkung der Meinung, dass die Betriebe ausreichende Maßnahmen zum Hitzeschutz auf den Baustellen treffen. Fast die Hälfte, exakt 48 Prozent, stimmen dieser Einschätzung weitgehend zu. Nur 22 Prozent antworten auf diese Frage mit „teils/teils“.
Gemischt fallen die Ergebnisse bei der dritten Frage aus. Die Reaktionen zeigen, dass die Thematik durchaus kontrovers betrachtet wird: „Was halten Sie von der neuen Hitzeschutz-Verordnung, die ab heuer gilt?“ Ein Drittel äußert sich erstaunlich positiv: 11 Prozent antworten mit „Finde ich sehr gut. Es braucht strenge Vorgaben“ und 22 Prozent mit „Finde ich gut, macht Sinn“. Weitere 26 Prozent verstehen das Anliegen, bemängeln aber den bürokratischen Mehraufwand. 26 Prozent sind der Meinung, dass die neue Verordnung nicht viel bringt – außer Bürokratie. Und 15 Prozent halten sie für einen unnötigen „Schwachsinn“.
Trinken, trinken, trinken
Abschließend wollte die Bauzeitung wissen, welche konkreten Maßnahmen die Betriebe zum Schutz gegen die Hitze auf den Baustellen treffen. Die Antworten zeigen ein breites Spektrum: „Sonnenschutz, Gratisgetränke, wenn geht Baustellen innen“ lautete eine Antwort, „früher mit den Arbeiten beginnen“ eine andere. In einer Reaktion wurde der Kopfschutz genannt und die ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit: „Viel, viel trinken. Gekühltes Mineralwasser stellt das Unternehmen in ausreichender Menge zur Verfügung.“ In einer weiteren wurde auch der Aspekt der richtigen Bekleidung angesprochen: „Entsprechende Bekleidung, Pausen, Wasser … bis hin zur Sonnenbrille!“ Eine Teilnehmerin oder einen Teilnehmer dürfte das Thema dagegen eher kühl lassen. Ihre oder seine Antwort auf die Frage: „Keine, da ich nicht auf der Baustelle bin.“