Die konjunkturelle Lage im Dach- und Spenglerhandwerk bleibt angespannt. Das zeigen die aktuellen Ergebnisse der Konjunkturbeobachtung der KMU Forschung Austria für das dritte Quartal 2026. Sowohl bei den Dachdeckern als auch bei den Spenglern waren die Auftragseingänge im ersten Halbjahr rückläufig. Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung bei den Spenglern: Hier sank der Wert der Auftragseingänge gegenüber dem Vergleichszeitraum 2025 nominell um 4,3 Prozent. Bei den Dachdeckern betrug das Minus 3,4 Prozent. Damit entwickelte sich die Dachdeckerbranche etwas besser als im Vorjahreszeitraum, während sich der Rückgang bei den Spenglern verstärkte.
Da gleichzeitig die Verkaufspreise gestiegen sind, fällt die reale Entwicklung noch deutlicher aus: Bei den Dachdeckern gingen die Auftragseingänge mengenmäßig um 7,3 Prozent zurück, bei den Spenglern um 6,6 Prozent. Die Verkaufspreise wurden im ersten Halbjahr bei den Dachdeckern durchschnittlich um 4,2 Prozent, bei den Spenglern um 2,5 Prozent erhöht.
Neubau schwach, Sanierung stabiler
Ein Blick auf die einzelnen Geschäftsbereiche zeigt ein ähnliches Bild in beiden Branchen. Besonders schwierig bleibt die Situation im Neubau. Bei den Dachdeckern meldete die Hälfte der Betriebe im zweiten Quartal 2026 sinkende Auftragseingänge in diesem Bereich, bei den Spenglern waren es sogar 53 Prozent. Nur 15 Prozent der Dachdecker- und zwei Prozent der Spenglerbetriebe verzeichneten im Neubau eine Steigerung.
Deutlich robuster präsentiert sich die Sanierung inklusive Reparatur. Bei den Dachdeckern meldeten 32 Prozent steigende Auftragseingänge, 54 Prozent eine gleichbleibende Entwicklung und 14 Prozent Rückgänge. Bei den Spenglern verzeichneten 33 Prozent Zuwächse, 47 Prozent gleichbleibende und 20 Prozent sinkende Auftragseingänge. Der Ausbau entwickelte sich ebenfalls überwiegend stabil.
Auftragsbestände leicht verbessert
Bei der Beurteilung der Geschäftslage zeigt sich im dritten Quartal eine gewisse Stabilisierung. 66 Prozent der Dachdeckerbetriebe bezeichneten ihre Situation als saisonüblich, jeweils 17 Prozent als gut bzw. schlecht. Im Vorquartal hatten noch 34 Prozent die Geschäftslage negativ beurteilt. Bei den Spenglern fiel die Einschätzung etwas verhaltener aus: 54 Prozent bewerteten die Lage als saisonüblich, 21 Prozent als gut und 25 Prozent als schlecht.
Auch die Auftragsbestände haben sich gegenüber dem Vorjahr leicht erhöht. Bei den Dachdeckern sicherte der durchschnittliche Auftragsbestand eine Vollauslastung von 11,7 Wochen, ein Plus von 2,5 Prozent. Bei den Spenglern waren es 14,2 Wochen beziehungsweise ein Zuwachs von einem Prozent. In beiden Branchen war kein Betrieb ohne Auftragsbestand.
Allerdings unterscheiden sich die verfügbaren Kapazitäten: Bei den Dachdeckern könnten 24 Prozent der Betriebe sofort zusätzliche Aufträge übernehmen, bei den Spenglern 37 Prozent. Bei 51 Prozent der Dachdecker und 34 Prozent der Spengler wäre dies in drei Monaten möglich.
Vorsichtiger Ausblick auf das vierte Quartal
Die Erwartungen für das vierte Quartal bleiben in beiden Branchen überwiegend zurückhaltend. Bei den Dachdeckern rechnen 28 Prozent mit sinkenden Auftragseingängen gegenüber dem Vorjahresquartal, nur neun Prozent erwarten eine Steigerung. Bei 63 Prozent wird keine Veränderung erwartet. Der negative Saldo aus positiven und negativen Erwartungen beträgt 19 Prozentpunkte.
Bei den Spenglern fällt die Prognose etwas günstiger aus: 14 Prozent erwarten steigende, 20 Prozent sinkende und 66 Prozent gleichbleibende Auftragseingänge. Der negative Saldo liegt damit bei sechs Prozentpunkten und hat sich gegenüber dem Vorquartal deutlich verbessert.
Auch bei der Personalplanung zeigen sich Unterschiede. Die Dachdeckerbetriebe planen für Oktober bis Dezember einen durchschnittlichen Beschäftigtenzuwachs von 1,7 Prozent. Bei den Spenglern liegt der geplante Zuwachs mit 4,4 Prozent deutlich höher. Damit bleibt der Personalbedarf in beiden Gewerken positiv, wenn auch die wirtschaftliche Entwicklung weiterhin von Unsicherheit geprägt ist.
Quelle: KMU Forschung Austria, Konjunkturbeobachtung Gewerbe und Handwerk, Dachdecker sowie Spengler und Kupferschmiede, 3. Quartal 2026
