Anlass war das Pressegespräch der Bundessparte Gewerbe und Handwerk der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) in Wien, bei dem aktuelle Zahlen zur Konjunkturentwicklung präsentiert wurden. Manfred Denk, Obmann der Bundessparte, brachte die allgemeine Lage auf den Punkt: Die erhoffte Trendwende sei ausgeblieben, die Betriebe befänden sich mittlerweile im siebten Jahr eines realen Rückgangs. Für die Installateurbranche fällt das Bild, das die branchenspezifischen Feindaten der KMU Forschung Austria zeichnen, dabei nochmals deutlicher aus als im Gesamtdurchschnitt.

Spartenobmann Manfred Denk

Manfred Denk, Obmann der Bundessparte Gewerbe und Handwerk

„Die erhoffte Erholung wurde quasi in der Straße von Hormuz versenkt.“

Nachfrage bricht weiter ein

Das erste Halbjahr 2026 war für die Installateure ein hartes. Die Auftragseingänge sanken im Branchendurchschnitt um 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, damit deutlich stärker als das Gewerbe und Handwerk insgesamt (–1,8 Prozent). Auch im Vorjahr war die Branche bereits mit –4,8 Prozent unterdurchschnittlich in die Konjunktur gegangen. Die Verkaufspreise stiegen im selben Zeitraum um 2,9 Prozent, womit sich real ein Minus von 8,8 Prozent ergibt.

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Innerhalb der Branche ist das Bild uneinheitlich. 26 Prozent der Betriebe konnten im ersten Halbjahr Steigerungen verzeichnen, im Schnitt um 9,6 Prozent. 30 Prozent blieben auf Vorjahresniveau, während 44 Prozent Rückgänge meldeten, durchschnittlich um 19,6 Prozent. Die Verluste der schwächeren Betriebe überwiegen damit deutlich.

Der Blick auf die Geschäftsbereiche im zweiten Quartal 2026 zeigt, wo der Schuh am stärksten drückt. Im Bereich Montage Neubau meldeten 52 Prozent der Betriebe sinkende Auftragseingänge, nur sechs Prozent steigende. Beim Handel ist das Verhältnis ähnlich ungünstig: 47 Prozent sinkend, sechs Prozent steigend. Deutlich besser hält sich Reparatur und Sanierung, wo 26 Prozent der Betriebe steigende Auftragseingänge verzeichneten und 27 Prozent rückläufige. Der Sanierungsbereich bleibt damit die stabilste Stütze der Branche.

Stimmung hellt sich leicht auf

Das dritte Quartal 2026 bringt zumindest eine partielle Entspannung bei der Stimmung. 19 Prozent der Betriebe beurteilen ihre Geschäftslage als gut, 48 Prozent als saisonüblich und 33 Prozent als schlecht. Der Negativsaldo beträgt damit 14 Prozentpunkte. Im Vergleich zum Vorquartal ist das eine spürbare Verbesserung: Im zweiten Quartal 2026 beurteilen noch 49 Prozent der Betriebe ihre Lage als schlecht, der Saldo lag bei –31 Prozentpunkten. Die Stimmung hat sich also erholt, auch wenn das Niveau nach wie vor deutlich im Minus liegt.

Der durchschnittliche Auftragsbestand sichert im dritten Quartal 2026 eine Vollauslastung von 12,0 Wochen. Gegenüber dem dritten Quartal 2025 bedeutet das ein minimales Minus von 0,1 Prozent, nach Rückgängen von 9,2 Prozent und 12,3 Prozent in den beiden Vorjahren. Der Abwärtstrend hat sich damit zumindest deutlich verlangsamt.

38 Prozent der Betriebe meldeten eine Auslastung von ein bis vier Wochen, 24 Prozent von fünf bis neun Wochen. 19 Prozent verfügten über einen Auftragsvorlauf von zehn bis 19 Wochen, 16 Prozent über 20 und mehr Wochen. Nur drei Prozent hatten keinen Auftragsbestand. 71 Prozent des Gesamtauftragsbestands entfielen auf private und gewerbliche Auftraggeber, 18 Prozent auf öffentliche Bauprojekte über Generalunternehmer oder Bauträger, elf Prozent auf Direktvergaben von Bund, Ländern und Gemeinden.

37 Prozent der Betriebe könnten sofort zusätzliche Aufträge ausführen, 40 Prozent in drei Monaten. Im Vergleich zum zweiten Quartal 2026, wo noch 49 Prozent sofort verfügbar waren, ist das ein deutlicher Rückgang. Die Kapazitäten der Branche sind damit im Sommer besser ausgelastet als noch im Frühjahr, ein saisonaler Effekt, der sich in den Daten gut ablesen lässt.

Ausblick: Pessimismus nimmt leicht ab

Für das vierte Quartal 2026 überwiegen die negativen Erwartungen weiterhin, doch der Saldo verbessert sich gegenüber dem Vorjahr. 12 Prozent der Betriebe erwarten steigende Auftragseingänge, 29 Prozent sinkende, 59 Prozent keine Veränderung. Der Erwartungssaldo liegt damit bei minus 17 Prozentpunkten. Im Vergleichsquartal des Vorjahres betrug er minus 20 Prozentpunkte, auch gegenüber dem Vorquartal (Saldo: –18 Prozentpunkte) hat sich die Einschätzung leicht verbessert.

Beim Personal planen 24 Prozent der Betriebe eine Aufstockung des Beschäftigtenstands, 66 Prozent wollen ihn konstant halten und zehn Prozent einen Abbau. Die geplante durchschnittliche Erhöhung liegt bei 3,3 Prozent, über dem Vorjahreswert von 2,8 Prozent. Ein vorsichtiges, aber stabiles Signal: Die Betriebe, die aufstocken wollen, tun das entschlossener als ein Jahr zuvor.


Quelle: KMU Forschung Austria, Konjunkturbeobachtung Gewerbe und Handwerk – Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker, 3. Quartal 2026, Oktober 2026. Auftraggeber: Wirtschaftskammer Österreich, Bundessparte und Landessparten Gewerbe und Handwerk.