Wie verläuft das laufende Geschäftsjahr für das Bauhilfsgewerbe? Gibt es erste Anzeichen einer Erholung?

Die Lage im Bauhilfsgewerbe bleibt angespannt. Rückläufige Beschäftigtenzahlen und eine schwache Investitionsbereitschaft prägen das Bild. Die Gründe sind vielschichtig: Neben der anhaltenden konjunkturellen Flaute und hohen Kosten reißt vor allem der Generationenwechsel eine tiefe Lücke in die Reihen der Spitzenfacharbeiter. Das Ausscheiden erfahrener Praktiker lässt sich quantitativ wie qualitativ kaum kompensieren. Rein defensives Abwarten auf einen nachhaltigen Wirtschaftsaufschwung greift hier zu kurz. Die Betriebe müssen jetzt proaktiv handeln, um handlungsfähig zu bleiben. Der Schlüssel liegt in der konsequenten Nutzung der eigenen Innovationskraft und einer natürlichen Verschlankung interner Prozesse. Nur wer starre Abläufe optimiert, digitale Potenziale hebt und den Wissenstransfer im Betrieb strukturiert sichert, wird die Effizienz steigern und gestärkt aus dieser schwierigen Zeit hervorgehen.

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Viele gut geführte Betriebe

Was stimmt Sie zuversichtlich, was nachdenklich?

Zuversichtlich stimmen die zahlreichen flexiblen und gut geführten Handwerksbetriebe, die sich in der Vergangenheit als weitgehend resilient gegenüber wirtschaftlichen Krisen erwiesen haben. Besorgniserregend bleibt jedoch die anhaltende Flaute in der gesamten Bauwirtschaft, zumal eine spürbare wirtschaftliche Erholung derzeit noch nicht in Sicht ist.

Was erwarten Sie sich von der Politik? Welche Maßnahmen sollten sie dringend setzen, um die Bauwirtschaft zu unterstützen?

Von der Politik erwarte ich eine spürbare Entlastung bei den Energiekosten, da sinkende Energiepreise Impulse für alle Wirtschaftszweige liefern und das Wirtschaftswachstum nachhaltig ankurbeln würden. Zudem bedarf es deutlich mehr Mut und Dynamik beim Bürokratieabbau. Ein schlankerer Staat und eine Stärkung der Eigenverantwortung würden der wirtschaftlichen Entwicklung unseres Landes guttun.