Bereits im Planungsprozess setzt das Wiener Architekturbüro Alleswirdgut an. Mit der Initiative „Arbeit besser planen. Zukunftsfest.“ hinterfragt das Unternehmen traditionelle Arbeitsweisen in der Architekturbranche. Gemeinsam mit den rund 80 Mitarbeitenden wurden Abläufe analysiert und neu organisiert, um effizienter zu arbeiten und gleichzeitig die Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich zu reduzieren. Das Ergebnis: eine um mehr als sieben Prozent verkürzte Arbeitszeit, ohne Einbußen bei Produktivität oder Projektqualität. Damit zeigt das Büro, dass Nachhaltigkeit nicht nur Materialien oder Gebäude betrifft, sondern auch die Organisation von Planungsprozessen und attraktive Arbeitsbedingungen.

Wie nachhaltige Innovation im Infrastrukturbau aussehen kann, demonstriert Porr. Gemeinsam mit Forschungspartnern entwickelte das Unternehmen einen Kohlendioxid-speichernden Asphalt, der beim Bau eines Radwegs im Burgenland erstmals unter realen Bedingungen eingesetzt wurde. Grundlage ist regionale Pflanzenkohle, die dauerhaft Kohlendioxid im Straßenbelag bindet. Pro Kilometer Radweg werden so mehr als 60 Tonnen CO₂ gespeichert. Das Projekt zeigt einen neuen Ansatz für den Straßenbau: Infrastruktur soll künftig nicht nur Emissionen reduzieren, sondern aktiv zum Klimaschutz beitragen.

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Nachhaltigkeit entlang der gesamten Wertschöpfung

Dass Nachhaltigkeit auch bei der Personalpolitik beginnt, verdeutlicht Pohl Metall aus Tirol. Mit dem Projekt „Golden Oldies“ rückt das Unternehmen ältere Mitarbeitende bewusst in den Mittelpunkt. Flexible Arbeitszeitmodelle, ergonomisch angepasste Arbeitsplätze und individuelle Gesundheitsangebote sollen erfahrene Fachkräfte möglichst lange im Unternehmen halten. Gerade angesichts des Fachkräftemangels in der Industrie setzt Pohl Metall damit auf den Erhalt von Know-how und zeigt, wie sich wirtschaftlicher Erfolg und soziale Verantwortung miteinander verbinden lassen.

Ein Beispiel für gelebte Kreislaufwirtschaft liefert das oberösterreichische Unternehmen Teufelberger Fiber Rope. Das Unternehmen hat ein Rücknahmesystem für gebrauchte Synthetikseile aufgebaut, die unter anderem in der Papierindustrie eingesetzt werden. Gemeinsam mit einem Recyclingpartner werden die Seile zu neuen Fasern verarbeitet, aus denen wiederum hochwertige Produkte entstehen. Fast 90 Prozent der österreichischen Kund*innen beteiligen sich bereits an dem Sammelsystem. Damit erweitert Teufelberger sein Geschäftsmodell konsequent um einen geschlossenen Materialkreislauf und reduziert gleichzeitig den Bedarf an Primärrohstoffen.

Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft

Ein zentrales Zukunftsthema der Bauwirtschaft greift Renowate auf. Das Unternehmen hat sich auf serielle energetische Sanierungen spezialisiert und zeigt am Beispiel eines Wohngebäudes aus den 1970er-Jahren in Wien, welches Potenzial in industriell vorgefertigten Fassadenelementen steckt. Die Sanierung erfolgte im bewohnten Zustand, die Montage der neuen Gebäudehülle dauerte lediglich rund drei Wochen. Durch die Kombination aus kreislauffähigen Fassadenelementen, Wärmepumpe, Erdsonden und Photovoltaik konnte der Heizwärmebedarf um 85 Prozent reduziert und der Energiestandard von Klasse E auf A+ verbessert werden. Das Projekt gilt damit als beispielhaft für die Dekarbonisierung des Gebäudebestands.

Einen internationalen Blick auf nachhaltige Baustoffe wirft schließlich Amabo. Das österreichische Unternehmen produziert in Kamerun Dachziegel aus Sand und recyceltem Kunststoff und begegnet damit gleich mehreren Herausforderungen: Plastikabfälle werden gesammelt und wiederverwertet, gleichzeitig entstehen langlebige Baustoffe und neue Arbeitsplätze vor Ort. Monatlich werden rund 100 Tonnen Kunststoff verarbeitet. Das Projekt verbindet Kreislaufwirtschaft mit lokaler Wertschöpfung und zeigt, wie österreichisches Know-how auch international nachhaltige Entwicklungen anstoßen kann.

Trigos 2026

Der Trigos gilt als Österreichs renommierteste Auszeichnung für verantwortungsvolles Wirtschaften. Seit 2004 werden Unternehmen ausgezeichnet, die wirtschaftlichen Erfolg mit ökologischer und gesellschaftlicher Verantwortung verbinden. Träger des Preises sind Caritas, Respact, Österreichisches Rotes Kreuz, Industriellenvereinigung, Umweltdachverband und Wirtschaftskammer Österreich.

Die Trigos-Gala 2026 findet am ersten Oktober im Kuppelsaal der TU Wien statt. Dort werden die Gewinnerinnen in den sechs Kategorien Mitarbeiter*innen-Initiativen, Social Innovation & Future Challenges, Vorbildliche Projekte, Klimaschutz, Regionale Wertschöpfung und Internationales Engagement ausgezeichnet.