Wie läuft das Geschäft für das Baugewerbe in der Steiermark in 2026? Gibt es erste Anzeichen einer Erholung oder kommt diese erst 2027?

Im Rahmen unserer jährlichen Umfrage zu Saisonbeginn konnte von einer Stabilisierung der eingebrochenen Auftragslage im Hochbau ausgegangen werden. Mit den darauffolgenden großen weltpolitischen Verwerfungen hat sich dieses Bild aber drastisch zum Nachteil geändert. Aus der aktualisierten Umfrage unserer Unternehmen geht nunmehr hervor, dass rund ein Drittel der Betriebe mit sinkenden Auftragsständen und Kapazitätsproblemen in den nächsten sechs Monaten rechnen. Ein Viertel der steirischen Bauunternehmen verfügt über weniger als ein Monat über eine auftragsmäßige Vollauslastung. Wir sehen keine Anzeichen für eine Erholung der steirischen Bauwirtschaft, im Gegenteil, es blitzt und donnert am Konjunkturhimmel.

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Was stimmt Sie zuversichtlich, was nachdenklich?

Das Einzige, was mich zuversichtlich stimmt ist die Tatsache, dass es „irgendwann“ nach schweren Einbrüchen wieder zu einer wirtschaftlichen Erholung kommen wird. Nachdenklich stimmt mich die Ignoranz und Stümperhaftigkeit unserer politischen Führung. Wenn die wirtschaftlich produktiven Jahresarbeitsstunden in den letzten Jahren sich um über zehn Prozent verringert haben, wenn das Pensionssystem kippt und die Kosten der medizinischen Versorgung explodieren sowie der restliche Sozialbereich kollabiert und die Politik aus reiner Überlebensangst bei den nächsten Wahlen nur Kosmetik betreibt, so steigert sich meine Nachdenklichkeit in Verachtung.

Was erwarten Sie sich von der Politik? Welche Maßnahmen kann und sollte sie setzen, um die Bauwirtschaft in der aktuellen Lage zu unterstützen?

Ich erwarte mir, dass die Politik umgehend Maßnahmen setzt, die erforderlich sind, auch unpopuläre, denn sie ist dem Wohle des Staates verpflichtet und nicht der politischen „Sesselpickerei“. Wir brauchen umgehend Investitionen in Infrastruktur und Wohnraum. Wir brauchen einen sofortigen Stop beim Regulierungswahn und eine Rückführung der Vorschriften auf ein vernünftiges Maß. Botschaften in diese Richtung hört man – allein mir fehlt der Glaube. Wen man sich zum Beispiel das Kasperltheater ansieht, dass sich um die OIB-Richtlinie 7 abzuspielen beginnt, kommt einem der Graus. Anstatt das europäische Umfeld diesbezüglich zu betrachten und daraus den kleinsten, anerkannten Aufwand abzuleiten, wird mit größer Freude, ohne Blick auf das Ganze, der nächste Hinkelstein für uns Alle fabriziert.