Wie wird 2026 für das Baugewerbe in Vorarlberg? Spüren Sie heuer eine gewisse Erholung am Bau oder bremst die geopolitische Lage den Aufschwung?
2026 wird für das Baugewerbe in Vorarlberg ein Jahr der vorsichtigen Stabilisierung und leichten Erholung, allerdings auf weiterhin gedämpftem Niveau. Die Talsohle der Baukrise erscheint durchschritten, ein kräftiger Aufschwung ist jedoch nicht zu erwarten. Die derzeitigen, geopolitischen Spannungen (Ukrainekrieg, Nahost, Handelskonflikte USA–China) wirken sich zwangsläufig auf die Gesamtwirtschaft, wie auch die Baubranche im speziellen aus. Weniger durch Projektstopps, aber durch unsichere Energiepreise, volatile Rohstoffmärkte sowie gedämpfte Investitionsbereitschaft und zurückhaltende Konsumenten. Gerade für eine exportorientierte Region wie Vorarlberg schlägt sich das leider negativ nieder. Bedingt durch die ungewissen Rahmenbedingungen verschieben Bauherren teils ihre Entscheidungen, Bauträger agieren selektiver, das bremst die Eigendynamik einer Erholung.
Was stimmt Sie zuversichtlich, was nachdenklich?
Zuversichtlich stimmt, dass 2026 uns hoffentlich wieder mehr Boden unter die Füße bringt. Nachdenklich macht, dass der Weg zurück zu nachhaltigem Wachstum lang und störanfällig bleibt. Die Bauwirtschaft erholt sich – aber sie braucht weiterhin stabile politische, wirtschaftliche und regulatorische Rahmenbedingungen, um daraus mehr als nur ein Zwischenhoch zu machen.
Was erwarten Sie sich von der Politik? Welche Maßnahmen sollte sie setzen, um die Bauwirtschaft zu unterstützen?
Wenn die Politik für Planbarkeit, Vereinfachung und Investitionssicherheit sorgt, kommt die Branche aus eigener Kraft wieder in Schwung. Die Bauwirtschaft braucht keine Sonderbehandlung, sondern belastbare Rahmenbedingungen … und wenn wir uns was wünschen dürfen „Endlich weniger Bürokratie“. Ohne diese Maßnahmen wird die Erholung 2026 fragil bleiben – mit ihnen kann sie nachhaltig werden.