Aus Sicht von Andreas Kamptner gibt es auf die Frage nach den wichtigsten Trends in der Entwässerungstechnik eine eher kurze Antwort: „Zeit ist Geld.“ Dieser Grundsatz prägt auch dieses Segment, sagt der Verkaufsleiter von SFA Sanibroy in Österreich. Er erläutert, was er damit konkret meint: „Entscheidend sind persönliche Besichtigungen bereits in der Bauphase, verbunden mit einer fundierten technischen Beratung durch uns“, so Kamptner. „Daraus ergeben sich eine rasche Bestellung, kurze und verlässliche Lieferzeiten, eine einfache Grundmontage sowie eine unkomplizierte Erstinbetriebnahme der Anlage.

Kosten im Fokus

Angesichts des labilen wirtschaftlichen Umfelds dürften die Kosten bei vielen Bauherren eine noch größere Rolle spielen als sonst. Und von diesem Umfeld kann sich auch die Entwässerungstechnik nicht völlig lösen. „Die Entwicklung im Bereich Entwässerungstechnik ist eng mit der allgemeinen Baukonjunktur verbunden – insbesondere mit der Neubautätigkeit, aber auch mit Sanierungen und Teilsanierungen“, bestätigt Aloys Koch, Gesamtvertriebsleiter bei Dallmer. „Im bald endenden ersten Halbjahr 2026 sehen wir in Österreich insgesamt eher eine stabile Seitwärtsbewegung beim Absatz.“

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Duschrinnen von Dallmer
Duschrinnen von Dallmer: "hochwertige und montagefreundliche Entwässerungslösungen auch künftig gefragt". © Dallmer

Eine belastbare Prognose für die kommenden Jahre sei derzeit schwierig, so Koch weiter. „Dafür spielen zu viele Faktoren eine Rolle, die sich aktuell sehr dynamisch entwickeln. Dazu zählen vor allem die geopolitischen Rahmenbedingungen, die daraus resultierende Zinspolitik sowie die Investitionsbereitschaft von privaten und gewerblichen Bauherren.“ Grundsätzlich gehe man bei Dallmer aber davon aus, „dass hochwertige und montagefreundliche Entwässerungslösungen auch künftig gefragt bleiben – insbesondere dort, wo Bäder saniert oder barrierearm gestaltet werden“.

Robuste Nachfrage

Marcel Meixner, Geschäftsführer von Kessel Österreich, verwendet bei der Beschreibung der Geschäftslage im Bereich der Entwässerungstechnik das Wort „robust“. Siehe auch das ausführliche Interview „Klare Worte“ mit ihm: https://www.handwerkundbau.at/preview/167262/. Kessel selbst können in Österreich, losgelöst vom Branchenumfeld, „ein moderates Wachstum“ vorweisen, ausgelöst durch eine kontinuierliche Entwicklung und Einführung von neuen Produkten. In den kommenden Jahren, so Meixner, „wird Kessel die Entwicklung der Entwässerungstechnik als zentralen Bestandteil der Gebäudesicherheit und Infrastrukturstrategie auf Kundenseite weiter vorantreiben“.

Sanicubic von Sanibroy
Sanicubic von Sanibroy: Das Segment der Hochleistungshebeanlagen erschlossen. © SFA Sanibroy

Bei Aschl registriert man derzeit ebenfalls eine steigende Nachfrage. „Wir merken, dass immer mehr das Bewusstsein vorhanden ist, dass nachhaltiges Bauen die Berücksichtigung von Entwässerungslösungen stets einschließt“, berichtet Key Account Manager Mario Kokolot. „Egal ob in Parkhäusern, in den Bereichen der Getränkeherstellung oder in öffentlichen Wellness-Anlagen: Überall da, wo sich großflächig und dauerhaft Wasserlachen bilden könnten, geht es eben nicht ohne eine belastbare Entwässerungstechnik, die Staunässe und damit Risse im Boden vermeidet und so die Bodensubstanz in Bestandsgebäuden sowie im Neubau für viele Jahre belastbar hält.“

Sanierung im Kommen

In den kommenden Jahren wird seiner Meinung nach die Sanierung von Bestandsgebäuden weiter zunehmen. „Denn Sanierungen sind nicht nur ökonomisch nachhaltiger, sondern auch umweltfreundlicher als Neubauprojekte“, so Kokolot. Die Installation von Entwässerungslösungen im Altbau sei zwar grundsätzlich herausfordernd, da nur wenig Platz zur Verfügung stehe: „So ist der Bodenaufbau gering und es sind bereits Wasser- und Gasleitungen im Gebäude verbaut.“

Man habe bei Aschl aber auf diesen Umstand frühzeitig reagiert: „So findet unsere schmale Badrinne Sparin, mit einem Sichtmaß von 14 Millimeter, in Gebäuden mit geringer Aufbauhöhe optimal Platz.“ Bei der Sanierung von Parkhäusern, öffentlichen Sanitäreinrichtungen oder auch Wellnessanlagen in Hotels lohne sich der Einbau von Entwässerungslinien, die das Wasser sicher und schnell abführen, damit keine Schäden am Fugenbett von Fliesen entstehen können.

Hygiene wichtig

Kokolot sieht drei „entscheidende“ Trends. Dazu zähle die erstens die Einhaltung der „Hygenic-Design“-Prinzipien: „Das meint totraumfreie Körper und Möglichkeiten, präventiv die Geruchsbildung zu kontrollieren“, erklärt Kokolot. Zweitens nennt er „robuste und langlebige“ Systeme: „Insbesondere im kommunalen Objektbau sehen wir, dass der Werkstoff Edelstahl sich durchsetzt. Produkte aus diesem Werkstoff haben eine deutlich höhere Lebensdauer. Praktisch sind außerdem leicht verschraubte Abdeckungen. Drittens, so der Aschl-Manager, „wünschen unsere Kunden eine möglichst wartungsfreie Technik, sodass es kaum zu Unterbrechungen im Betriebsablauf kommt“.

Wartung und Reinigung

Aschl reagiere auf diese Kundenwünsche, indem man „langlebige und anpassungsfähige Technik“ liefert, die in puncto Wartung und Reinigung keinen Mehraufwand bereite und für viele Jahre einsatzbereit sei. Kokolot: „Neben der Badrinne Sparin steht sicherlich unser Parkdeckrinnensystem Securin im Fokus. Durch seine modulare Bauweise ist die Entwässerungsrinne schnell und flexibel im Boden verbaut.“

Lösungen von Kessel:
Entwässerungssysteme von Kessel: klarer Trend zu integrierten Sytemlösungen. © Kessel

Kessel Österreich-Geschäftsführer Meixner sieht einen „klaren Trend zu integrierten Systemlösungen – also weg von Einzelprodukten hin zu abgestimmten Gesamtkonzepten in der Gebäudetechnik“. Exemplarisch dafür verweist er auf den neuen Systemtrenner Cleverloop von Kessel. „Teure, aufwendige und platzfressende Deckendurchbrüche sind nicht mehr nötig, um über die Rückstauebene zu kommen. Dennoch ist Rückstauschutz ohne die klassische Rückstauschleife garantiert“, meint Meixner.

Keine Durchbrüche mehr

Mit dem ebenfalls neuen Produkt Clevervent entfalle zudem die verpflichtende Lüftungsleitung im Gebäude, wenn eine Hebeanlage für fäkalienhaltiges Abwasser installiert ist. „Keine Notwendigkeit mehr für Deckendurchbrüche und Steigleitungen bis durchs Dach“, so Meixner.

Als Beispiel für eine integrierte Systemlösung steht aus seiner Sicht das Speisereste-Sammelsystem von Kessel. Meixner: „Sichere und saubere Abfallentsorgung in der Großküche inklusive sinnvoller Müllerverwertung helfen, wertvolle Synergieeffekte durch die gemeinsame Entsorgung von Speiseresten und fetthaltigem Abwasser zu nutzen.“

Trend zu Duschrinnen

Bei Dallmer hat man einen klaren Trend zu Duschrinnen erkannt. „Sie sind vor allem in hochwertigen Bädern stark gefragt, weil sie eine moderne, bodengleiche Duschgestaltung ermöglichen und architektonisch sehr zurückhaltend integriert werden können“, meint Vertriebschef Koch. „Gleichzeitig beobachten wir, dass Duschrinnen zunehmend nicht mehr nur als Premiumlösung verstanden werden, sondern auch in breiteren Marktsegmenten und bei Standardausschreibungen eine wichtige Rolle spielen.“

Dallmer antworte auf diesen Trend „bereits seit vielen Jahren mit bewährten Produktlösungen im Bereich der Linienentwässerung“. Dabei stehen, so Koch weiter, neben Design und Funktion vor allem die Anforderungen der Verarbeiter im Mittelpunkt. „Entsprechend entwickeln wir unsere Systeme kontinuierlich weiter – etwa mit Blick auf eine einfache Reinigung, hohe Montagesicherheit und eine schnelle, handwerkerfreundliche Installation.“ So biete man Lösungen, die sowohl den gestalterischen Ansprüchen moderner Badarchitektur als auch den praktischen Anforderungen auf der Baustelle gerecht werden.

Hochleistung bei Hebeanlagen

SFA Sanibroy hat sich vor einiger Zeit entschieden, das Segment der Hochleistungshebeanlagen zu erschließen. Das Unternehmen ist seit rund 60 Jahren mit einer erfolgreich Kleinhebeanlage am Markt. Der Schritt zur SFA-Hochleistungspumpe mit einer Förderleistung von über 170 Kubikmeter pro Stunde und einer Förderhöhe von mehr als 40 Meter seit damit nur eine Frage der Zeit gewesen, meint Österreich-Verkaufsleiter Kamptner.

„Diesen Entwicklungsschritt durfte ich aus nächster Nähe miterleben – und aus meiner Sicht war er absolut richtig“, meint er. Er erinnere sich noch genau an die Frage des damaligen Niederlassungsleiters DACH: „Ist das etwas für uns – kann das ein Thema für uns sein?“ Kamptners Antwort: „Wir bewegen uns damit in einem anspruchsvollen Marktumfeld mit starken Mitbewerbern. Aber warum nicht? Wir verfügen über hervorragende Produkte und vor allem über das notwendige technische Know-how in der Abwassertechnik.“

Der Einstieg, so Kamptner weiter, „war anfangs herausfordernd, und ist es teilweise bis heute, insbesondere im Hinblick auf die Anerkennung durch die Kunden.“ Dennoch habe man „mit technischem Engagement, Fachkompetenz und intensiver persönlicher Beratung den Weg in diese Produktsparte erfolgreich beschritten“. Sanibroy-Hochleistungsanlagen wie Sanicubic sowie die Pumpstationen der Serie Sanifos würden mittlerweile auch bei ausführenden Planern zunehmend bekannter und als Marke stärker wahrgenommen.

Stabil und positiv

„Das Geschäft in dieser Produktsparte ist zwar nach wie vor klein und der österreichische Markt überschaubar, dennoch zeigt er sich insgesamt stabil und entwickelt sich bei uns sehr positiv“, sagt der SFA Sanibroy-Verkaufsmanager. Der Vorteil dieses Segments: „Sanierungen in der Gastronomie, Neu- und Umbauten in der Hotellerie, Neubauwohnungen, Sanierungen von Zinshäusern sowie Projekte in Schulen und Kindergärten werden kaum durch Schwankungen im Sanitärmarkt gebremst.“

„Zeit ist Geld. Entscheidend sind persönliche Besichtigungen bereits in der Bauphase, verbunden mit einer fundierten technischen Beratung durch uns.“