Die Fördermittel für die Wiener Begrünungsprogramme sind derzeit ausgeschöpft. Ab Beginn der neuen Förderperiode Anfang 2027 sollen Anträge wieder möglich sein. Für Dachbegrünungen stellt die Stadt Wien bis zu 30.000 Euro pro Dach zur Verfügung. Straßenseitige Fassadenbegrünungen werden mit bis zu 10.000 Euro gefördert, für Fassadenbegrünungen auf Privatgrundstücken sind bis zu 5.000 Euro vorgesehen.
Förderung an technische Anforderungen geknüpft
Bei Dachbegrünungen ist für die Förderfähigkeit eine durchwurzelbare Aufbaudicke von mindestens 10 cm gemäß ÖNORM B 1131 erforderlich, sofern die Begrünung nicht bereits im Zuge einer Baueinreichung verpflichtend ist. Die Förderung beträgt 5 Euro pro Zentimeter durchwurzelbarer Aufbaudicke und Quadratmeter begrünter Fläche, maximal jedoch 30.000 Euro pro Objekt. Auch Planungs- und Beratungsleistungen können in einem angemessenen Verhältnis zu den Gesamtkosten gefördert werden.
Für die Antragstellung sind unter anderem ein Kostenvoranschlag mit Angaben zu Fläche und Aufbaudicke, Fotos des Dachs vor der Begrünung sowie Unterlagen zu Planungs- und Beratungsleistungen erforderlich. Der Antrag muss grundsätzlich vor Beginn der Umsetzung gestellt werden.

Unterstützung auch bei Fassaden
Bei straßenseitigen Fassadenbegrünungen liegt die maximale Förderung bei 10.000 Euro. Gefördert werden unter anderem Neubegrünungen, Bewässerungsanlagen, Zisternen und Überwuchsleisten. Die geplante Begrünungsfläche kann mit maximal 100 Euro pro Quadratmeter gefördert werden. Für Fassadenbegrünungen auf Privatgrundstücken stehen bis zu 5.000 Euro zur Verfügung.
Je nach Ausführung kommen unterschiedliche Systeme infrage. Bei bodengebundenen Begrünungen wachsen Kletterpflanzen direkt aus dem Boden an der Fassade empor. Fassadengebundene Systeme arbeiten beispielsweise mit Pflanztrögen oder vorgehängten Systemen. Letztere ermöglichen auch eine Begrünung höherer Fassadenbereiche, sind jedoch in Errichtung und Instandhaltung aufwendiger.

Beratung erleichtert die Planung
Neben der finanziellen Unterstützung setzt die Stadt Wien auf Beratung. Im Auftrag der Stadt bietet Die Umweltberatung eine kostenlose Erstberatung für Gebäudebegrünung an. Auch Planungsbüros und Grünstattgrau unterstützen bei der Planung; entsprechende Beratungsleistungen können unter bestimmten Voraussetzungen mitgefördert werden. Für Betriebe bietet zudem OekoBusiness Wien Beratungsprogramme an, bei denen bis zu zwei Drittel der Beratungskosten übernommen werden können.
Für die Praxis stehen außerdem Leitfäden und Checklisten zur Verfügung. Diese informieren unter anderem über unterschiedliche Begrünungssysteme, technische und ökologische Funktionen sowie notwendige Genehmigungsschritte.
Fassadenbegrünung wird künftig wichtiger
Die Wiener Stadtplanung sieht darüber hinaus eine Ausweitung der Fassadenbegrünung vor. Bei künftigen Festsetzungen oder Änderungen von Flächenwidmungs- und Bebauungsplänen soll Fassadenbegrünung im gesamten Bauland vorgeschrieben werden. Dies soll sowohl bestehende Stadtviertel als auch neue Stadtentwicklungsgebiete betreffen. Auch verpflichtende Fassadenbegrünungen können laut Stadt Wien förderfähig sein.
Für Dachflächen bietet der Gründachpotenzialkataster eine erste Orientierung, welche Flächen aufgrund ihrer Dachneigung grundsätzlich für eine Begrünung geeignet sind. Damit stehen für Bauherren, Planer und ausführende Betriebe bereits im Vorfeld einer Projektentscheidung Informationen zu Fördermöglichkeiten, Planung und technischen Rahmenbedingungen zur Verfügung.
Hier findet man alle Informationen zu Förderungen und Beratungen der Stadt Wien.