Das Museum Insel Hombroich im nordrhein-westfälischen Neuss (D) feiert 2026 sein 40-jähriges Bestehen. Zu den prägendsten Bauten des Areals zählen die von Bildhauer Erwin Heerich als begehbare Skulpturen entworfenen Pavillons. Der größte Ausstellungspavillon des Ensembles, das Labyrinth, bildete den ersten Meilenstein eines fünfjährigen ökologischen Sanierungsprogramms und steht seit seiner Fertigstellung wieder für Besucher*innen offen. Ziel der Maßnahme war es, die anspruchsvolle Architektursprache Heerichs zu wahren und die Gebäudehülle gleichzeitig konservatorisch sowie energetisch auf den neuesten Stand zu bringen. Einen zentralen Baustein bildet das Tageslichtsystem. Das maßgeschneiderte Isolierglas erfüllt die hohen gestalterischen sowie bauphysikalischen Vorgaben.
Unsichtbarer Systemwechsel dank exakter Einpassung
Da das Tageslicht ausschließlich über das Glasdach in den geschlossenen Baukörper des Labyrinths fällt, bestimmt die Verglasung maßgeblich die Atmosphäre und den Schutz der Kunstwerke im Gebäudeinneren. Die Form des Glasdachs folgt dabei dem quadratischen Grundrissraster von 5,5 × 5,5 Metern, bei dem pro Rasterfeld jeweils ein gefaltetes Glasmodul den oberen Dachabschluss bildet.
Die ursprünglich eingesetzte Verglasung war mit einer weißen Sonnenschutzfolie beklebt, die mit der Zeit rissig wurde und sich ablöste. Da die alte Verglasung zudem nicht mehr den heutigen energetischen Standards entsprach, musste sie ersetzt werden. Allerdings durfte die Gestalt dieser begehbaren Skulptur bei der energetischen Erneuerung optisch nicht verändert werden. Daher wurden auf der 1.530 Quadratmeter großen Verglasungsfläche die neuen Isolierglaselemente exakt in die bestehende gefaltete Dachgeometrie eingepasst. So bleibt der Systemwechsel optisch unauffällig, sichert jedoch hohe energetische und lichttechnische Standards.

Lichtstreuende Dachverglasung für anspruchsvolle Räume
Für die energetische Erneuerung kam das lichtstreuende Isolierglassystem Okalux mit im Scheibenzwischenraum integrierten Kapillareinlagen zum Einsatz. Die Kapillaren wandeln das über die Dachfläche einfallende Sonnenlicht in diffuses Tageslicht um und lenken es blendfrei bis tief in alle Raumbereiche, unabhängig von der Einstrahlungsrichtung. Dadurch werden störende Schlagschatten vermieden, sodass die Raumplastizität der begehbaren Skulptur optimal zur Geltung kommt. Neben der Raumästhetik übernimmt die Verglasung entscheidende Schutzfunktionen für das Raumklima: Das Isolierglas filtert schädliche UV-Strahlung nahezu vollständig, senkt den Gesamtenergiedurchlassgrad zur Vermeidung sommerlicher Überhitzung und reduziert im Winter Transmissionswärmeverluste. Ein weiterer wesentlicher wirtschaftlicher und ökologischer Vorteil für den langfristigen Erhalt der begehbaren Skulptur liegt in der geschützten Positionierung der Kapillaren. Sie sind sicher im Inneren des Isolierglases integriert. Daher bleibt das System dauerhaft vor Witterungseinflüssen sowie Verschmutzung geschützt und ist wartungsfrei. Im Zusammenspiel mit einem unterirdischen Geothermiefeld zum Beheizen und Kühlen fügen sich die maßgefertigten Okalux-Elemente nahtlos in das klimagerechte Gesamtkonzept des Museums ein.
(bt)

