„Die Unsicherheiten sind groß, die Betriebe fahren auf Sicht“, brachte Manfred Denk, Obmann der Bundessparte Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), die allgemeine Lage beim Pressegespräch der Bundessparte in Wien auf den Punkt. Für die Metalltechnikbranche ist das Bild gespalten: Nach dem deutlichen Rückschlag 2024 lässt sich 2025 zumindest eine Bodenbildung erkennen.

2025: Erholung nach dem Tief

Das Gesamtjahr 2025 brachte für die Branche eine leichte Entspannung gegenüber dem Vorjahr. Der nominelle Umsatz sank um 2,2 Prozent – nach einem Minus von 5,9 Prozent im Jahr 2024. Preisbereinigt ergibt sich ein reales Minus von 4,1 Prozent, das sich damit gegenüber dem Vorjahr (–8,7 Prozent) spürbar verringert hat. Das Bruttoinlandsprodukt lag 2025 real um 0,6 Prozent über dem Vorjahresniveau.

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Die Verteilung innerhalb der Branche ist heterogen: 33 Prozent der Betriebe meldeten Umsatzsteigerungen, im Schnitt um 8,2 Prozent. 36 Prozent verzeichneten Rückgänge, im Schnitt um 12,8 Prozent. 31 Prozent blieben auf Vorjahresniveau. Die Verkaufspreise stiegen 2025 um 2,1 Prozent – und damit deutlich unter der Inflationsrate von 3,6 Prozent. Die Preisdurchsetzung bleibt für die Branche schwierig.

Bemerkenswert ist die überdurchschnittlich hohe Exportquote: 13,4 Prozent des Gesamtumsatzes entfielen 2025 auf Exporte – weit über dem Gesamtschnitt des Gewerbes und Handwerks von 5,7 Prozent. Das macht die Branche stärker als andere abhängig von der internationalen Konjunktur, von Wechselkurseffekten und von handelspolitischen Entwicklungen. Immerhin 30 Prozent der Betriebe erzielen Exportumsätze.

Investitionen: Rückgang setzt sich fort

2025 tätigten 43 Prozent der Betriebe Investitionen – nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr. Das investierte Volumen sank im Branchendurchschnitt auf rund 3.300 Euro je Beschäftigten, ein Rückgang von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr (4.300 Euro). Ausrüstungsinvestitionen gingen von 3.200 auf 2.400 Euro je Beschäftigten zurück, bauliche Investitionen von 1.100 auf 900 Euro. Der Großteil der Investitionen entfiel auf Ersatz (50 Prozent), 30 Prozent waren Erweiterungsinvestitionen und 20 Prozent Rationalisierungsinvestitionen – letzteres ein für die Branche vergleichsweise hoher Wert, der auf den fortgesetzten Effizienzierungsdruck hindeutet. Für 2026 planen 39 Prozent der Betriebe Investitionen, 22 Prozent davon in höherem Ausmaß als im Vorjahr.

Herausforderungen: Kosten und Bürokratie dominieren

Bei den Belastungen für 2026 stehen Arbeitskosten (54 Prozent) an erster Stelle, gefolgt von Steuern und Abgaben (52 Prozent), Bürokratie und Verwaltung (51 Prozent) sowie Preiskonkurrenz (51 Prozent) und Preissteigerungen bei Rohstoffen und Materialien (49 Prozent). Auffällig ist der deutliche Rückgang beim Fachkräftemangel: von 42 Prozent im Vorjahr auf 33 Prozent – ein Zeichen, dass die Auslastungssituation den Personalengpass zumindest vorübergehend entschärft hat. Auch die schwache Kundennachfrage ist mit 34 Prozent gegenüber dem Vorjahr (50 Prozent) deutlich zurückgegangen, was auf eine gewisse Nachfragebelebung hindeutet.

Stimmungsbarometer: Anteil der Betriebe mit guter und schlechter Geschäftslage in Prozent
sowie Saldo in %-Punkten
Stimmungsbarometer: Anteil der Betriebe mit guter und schlechter Geschäftslage in Prozentsowie Saldo in %-Punkten © KMU Forschung Austria

Das erste Quartal 2026 zeigt keine Aufhellung beim Stimmungsbarometer. 41 Prozent der Betriebe beurteilten ihre Geschäftslage als schlecht – mehr als im Vorquartal (34 Prozent), nur 14 Prozent als gut. Der Negativsaldo von 27 Prozentpunkten ist ein deutliches Signal. Im Vergleich zum Vorquartal hat sich die Stimmung damit weiter eingetrübt.

Auftragsbestand: Minimales Plus

Nach Rückgängen in drei aufeinanderfolgenden Jahren dreht der Auftragsbestand im ersten Quartal 2026 mit plus 0,9 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2025 wieder knapp ins Plus. Im Branchendurchschnitt sichert der Bestand eine Vollauslastung von 9,7 Wochen. Das ist ein zarter Wendepunkt – mehr nicht, aber immerhin.

40 Prozent der Betriebe melden einen Auftragsvorlauf von ein bis vier Wochen, 27 Prozent von fünf bis neun Wochen. 20 Prozent verfügen über zehn bis 19 Wochen Auslastung, acht Prozent über 20 und mehr Wochen – letzterer Wert ist im Branchenvergleich beachtlich. 81 Prozent des Auftragsbestands kamen aus dem privaten und gewerblichen Bereich, elf Prozent aus öffentlichen Bauprojekten über Generalunternehmer oder Bauträger, acht Prozent aus Direktvergaben der öffentlichen Hand. 56 Prozent der Betriebe könnten sofort zusätzliche Aufträge annehmen – etwas weniger als im Vorjahr (66 Prozent), was auf eine leicht verbesserte Auslastung hindeutet.

Entwicklung des Auftragsbestands: Veränderung zum 1. Quartal des jeweiligen Vorjahres
in Prozent
Entwicklung des Auftragsbestands: Veränderung zum 1. Quartal des jeweiligen Vorjahresin Prozent © KMU Forschung Austria

Weniger Pessimismus

Für das zweite Quartal 2026 überwiegen die pessimistischen Einschätzungen mit einem Saldo von minus neun Prozentpunkten. 27 Prozent der Betriebe rechnen mit sinkenden Auftragseingängen, 18 Prozent erwarten Steigerungen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (Saldo: minus 16 Prozentpunkte) ist das eine spürbare Verbesserung, auch wenn gegenüber dem ersten Quartal 2026 (Saldo: plus ein Prozentpunkt) der Pessimismus wieder zugenommen hat.

Bei der Personalplanung bleibt die Branche vorsichtig: 76 Prozent der Betriebe wollen den Stand halten, 19 Prozent planen eine Aufstockung und fünf Prozent einen Abbau. Der geplante Beschäftigtenzuwachs von 1,6 Prozent liegt leicht über dem Vorjahresniveau (1,2 Prozent) – ein moderates, aber stabiles Signal.

Quelle: KMU Forschung Austria, Konjunkturbeobachtung Gewerbe und Handwerk – Schlosser, Metall- und Maschinenbautechnik, Land- und Baumaschinentechnik sowie Schmiede, Gesamtjahr 2025 und 1. Quartal 2026, April 2026. Auftraggeber: Wirtschaftskammer Österreich, Bundessparte und Landessparten Gewerbe und Handwerk.