Am 30. Juni und 2. Juli 2026 veranstaltete Cancret seine Industrietage. Medienvertretende sowie Fachleute aus Architektur, Projektleitung und Holzbau besuchten dabei drei Stationen des Herstellungsprozesses von Hanfkalk-Außenwänden. Beteiligt waren neben Cancret die Unternehmen Schöb, Ammann Bau und Openly. Im Mittelpunkt stand die Fertigung vorgefertigter Außenwandelemente. Gezeigt wurden der Aufbau der tragenden Holzrahmen, die Herstellung und Verarbeitung des Hanfkalk-Gemischs sowie der Einsatz der fertigen Elemente beim Projekt Valley Widnau in der Schweiz.
Vom Holzrahmen zum Hanfkalk-Element
Erste Station war das Holzbauunternehmen Schöb in Gams im Schweizer Kanton St. Gallen. Dort werden die tragenden Holzrahmenelemente gefertigt, die als Grundlage der Cancret-Außenwände dienen. Das Unternehmen demonstrierte unter anderem den Aufbau der Rahmenkonstruktionen einschließlich der Öffnungen für Fenster und Türen.

Anschließend führte die Veranstaltung zu Ammann Bau in Nenzing in Vorarlberg. Dort wird das Hanfkalk-Gemisch aus Hanfschäben und einem mineralischen Bindemittel hergestellt. Das Material wird in die vorgefertigten Holzrahmenelemente eingebracht und verdichtet. Die Teilnehmenden erhielten dabei Einblick in Mischvorgang, Verdichtung und Trocknung der Bauteile.

Einsatz beim Projekt Valley Widnau
Die dritte Station führte zum Bauprojekt Valley Widnau in der Schweiz. In der bereits fertiggestellten ersten Etappe konnten die eingebauten Hanfkalk-Außenwände besichtigt werden. Bei der zweiten Etappe des Projekts sollen weitere Cancret-Elemente zum Einsatz kommen.

Die beiden Bauabschnitte werden von Openly als Gesamtleistungsanbieter umgesetzt. Damit konnten die Teilnehmenden den Herstellungsprozess von der Fertigung des Holzrahmens über die Befüllung bis zum eingebauten Fassadenelement nachvollziehen.

Workshop zu biogenen Baustoffen
Im Zusammenhang mit dem Projekt veranstaltet der Schweizerische Ingenieur- und Architektenverein (SIA) einen Workshop unter dem Titel „Buildings as a carbon sink“. Auf dem Programm stehen unter anderem die Zertifizierung biogener Gebäude nach dem C-Sink-Standard, vorgefertigte Hanfkalk-Elemente, Trockenbau mit Lehmplatten für Innenwände sowie vorgefertigte Holz-Lehm-Massivdecken. Der Workshop richtet sich laut Veranstalter an Fachleute aus Architektur und Planung sowie an Investierende und Ingenieur*innen.