Faszination Baumhaus
Mit einem „re.treehouse“ verwandeln sich ungenutzte Plätze zu individuellen Rückzugsorten in der Natur. Modernes Design, hochwertiges Handwerk und natürliche Materialien bilden die Basis für den „Raum im Baum“.

Für viele ist es ein (unerfüllter) Kindheitstraum. Die Rede ist vom eigenen Baumhaus, das vielen früher als der Inbegriff von Freiheit und Unabhängigkeit erschien. Den wenigsten wurde dieser Wunsch allerdings erfüllt. Mit einem „re.treehouse“ kann der Traum nun Realität werden. Das Produkt des österreichischen Startups „Sinn.Frei“ ermöglicht es, durch flexible Konstruktionslösungen innerhalb weniger Tage (teilweise baugenehmigungsfrei) im Außenbereich zusätzlichen Raum zu schaffen. Durch einen modularen Ansatz und Individualisierungsmöglichkeiten werden die Einheiten nach den Vorstellungen der Kund*innen geplant, gebaut und wenn gewünscht im Laufe der Nutzungsdauer angepasst. Sie dienen z. B. als Yogaplattform, als Pavillon oder als Übernachtungsmöglichkeit. Sanitäranlagen – und damit eine Vollausstattung wie in einem Tiny Haus – gibt es allerdings nicht.
Über die Anfänge

Julian Erhart absolvierte das Studium Design und Produktmanagement an der FH Salzburg und gründete sein Designbüro 2022. Mit der Produktlinie „re-treehouse“ hat man ein echte Besonderheit zu bieten: „Die Idee zu unserer Interpretation des Baumhauses ist tatsächlich beim Spazierengehen im Schönbrunner Schlosspark entstanden, als ich gerade an meiner Bachelorarbeit gearbeitet habe. Ich habe mir gedacht, es wäre schön, zwischen den Bäumen sitzend zu arbeiten anstatt am langweiligen Schreibtisch“, erzählt Erhart. Da er damals bei einem Tiny Haus-Hersteller beschäftigt war, hatte er bereits Einblick in die Materie. Eine Förderung der Wirtschaftsagentur Wien ermöglichte Erhart und seinem Studienkollegen Moritz Maller den Bau des ersten Prototypen. Insgesamt zählt das Kernteam vier Köpfe, neben den beiden Designern sind Marcel Schell, Umweltingenieur mit Schwerpunkt ressourcenorientiertes Bauen und der erfahrene Holzhandwerker Pieter den Have mit dabei.
Komplexes Gebilde

Der Präsentation des „Kugelbaumhauses“, eines komplexen Gebildes aus Lärchen-Bugholz und maßgeschneidertem Planendach, ging ein langer Entwicklungsprozess voraus. „Die Plattform kreierte der erfahrene Baumhausbauer Richard Polsterer, der kugelförmige Aufsatz stammt von uns. Im Bauen dieser Rundform, für die wir formgebende Leimbinder einsetzen, lag auch die größte Herausforderung. Lange haben wir auch nach den passenden, wetterfesten Outdoortextilien gesucht“ erzählt Erhart. Fündig wurde man bei der oberösterreichischen Textilmanufaktur Meisel. Das Traditionsunternehmen ist fixer Teil des erfahrenen Partnernetzwerkes aus heimischen Firmen: Dazu zählen auch die Tischlerei MT Design aus Zeltweg und Technik Kacetl in Wien Liesing, die die komplexen CNC-Fräsungen übernehmen.
Circular Design

Das Präfix „re“ vor dem „treehouse“ steht für die Neuinterpretation des Baumhauses und weist auf den Aspekt der Kreislaufwirtschaft hin: „Es war uns von Anfang an wichtig, unter dem Motto des Circular Design zu bauen. Dafür setzen wir für die Grundkonstruktion auf unbehandeltes, heimisches Lärchenholz und eine möglichst einfache stoffliche Trennung der Einzelteile. Bei der textilen Hülle sind wir allerdings an unsere Grenzen gestoßen“, so Julian Erhart. Der imprägnierte Baumwollstoff, der bei einem Modell in Griechenland im Einsatz ist, nützte sich durch die äußeren Einflüsse zu sehr ab: „Daher sind wir auf ein Outdoortextil auf Acrylbasis umgestiegen. Das Material ist zwar in der Theorie recycelbar, wird aber in der Praxis nur sehr schwer für uns umsetzbar sein“, so Erhart über „den Kompromiss, der der Funktion geschuldet ist“.

Die Baumhäuser kommen auf Stelzen daher oder werden mittels Klemmbefestigung wie man sie von Hochseilgärten kennt befestigt. Ist eine direkte Verankerung im Baum nötig, werden – nach der „Freigabe“ durch einen Sachverständigen – spezielle Baumbolzen eingesetzt, die für den Baum wie ein Ast funktionieren. Das heißt, sie werden wieder von der Rinde umschlossen, das Eindringen von Feuchtigkeit und Schädlingen wird so verhindert.
Offen für Kooperationen
Das junge Team steht mit seinem Nischenprodukt noch in den Anfängen. Neben Privatkunden, die man vor allem über Designmessen anspricht, möchte man sich in der Zukunft stärker um Kundschaft aus der Hotellerie und Gastronomie bemühen, die ihren Gästen mit den Baumhäusern spezielle Erlebnisse ermöglichen können. Auch neue Zusammenarbeiten kann man sich vorstellen: „Wir freuen uns, wenn Handwerksbetriebe von unsere Idee angetan sind – für spannende Kooperationen sind wir jederzeit offen“, ruft Julian Erhart zur Kontaktaufnahme auf. Was sich alles tut rund um die innovativen Baumhäuser, erfährt man am besten via Instagram, „unsere Auftritt IG:re.treehouse ist immer auf dem neuesten Stand“.




