Innung Wien

Symbolträchtiger Start ins Berufsleben

Im Rahmen der feierlichen Aufdingfeier der Wiener Tischlerinnung wurden 89 angehende Tischler*innen offiziell in den Berufsstand aufgenommen.

Im traditionsreichen Festsaal der Berufsschule für Holz, Klang, Farbe und Lack fand am 23. Jänner 2026 die Aufdingfeier der Wiener Tischlerinnung statt. Insgesamt 89 neue Lehrlinge wurden dabei offiziell in den Berufsstand aufgenommen – dreißig von ihnen waren persönlich anwesend. Ein besonderes Detail: Eine Teilnehmerin erhielt gleich zwei Urkunden, da sie eine Doppellehre als Tischlerin und Bildhauerin absolviert.

Traditioneller Einstieg

Die Berufsanwärter*innen wurden feierlich in den Berufsstand aufgenommen. © Barbara Lachner
Die Berufsanwärter*innen wurden feierlich in den Berufsstand aufgenommen. © Barbara Lachner

Wie jedes Jahr schworen die Berufseinsteigerinnen und -einsteiger per Handschlag ihren Eid auf die jahrhundertealte Handwerkskunst. Die traditionelle Eidformel sprach heuer stellvertretend Meister Christian Vetö, der auch als Lehrlingswart fungiert. In seiner Ansprache betonte er die Vielseitigkeit des Tischlerberufs und richtete einen motivierenden Blick in die Zukunft: Vielleicht werde er den einen oder die andere sogar bis zur Meisterprüfung begleiten – dem „Doktorat im Handwerk“. Christoph Hrabe, Direktor der Berufsschule, appellierte an die jungen Berufsanwärter*innen, die kommenden drei Ausbildungsjahre intensiv zu nutzen: „Saugt unseren Lehrern und euren Meistern das Wissen aus dem Kopf heraus und schaut, dass ihr so viel wie möglich mitnehmt.“

Historische Symbolik

Erstmals wurde die Feier vom neuen Fahnenträger Meister Lukas Dorn begleitet, der diese ehrenvolle Aufgabe im März des Vorjahres übernommen hat. Innungsmeister Ludwig Weichinger-Hieden verwies in seiner Rede auf ein bedeutendes historisches Symbol: die Gesellentruhe aus dem Jahr 1638 – ein Original, das von der Innung mit großer Sorgfalt aufbewahrt wird und für die tiefe Verwurzelung des Tischlerhandwerks in der Geschichte steht. Musikalisch untermalt wurde die Zeremonie von einem besonderen Instrument: einem restaurierten Pianino, das im Vorjahr von den Berufsschülerinnen und -schülern selbst instand gesetzt wurde – ein gelungenes Beispiel für die Verbindung von Handwerkskunst und Kreativität. „Die Landesinnung Wien der Tischler und Holzgestalter freut sich über den engagierten Nachwuchs und wünscht allen neuen Lehrlingen eine erfolgreiche und erfüllende Ausbildungszeit“, so die Innungsvertreter.

Ehrung langjähriger Tischlerbetriebe

Im zweite Teil der Veranstaltung wurden verdiente Tischlereibetriebe ausgezeichnet. Im Bild der neue Fahnenträger Lukas Dorn, Tischlermeister Olav Schöner und LIM Ludwig Weichinger-Hieden. © Barbara Lachner
Im zweite Teil der Veranstaltung wurden verdiente Tischlereibetriebe ausgezeichnet. Im Bild der neue Fahnenträger Lukas Dorn, Tischlermeister Olav Schöner und LIM Ludwig Weichinger-Hieden. © Barbara Lachner

Im zweiten Teil der Veranstaltung wurden Wiener Tischlerbetriebe ausgezeichnet, die sich über Jahrzehnte hinweg um die Branche verdient gemacht haben. Sie wurden für ihr Engagement und ihren Beitrag zur Weiterentwicklung des Handwerks mit Urkunden geehrt.

Die Ehrungen nach Jahren:

25 Jahre

  • Johann Gollner, Holzwerkstätte Gollner
  • Thomas Feitsch, Tischlerei Robert Krammer

30 Jahre

  • Gregor Sztatecsny, Foroom

35 Jahre

  • Peter Baumgartner, Tischlerei Baumgartner
  • Ludwig Weichinger-Hieden, Tischlerei Weichinger

50 Jahre

  • Olav Schöner, Kittinger Tischlerei & Küchenstudio

90 Jahre

  • Helmut Thomas Heitzer, Tischlerei Heitzer

(red/wkw)