Dietmar Feichtinger im Austrian Cutural Forum New York
Das Austrian Cultural Forum New York widmet dem österreichischen Architekten Dietmar Feichtinger eine umfassende Einzelausstellung. Unter dem Titel „Architecture of Connection“ werden zentrale Projekte und entwurfsstrategische Prinzipien seines 1994 in Paris gegründeten Büros präsentiert.
Mit „Architecture of Connection“ präsentiert das Austrian Cultural Forum New York (ACFNY) eine Einzelausstellung über den international tätigen österreichischen Architekten Dietmar Feichtinger und sein Büro Dietmar Feichtinger Architectes. Die Schau ist von 5. März bis 20. September 2026 in New York zu sehen.
Gegründet wurde das Büro 1994 in Paris. Laut Presseaussendung steht die Arbeit von Feichtinger für eine eigenständige architektonische Haltung, die auf struktureller Klarheit, technischer Präzision und einer kontinuierlichen Auseinandersetzung mit dem öffentlichen Raum basiert. Das Werk umfasst Brücken, Verkehrsinfrastrukturen, Bildungs- und Kulturbauten, Wohngebäude sowie weitere öffentliche Projekte. Im Zentrum steht die Frage, wie Architektur als verbindendes System wirken kann – indem sie Menschen, Orte und urbane Räume miteinander verknüpft.

Struktur als architektonisches Prinzip
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht der integrale Entwurfsansatz des Büros. Tragwerk, Konstruktion und architektonischer Ausdruck werden als Einheit gedacht. Die Struktur wird nicht verborgen, sondern als primäres räumliches Ordnungsgerüst sichtbar gemacht. Ingenieurleistungen und konstruktive Details sind Teil der architektonischen Sprache. Architektur und Ingenieurbau verschmelzen zu einer kohärenten Methodik, die auf funktionale Präzision, räumliche Lesbarkeit und langfristige Nutzungsqualität ausgerichtet ist.
Die Ausstellung zeigt Modelle, Wettbewerbs- und Ausführungszeichnungen, Filme sowie großformatige fotografische und panoramische Dokumentationen realisierter und laufender Projekte. Thematisiert wird auch das Spannungsfeld zwischen Entwurf und baulicher Umsetzung sowie der kollaborative Charakter von Bauprozessen. Beiträge von Ingenieur:innen, Fachplaner:innen, Handwerker:innen und Auftraggebenden werden als wesentliche Bestandteile architektonischer Qualität sichtbar gemacht.
Brückenbau und internationale Anerkennung

Zu den bekanntesten Projekten zählen die Simone-de-Beauvoir-Brücke in Paris aus dem Jahr 2006 sowie der Steg zum Mont-Saint-Michel von 2015. Letzterer entstand im Zuge umfangreicher Maßnahmen zur ökologischen Wiederherstellung des Unesco-Welterbes. Die schlanke Konstruktion und der geringe Eingriff in die Landschaft gelten als Beispiel für die Verbindung von Ingenieurinnovation, Landschaftsstrategie und öffentlicher Infrastruktur.
„Ich mag den Begriff Spezialist nicht. Unsere Arbeit umfasst ein Krankenhaus, Universitäten, Schulen, Bürogebäude, öffentliche Schwimmbäder, aber auch Wohnbau und Brücken. Ich möchte nicht in die Gewohnheit geraten, nur Bürogebäude oder nur Brücken zu entwerfen. Gewohnheit tötet Kreativität“, sagt Dietmar Feichtinger, Architekt und Gründer von Dietmar Feichtinger Architectes in Paris.
In einem weiteren Statement betont er die Bedeutung technischer Kompetenz für den Entwurf: „Technologie hat mich immer fasziniert. Sie zu beherrschen, ermöglicht größere Ausdrucksfreiheit.“ Die österreichische Architekturausbildung der späten 1980er-Jahre habe zunächst zu einem ingenieurwissenschaftlichen Abschluss geführt, gefolgt von mindestens fünf Jahren Praxis und einer Befähigungsprüfung. Dies unterstreiche das Verständnis von Architektur als technische und kulturelle Disziplin.
Feichtinger, geboren 1961 in Bruck an der Mur, studierte Architektur an der Technischen Universität Graz und schloss 1988 mit Auszeichnung ab. Er wurde 1998 mit dem Architekturpreis der Akademie der Künste Berlin ausgezeichnet und ist seit 2014 ordentliches Mitglied der Akademie der Künste Berlin. 2026 wurde er zum Ehrenmitglied der Académie d’Architecture in Frankreich ernannt. Neben seiner internationalen Tätigkeit ist er als Professor an der TU Wien tätig.
Architecture of Connection
Architekt: Dietmar Feichtinger
Ort: Austrian Cultural Forum New York, 11 East 52nd Street, New York
Laufzeit: 5. März bis 20. September 2026
Eröffnung: 5. März 2026, 18 Uhr
Kuratorin: Stephanie Buhmann
Direktorin ACFNY: Susanne Keppler-Schlesinger
Website: www.feichtingerarchitects.com




