Nachhaltig gut für die Umwelt: Lacke aus Schweinegülle
Dass wichtige Bestandteile in Lacken auch aus landwirtschaftlichen Reststoffen hergestellt werden können, zeigt die Farbenfabrik Oellers aus Aldenhoven in gemeinsamen Forschungsprojekten mit der Hochschule Niederrhein.
Vieles, was auf Oberflächen aufgetragen wird, um diese zu schützen oder zu dekorieren, hat nach wie vor einen hohen Anteil an Zusätzen aus fossilen Quellen. Die Farbenfabrik Oellers hat nun gemeinsam mit der Hochschule Niederrhein (HSNR) und dem Sondermaschinenbauer 3WIN ein Verfahren entwickelt, bei dem wichtige Funktionsstoffe für Korrosionsschutzlacke biobasiert erzeugt werden. Das Ergebnis sind sehr nachhaltige Lacke, die ressourcenschonend aus massenhaft vorhandenen landwirtschaftlichen Reststoffen produziert werden können – und das bei gleich hoher Qualität und Leistungsfähigkeit.

© Simon Erath
Marktfähige Lösung mit wissenschaftlichem Fundament
Seit 2024 bereits arbeitet die Farbenfabrik Oellers in den Forschungsprojekten „P-REx“ und „BioPhosCoat“ der HSRN daran mit, landwirtschaftliche Abfälle aufzubereiten und in der industriellen Lackproduktion einzusetzen. Bei P-REx wird dabei Phytinsäure mit Hilfe von Enzymen vornehmlich aus Schweinegülle extrahiert und der darin enthaltene Phosphor als Bindemittel nutzbar gemacht. „Aktuell erproben unsere Lackingenieure im hauseigenen Labor, welche Modifikation der Phytinsäure in unseren Lacken die besten Ergebnisse erzielt“, berichtet Geschäftsführer Paul Oellers über den Projektfortschritt.

Innovationstreiber Nachhaltigkeit
Paul Oellers leitet sein traditionsreiches Unternehmen heute in zweiter Generation und legt besonderen Wert auf die kontinuierliche Verbesserung der Umweltfreundlichkeit seiner Produkte. Bereits seit Jahren setzt er bei seinen Lacken erfolgreich auf nachwachsende Rohstoffe regionaler Zulieferer, wie etwa Alkydharze oder Fettsäuren aus pflanzlichen Ölen. Auch die Forschungsprojekte P-REx und BioPhosCoat sind eine konsequente Fortführung dieses Engagements.



