Architekturfestival Turn On: „Kreative Dissonanzen“
Von 12. bis 14. März 2026 findet im ORF RadioKulturhaus Wien das Architekturfestival Turn On statt. Unter dem Leitmotiv „Kreative Dissonanzen“ diskutieren internationale Architektinnen, Planerinnen und Expert*innen aktuelle Fragen der Architektur und Stadtentwicklung. Der Eintritt ist frei, das Programm wird zusätzlich per Livestream übertragen.
Unter dem diesjährigen Leitmotiv „Kreative Dissonanzen“ richtet das Festival den Blick bewusst auf experimentelle und zukunftsorientierte Positionen. Laut Veranstalter*innen soll damit ein Kontrapunkt zu den Krisennarrativen der vergangenen Jahre gesetzt werden. Gefragt sei ein neuer, differenzierter Blick auf Architektur und ihre Rolle in einer zunehmend komplexen Gesellschaft.
Baupraxis und Entwurfsstrategien
Die ersten beiden Festivaltage stehen im Zeichen der Programmschiene Turn On Partner. In diesem Format diskutieren Architekturbüros gemeinsam mit Auftraggeber*innen und Unternehmen vorwiegend aus Österreich und Deutschland konkrete Fragen des Planens und Bauens. Dabei geht es unter anderem um konstruktive Lösungen, Materialentwicklungen und aktuelle Bauprojekte.
Neu ist laut Festivalorganisation ein Schwerpunkt auf Start-ups. Junge Unternehmen sollen gezielt in den architektonischen Diskurs eingebunden werden und ihre experimentellen Ansätze präsentieren.
Im Format Turn On Talk steht ein Gespräch mit Expert*innen zum Thema „Künstliche Intelligenz in der Architektur“ am Programm. Diskutiert werden sowohl experimentelle Anwendungen im Entwurfsprozess als auch datenbasierte Werkzeuge, die Planungs- und Organisationsprozesse im Berufsalltag unterstützen.
Internationale Architekturpositionen
Das Format Turn On Studio widmet sich aktuellen Lehrkonzepten an Hochschulen. Bettina Götz, Architektin bei Artec Architekten in Wien, arbeitet gemeinsam mit Studierenden der Universität der Künste Berlin an der Serie „Abstract City“. Dabei stehen Wechselwirkungen zwischen Städtebau und Baukonstruktion im Fokus.
Anschließend stellt Peter Fattinger, Leiter des design.build studio an der TU Wien, sein „Service-Learning“-Konzept vor. Dieses überträgt international erprobte Programme wie das Rural Studio auf den österreichischen Kontext und verbindet akademische Lehre mit konkreten Bauprojekten.
Am Samstag rückt die Programmschiene Turn On herausragende Architekturpositionen aus dem In- und Ausland in den Mittelpunkt. Präsentiert werden Projekte aus den Bereichen Wohnbau, Bildung, Freizeit und Infrastruktur. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Umgang mit bestehender Bausubstanz in kleineren Städten und Ortszentren.
Internationaler Fokus auf Portugal
Wie in den vergangenen Jahren richtet das Festival auch 2026 den Blick über Österreich hinaus. Neben Beiträgen aus Deutschland liegt der geografische Schwerpunkt auf Portugal. Erwartet werden unter anderem Beiträge der Architekturbüros Bak Gordon, Branco del Río sowie Correia/Ragazzi.
Als Festrednerinnen treten am Freitag Jurek Brüggen und Aimée Michelfelder vom Kollektiv Afea – Association for Ecological Architecture – auf. In ihrem Vortrag befassen sie sich mit transformativen Prozessen im Planungsalltag und der Frage, welche neuen Perspektiven Architektinnen in einer zunehmend komplexen Arbeitswelt entwickeln können.
Livestream: hier




