Wohnungsneubau 2025

Baugenehmigungen: Ein- und Zweifamilienhäuser als Stabilitätsanker

Der österreichische Wohnungsneubau sendet im Jahr 2025 erste Erholungssignale. Während Ein- und Zweifamilienhäuser im dritten Quartal erneut kräftig zulegen, zeigt sich der Geschoßwohnbau regional und temporär noch verhalten. In der Gesamtjahresbetrachtung bleibt der Ausblick für beide Segmente jedoch positiv, wie aktuelle Auswertungen von Branchenradar Marktanalyse auf Basis von Daten der Statistik Austria belegen.

Der Wohnungsneubau in Österreich gewinnt spürbar an Dynamik. Insbesondere im Segment der Ein- und Zweifamilienhäuser zeichnet sich eine nachhaltige Belebung der Nachfrage ab. In den ersten drei Quartalen 2025 stieg die Zahl der bewilligten Wohneinheiten in neu errichteten Gebäuden gegenüber dem Vorjahreszeitraum um +23,1 Prozent.
Ein besonders starkes Signal kommt aus dem dritten Quartal: Mit einem Plus von +42,3 Prozent gegenüber dem Vergleichsquartal 2024 erreicht das EZFH-Segment eine deutliche Beschleunigung. Damit bestätigen sich die Erwartungen einer wachsenden Investitionsbereitschaft privater Bauherren.

Geschoßwohnbau: Temporärer Rückschlag im dritten Quartal

Deutlich verhaltener entwickelt sich hingegen der Objektwohnbau. Im Zeitraum Jänner bis September 2025 erhöht sich die Bewilligungsleistung im Jahresvergleich lediglich um +1,7 Prozent. Ausschlaggebend dafür ist laut Branchenradar ein unerwarteter Rückgang der Baugenehmigungen im dritten Quartal um –16,6 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode.
Während private Haushalte bereits wieder verstärkt in Neubauprojekte investieren, agieren Wohnbaugesellschaften und Bauträger weiterhin zurückhaltend. Mit Ausnahme des Burgenlands sowie der westlichen Bundesländer Salzburg, Tirol und Vorarlberg wurden bis einschließlich September in allen übrigen Bundesländern weniger Wohneinheiten im Geschoßwohnbau genehmigt als im Jahr zuvor. Im EZFH-Segment verzeichnet lediglich Salzburg ein leichtes Minus.

Regionale Differenzierung prägt das Marktbild

Die Entwicklung des Wohnungsneubaus verläuft regional uneinheitlich. Insbesondere im Geschoßwohnbau zeigen sich erhebliche Unterschiede zwischen den Bundesländern. Für das vierte Quartal rechnen Marktbeobachter jedoch in mehreren Regionen mit einem Nachholeffekt, der das Jahresergebnis stabilisieren dürfte.
Branchenradar Marktanalyse prognostiziert für das Gesamtjahr 2025 insgesamt 23.970 bewilligte Wohneinheiten in neu errichteten Mehrfamilienhäusern. Dies entspricht einem Zuwachs von +6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Eine klar negative Jahresbilanz wird lediglich für Wien, Niederösterreich und Kärnten erwartet.

Gesamtjahresprognose: Breiter Zuwachs im EZFH-Bereich

Noch deutlicher fällt der Ausblick im Bereich der Ein- und Zweifamilienhäuser aus. Für das Gesamtjahr 2025 wird mit rund 12.100 bewilligten Wohneinheiten gerechnet – ein Anstieg von +30,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zuwächse werden dabei in allen Bundesländern erwartet.
(bt)

Tabelle: Genehmigte Wohneinheiten (in neuen Wohngebäuden) 1-9/2025. © Statistik Austria
Tabelle: Genehmigte Wohneinheiten (in neuen Wohngebäuden) 1-9/2025. © Statistik Austria

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