Fassadenarchitektur

Starke Linien, klare Botschaft

10.02.2026

Der Anspruch der Streletzki Gruppe war es, mit ihrem Büroneubau Axis in Berlin ein Zeichen für verantwortungsvolle Stadtgestaltung und langlebige Immobilienkonzepte zu setzen. Das Architekturbüro Maske + Suhren entwarf eine Natursteinfassade, deren großformatige Fenster mit hocheffizienten Sonnenschutzgläsern elegant über runde Ecken geführt werden.

An dem ehemaligen Industriestandort zwischen Bahnhof Ostkreuz und Rummelsburger See wächst ein neues Gewerbe- und Wohnquartier heran – mit attraktiven Wohnungen und dem neuen Meerespark-Aquarium Ocean Berlin. Direkt an der Ecke zum Bahnhof Ostkreuz plante die Streletzki Gruppe ein 32 Meter hohes Bürogebäude mit neun Geschossen. Als Bekenntnis zu Werthaltigkeit und städtebaulicher Prägnanz der Immobilie sollte das weithin sichtbare Gebäude eine Natursteinfassade aus Travertin erhalten.
Das Berliner Architekturbüro Maske + Suhren entwarf für das Eckgrundstück ein L-förmiges Gebäude mit zwei langen Schenkeln. Der südliche folgt, leicht abgeknickt, der Paul-und-Paula-Promenade bis zum Seeufer. Auf rund 11.300 Quadratmetern erstrecken sich Gewerbeflächen für Handel und Gastronomie im Erdgeschoss, darüber flexibel organisierbare Büros mit 870 Arbeitsplätzen. Eine begrünte Dachterrasse dient als Treffpunkt für die NutzerInnen und bietet einen atemberaubenden Blick über die Stadt und den Rummelsberger See. An der Südseite ergänzen Balkone und weitere Dachterrassen das Raumprogramm. Richtung Bahnhof erschließt ein Vorplatz das Gebäude; dorthin orientieren sich die Läden, Gastronomie und das großzügige Foyer.

Horizontale Gliederung mit runden Ecken

Die Fassade folgt einer konsequent horizontalen Gliederung – mit gerundeten Ecken, viel Glas und hellen Kalksteinbändern aus Travertin Classico. Präzise Fugenraster und schmale Profilierungen der 40 Millimeter starken Travertinplatten an den Fensteröffnungen tragen dem gemeinsamen Anspruch von Architekten und Bauherrin für eine hochwertige Bauweise Rechnung.

Advertorial
Stützen und Brüstungen sind mit einem hellen Travertin verkleidet. Die Fenster reihen sich zu Fensterbändern und unterstützen die horizontale Struktur. © Olaf Rohl/Saint-Gobain Glass
Stützen und Brüstungen sind mit einem hellen Travertin verkleidet. © Olaf Rohl/Saint-Gobain Glass

Schmale, ebenfalls mit Travertin verkleidete Pfeiler trennen die großformatigen Fenster. Trotz der vertikalen Teilung entsteht ein durchlaufendes Band. Die horizontale Wirkung und die abgerundeten Ecken verleihen der Fassade feine Eleganz – und prägen den Ort. Die vierachsigen Fensterelemente haben jeweils zwei Öffnungsflügel. Das Fensterband läuft auch über die außenliegenden Rundungen. Fenster- und Glaselemente wie auch die Travertinplatten folgen der Kurve – gebogen und bündig.
Die Aluminiumprofile der Fenster sind bronzefarben pulverbeschichtet, ebenso die Brüstungsbleche. In dem gleichen Braunton sind die Markisenstoffe für den außenliegenden Sonnenschutz gehalten. Dessen aufgesetzte Führungsschienen werfen feine Schatten und unterstreichen die filigrane Wirkung der schmalen Profile.

15 Glastypen – funktionell differenziert, visuell harmonisch

Der hohe Gestaltungsanspruch galt auch für die Wahl der Gläser. „Uns war das Zusammenspiel von Naturstein und Glas besonders wichtig. Die Verglasung sollte absolut homogen wirken und farblich gut mit dem hellen Travertin harmonieren. Und das überall gleich, obwohl die Gläser sehr hohe und sehr unterschiedliche Anforderungen erfüllen sollten“, erinnert sich die Architektin Anna Maske.
Je nach Himmelsrichtung variieren die Anforderungen an Wärme- und Sonnenschutz, ebenso die Schallschutzstandards. Einige Gläser mussten besondere Sicherheitsstandards erfüllen: durchwurfhemmend (P2A und P4A) oder absturzsichernd, etwa bei den Fenstern im Dachgeschoss. Im Zwischengeschoss kam nur eine Dreifachverglasung in Frage, da die Öffnungstechnik dieser Fenster keinen außenliegenden Sonnenschutz zuließ. Trotz all dieser Unterschiede sollten alle Gläser eine möglichst ausgewogene, neutrale Farbigkeit zeigen – die planen und die gebogenen Scheiben.

Wichtig war vor allem eine möglichst neutrale und harmonische Farbgebung der Gläser, sowohl bei den planen als auch bei den gebogenen Scheiben. © Olaf Rohl/Saint-Gobain Glass
Wichtig war vor allem eine möglichst neutrale und harmonische Farbgebung der Gläser, sowohl bei den planen als auch bei den gebogenen Scheiben. © Olaf Rohl/Saint-Gobain Glass

Auf Basis dieser sehr hohen Kombinationsanforderungen typisierten die Architekten schließlich zusammen mit dem ausführenden Unternehmen 15 verschiedene Glasscheibenvarianten, die die jeweiligen Vorgaben erfüllen. Alle Verglasungen wurden nach sorgfältiger Abwägung so kombiniert, dass sie nahezu gleiche Farbigkeit und Anmutung bieten. Eine Bemusterung im Maßstab 1:1 und die präzise Materialabstimmung sorgten dafür, dass die Fensterbänder trotz abweichender Scheibenaufbauten ausgewogen wirken. Die Isolierverglasungen bestehen aus hocheffizienten Sonnenschutzgläsern der „Cool-Lite Xtreme“-Familie von Saint-Gobain Glass. Den Ausschlag gaben die farbneutrale Außenansicht und die gute Kombinierbarkeit mit allen erforderlichen Funktionen – vom Schall- bis zum Absturzschutz. Die gebogenen Scheiben wurden bei Doering Glass in Berlin in die gewünschten, unterschiedlichen Radien gebracht.
(bt)

Auf Basis dieser sehr hohen Kombinationsanforderungen typisierten die Architekten schließlich 15 verschiedene Glasscheibentypen, die die jeweiligen Vorgaben erfüllen. © Olaf Rohl/Saint-Gobain Glass
15 verschiedene Glasscheibenvarianten erfüllen die jeweiligen Vorgaben. © Olaf Rohl/Saint-Gobain Glass