Erfolgreiche Premiere der Glasbautechniker

Im Zweijahresrhythmus finden die offiziellen Österreichischen Staatsmeisterschaften der Berufe, die AustrianSkills, statt. Die Glasbautechniker nahmen im November das erste Mal daran teil. Eine mehr als erfolgreiche Premiere, die Franz Schreibmaier als Team-Trainer und Geschäft sführer des Silber-Sponsors Bohle für uns zusammengefasst hat.

01.04.2019
AustrianSkills
© FOTOS FRANZ SCHREIBMAIER, WKÖ/SKILLS

Mariana Kühnel und Josef Herk von der WKÖ zeigten sich begeistert vom Können der jungen Glasbautechniker, die erstmals bei den AustrianSkills teilnahmen.

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Die österreichischen Staatsmeisterschaften der Berufe 2018 fanden von 22. bis 25. November im Rahmen der Berufs-Info-Messe (BIM) in Salzburg statt. In den mehrtägigen Wettbewerben traten knapp 400 Fachkräfte, inklusive etlicher internationaler Gäste, in 39 Bewerben gegen ihre Berufskollegen an, um ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Insgesamt verfolgten rund 30.000 Besucher das Geschehen. Der Beruf der Glasbautechnik war das erste Mal bei den Staatsmeisterschaft en dabei und konnte zahlreiche Zuschauer und Funktionäre der Wirtschaft skammer begeistern. Bereits am ersten Wettkampft ag waren Mariana Kühnel, Generalsekretär-Stellvertreterin der WKÖ, und Josef Herk, Präsident der WKÖ-Steiermark, zusammen mit Helmut Mager, damals Bundesinnungsmeister der Glaser, zu Besuch in der Glasbautechnik und konnten sich vom Können und der Professionalität der „Skills“ überzeugen.

Die Teilnehmer, unsere „Skills“, zeigten ihr Können und die Vielfalt des Berufs: Sabrina Brandacher (Glas Siller) und Alexander Margreiter (Spenglerei- Glaserei Margreiter), beide aus Tirol, Pascal Scheer (Glas Siebenhandl) und Filipp Voronovich (Ertl Glas AG), beide Niederösterreich, sowie die Steirer Christoph Greiner (Glas Süd), Florian Oswald (Glas Faßwald) und Mario Freißl (sfl -technologies) stellten sich dem Wettbewerb.

Top Wettbewerbsbedingungen

Für die drei Tage wurde eine komplette Glasbautechnik-Werkstätte eingerichtet: Ein Latuada Schleifautomat der Firma Füldner, eine Bohle Glasbohr- und Schleifmaschine und zahlreiches UVKlebe- Equipment stand zur Verfügung. Zudem wurden Arbeitstische von der Schule Kramsach mit neuem Filz überzogen. Alle Mühe hat sich gelohnt und die Veranstaltung verlief perfekt.
Martha Schultz, Vizepräsidentin der WKÖ, lobte die gelungene Veranstaltung: „Es war eine Freude zu sehen, auf welch hohem Niveau und mit wieviel Einsatz unsere Fachkräfte agiert haben. Für die Zuseher war es sicher eine Freude, und es gab immer wieder Interessierte, die sich genau über das Berufsbild Glasbautechnik und das Material Glas informieren wollten.“ Für die Teilnehmer war es Anspannung und Anstrengung pur. Bis zum Schlusspfiff am Samstag um 14 Uhr wurde mit unglaublicher Disziplin und Einsatz gearbeitet. Das Organisationsteam war permanent vor Ort und überwachte den korrekten Ablauf. Zahlreiche Funktionäre der Innungen, wie zum Beispiel Claudia Marton, Manfred Göllner, Siegfried Seidl, Walter Stackler und Gerald Mutzl konnten sich mehrmals live vor Ort vom Einsatz der jungen Glaser überzeugen und feuerten sie gemeinsam mit den angereisten Familien im Finale an.

Wettkampf auf höchstem Niveau

Die Aufgabe für den Wettbewerb in der Glasbautechnik war die Planung und Fertigstellung eines Glasmöbels. Die größte Herausforderung war, wie bei allen Berufen, der enorme Zeitdruck. Das Organisationsteam mit Günther Reisch als Projektleiter, Johannes Fiechtl als Glasbautechnik-Experte, Reinhard Bauer als Bundeslehrlingswart und mir als Trainer hatte unter anderem die Aufgabe, dieses Möbel so zu entwerfen, dass es dem Niveau gerecht wird und darüber hinaus gestalterische Zusatzaufgaben möglich waren. Was als Ideen und Skizzen während der Vorbereitungen entstand, hat danach Johanna Reisch von Glas Reisch per CAD-Zeichnung umgesetzt. Das Glasmöbel hatte zahlreiche Tücken und Risken. Von der traditionellen Bleiverglasung im modernen Design – es wurde das Skills-Logo in einem Innenausschnitt gestaltet – über Zuschnitt und Schleifen von vier bis zehn Millimeter mit Gehrung, Bohrungen mit und ohne Senkloch, UV-Verklebungen von Glas-Glas und Glas-Metall bis hin zur Verzierung mit Swarovski-Kristallen als Zusatzaufgabe musste der Korpus in ein CNC-vorgefertigtes Holz passen. Genauigkeit auf Zehntelmillimeter war gefragt.

Die Spannung vor Ort war unbeschreiblich

Die „Skills“ mussten per Los entscheiden, wer mit welcher Aufgabe beginnt, damit die Maschinen und Arbeitsplätze entsprechend benutzt werden konnten. Damit der ganze Wettbewerb fair ablief, wurden alle „Skills“ permanent beobachtet und bei einem außergewöhnlichen Zwischenfall die Zeit unterbrochen und als Gutschrift angehängt. So begann dann eine Gruppe mit der Bleiverglasung und eine andere Gruppe mit dem Zuschnitt für den Glaskorpus. 
Den Stress, den die „Skills“ während des Wettbewerbs hatten, bekam die Jury danach: Unter Aufsicht von Projektleiter Reisch mussten nach dem Ende des Wettbewerbs um 14 Uhr alle Objekte nach 181 ausgeklügelten Kriterien bewertet werden. Es galt, eine gewisse Punktanzahl zu erreichen, damit man den internationalen Standard erfüllt und zu den EuroSkills 2020 zugelassen wird. Die Jury, bestehend aus Claudia Marton, Landesinnungsmeisterin Niederösterreich, Gerald Mutzl, Landesinnungsmeister Wien, Walter Stackler, Landesinnungsmeister Tirol, und mir als Trainer war mehrere Stunden mit der Bewertung beschäftigt, bis gegen Abend alle Punkte in ein Onlineportal eingespielt wurden. Schließlich standen sie fest, die ersten offiziellen Österreichischen Staatsmeister in Glasbautechnik: Staatsmeister und Vizestaatsmeister kommen mit Christoph Greiner und Florian Oswald aus der Steiermark. Der dritte Platz geht mit Pascal Scheer nach Niederösterreich. Herzliche Gratulation!

 

Autor/in: 

Franz Schreibmaier

Glas

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