Umfrage

Image der Lehre im Aufwind

Fachkräfte
27.10.2021

Von: Redaktion Handwerk + Bau

Die Lehre wird als sichere Ausbildung für die berufliche Zukunft gesehen. Dennoch stehen viele Eltern der Lehre skeptisch gegenüber. Das ergab die Umfrage von willhaben. Pluspunkt ist auch die rasche finanzielle Unabhängigkeit, wobei sich ein hoher Prozentsatz über eine schlechte Bezahlung beklagt.

Für den Wirtschaftsstandort Österreich sind qualifizierte Nachwuchskräfte ein wichtig Faktor. Ein wesentlicher Pfeiler dabei ist die Lehrlingsausbildung, die hierzDas hat willhaben zum Anlass genommen, mittels einer User-Umfrage die Einstellung rund um das Thema "Lehre" in Österreich abzufragen. Durchgeführt wurde die Umfrage von April bis Mai 2021 mittels einer Online-Befragung von knapp 2.000 Personen.

Das hat willhaben zum Anlass genommen, mittels einer User-Umfrage die Einstellung rund um das Thema "Lehre" in Österreich abzufragen. Durchgeführt wurde die Umfrage von April bis Mai 2021 mittels einer Online-Befragung von knapp 2.000 Personen.

Sichere Ausbildung mit vielen Chancen

Portraitfoto von Markus Zink, Head of Jobs von willhaben.
Markus Zink, Head of Jobs von willhaben.

Dabei stellte sich heraus, dass für 61 Prozent der Befragten die rasche finanzielle Unabhängigkeit ausschlaggebend dafür ist, eine Lehre zu absolvieren. Aber auch der Wunsch, in einem Bereich zu arbeiten, der den eigenen Interessen entspricht spielt bei 38 Prozent eine große Rolle. Und für mehr als 70 Prozent sind die guten Jobaussichten im späteren Berufsleben in weiterer bedeutender Faktor. "Knapp 80 Prozent sind mit dem Lehrstellenangebot in Österreich sehr bis eher zufrieden. Ein Großteil der Lehrlinge blickt auch durchaus positiv in die Zukunft. Die Lehre ist nach wie vor eine sichere Ausbildung für die berufliche Zukunft", erklärt Markus Zink, Head of Jobs bei willhaben, der damit das Image der Lehre im Umschwung sieht.

Optimale Vorbereitung auf die Zukunft

Besonders gefragt sind Lehrstellen mit einem wirtschaftlich-rechtlichen und technisch-wissenschaftlichen Fokus. Beide Bereiche liegen bei der Befragung mit jeweils 25 Prozent gleichauf,  dicht gefolgt von traditionellen Handwerksberufen wie Bäcker, Tischler und Dachdecker mit knapp 20 Prozent. Außerdem gaben rund 83 Prozent an, dass man durch die Lehre optimal auf die Zukunft vorbereitet wird. Es wundert daher nicht, dass fast 90 Prozent die beruflichen Chancen als positiv einschätzen. 38 Prozent sind sogar der Meinung, dass sich die beruflichen Chancen in den vergangenen Jahren verbessert haben. Aber auch für Betriebe ist die Lehrlingsausbildung positiv, denn jeder zweite Lehrling möchte nach dem Abschluss der Lehre im Betrieb bleiben.  

Entlohnung und Information könnte besser sein

Fast die Hälfte der Befragten findet, dass sich das Image von Lehrberufen insgesamt verbessert hat. Dennoch gaben 33 Prozent der Personen an, dass sie ihre Eltern überzeugen mussten, einen Lehrberuf erlernen zu dürfen. Luft nach oben gibt es auch bei der Bezahlung: Nur 11 Prozent der Befragten finden Lehrlinge als sehr gut entlohnt. Zwar sind 40 Prozent der Meinung eher gut entlohnt zu werden, aber knapp 30 Prozent klagen über eine eher schlechte Bezahlung.    

Nach der optimalen Lehrstelle suchen potenzielle Lehrlinge vor allem im Internet und auf Online-Jobportalen.  Dabei liegt das Augenmerk vor allem auf konkreten Aufgabenbeschreibungen und Kontaktpersonen. Als besonders wichtige Informationen werden auch die Angaben zur Dauer der Lehre, die Gehaltsangaben und ob die Berufsschule im Block oder wöchentlich zu absolvieren ist eingestuft. Eine besondere Hürde am Weg zum Wunsch-Lehrberuf  war für 28 Prozent das Herausfinden, in welchem Unternehmen überhaupt Lehrstellen angeboten werden. Es wundert daher nicht, dass mehr als 62 Prozent die passende Lehrstelle über einen Kontakt aus dem persönlichen Umfeld gefunden haben. (ar)