In Memoriam Fritz Hatschek

Die Welt von Eternit ist mehr als 100 Jahre alt, sie ist groß, und sie ist geprägt von einem Namen: Hatschek. Weltweit wird mittels Hatschek-Prozess auf der Hatschek-Maschine Faserzement erzeugt. Fritz Hatschek, Enkel des Firmengründers und Erfinders von Eternit Ludwig Hatschek, war ein Mann, der die Welt von Eternit über viele Jahrzehnte mitgestaltet und geprägt hat. Ein Nachruf auf einen großen Mann der Dach-Branche.

28.02.2013
Eternit
Redaktion Dach Wand
© Archiv

Fritz Hatschek tritt bereits 1948 in die Firma ein. Er hat einen Abschluss als Diplomingenieur an der elitären Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich. Bis zum Tod seines Vaters Hans Hatschek im Jahr 1956 steht er diesem als Gesellschafter zur Seite. Danach übernimmt er als Universalerbe die gesamte Verantwortung und führt das Unternehmen gemeinsam mit seinem Bruder Rupert.

Der Pioniergeist lodert auch in der dritten Hatschek-Generation, und so werden in den Jahren bis 1964 viele Millionen investiert. Diese fließen zu einem großen Teil in die Erneuerung der Plattenmaschinen, deren täglicher Ausstoß sich damit mehr als verdreifacht.

Fritz Hatscheks Verbundenheit zum Unternehmen zeigt sich auch in der engen Verbundenheit zu seinen Mitarbeitern. Der persönliche Kontakt, das persönliche Gespräch war ihm immer wichtig. Und nicht nur die Errichtung eines Sozialgebäudes im Jahr 1963, sondern viele, weit über das Notwendige hinausgehende soziale Leistungen machten das Arbeiten bei Eternit zu einem heißbegehrten Privileg.

Fritz Hatschek hat immer die besonders enge Beziehung von Eternit zu den Dachdeckern betont, die schon sein Großvater Ludwig wie folgt beschrieb: „Im Gegensatz zu Ziegeln, die sogar die Großmutter am Dach einhängen kann, muss Eternit ordnungsgemäß angearbeitet werden.“ Und so hat Fritz Ha­tschek die Schulungen für Dachdecker forciert und vielen Betrieben auch finanziell unter die Arme gegriffen, wenn es notwendig war. Bis in die 1970er-Jahre geht es steil bergauf. Die Jahresproduktion hat sich unter der Leitung von Fritz Hatschek fast versechsfacht, und jährlich werden große Summen in Arbeitssicherheit, Umweltschutz und den Ausbau der Forschungs- und Entwicklungsabteilung investiert.

1980 wird Eternit in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, und Fritz Hatschek wird Vorsitzender des Aufsichtsrats. In den folgenden Jahren wird das wirtschaftliche Klima rauer, und es kommen Zeiten, in denen Fritz Hatschek um sein Lebenswerk bangen muss. Seine Funktion ist und bleibt eine aktive.

Am 14. Oktober 1994 feiert man 100 Jahre Faserzement. Eternit hat in den vergangenen rund 15 Jahren riesige Summen in die „Neue Technologie“ investiert, und im darauffolgenden Jahr geht es wieder bergauf. Doch bereits zu Beginn des neuen Millenniums erscheinen erneut schwarze Wolken über Eternit.

Im Jahr 2005 trennt sich Fritz Hatschek schließlich von 80 Prozent seines Anteils an Eternit und verkauft diese an den Investor Stefan Pierer. 2009 wechselt der Anteil seinen Besitzer, und der Schweizer Patron Bernhard Alpstäg steigt bei Eternit ein. Im Jahr 2010 verkauft Fritz Hatschek die verbleibenden 20 Prozent.

Fritz Hatschek ist mit Eternit aufgewachsen und hat dem Unternehmen sein Leben gewidmet. Er hat zeit seines Lebens im Herrenhaus gelebt, es steht mitten im Firmengelände. Dort ist er auch am 1. Jänner 2013 im 91. Lebensjahr entschlafen.

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