Das sind die Dumper-Trends
Die Dumperbranche entwickelt sich momentan massiv weiter. Standen früher Robustheit, Nutzlast und Geländegängigkeit im Mittelpunkt, geht es heute um weit mehr – Komfort, Sicherheit, Assistenzsysteme und emissionsarme Antriebe prägen zunehmend die Kauf- und Mietentscheidungen.
Dumper sind gemeinhin als Baustellen-Arbeitstier- mit weitgespanntem Aufgabenfeld. Egal ob enge innerstädtische Baustellen, alpine Einsatzgebiete oder auch Tunnelprojekte, Dumper fühlen sich in zahllosen Einsatzgebieten wohl. Die Anforderungen an Dumper verändern sich dadurch laufend, neben Leistungsdaten wie Nutzlast und Off-Road-Tauglichkeit gewinnen Komfort, Sicherheit und Bedienerfreundlichkeit zunehmend an Bedeutung. Moderne Dumper müssen heute ergonomisch, sicher und flexibel einsetzbar sein, Bauverantwortliche erwarten Maschinen, die Fahrer*innen und Umgebung schützen und gleichzeitig effizient zu bedienen sind.
Komfort und Sicherheit rücken in den Mittelpunkt
Die Hersteller kommen diesen Anforderungen mit den jüngsten Entwicklungen nach, so zeigt sich etwa ein deutlicher Trend zur Aufwertung von Kabine und Steuerung. Großzügigere Glasflächen, ergonomischere Bedienelemente und ruhiger ausgelegte Fahrwerke sind mittlerweile beispielsweise wichtige Verkaufsargumente. Ein Beispiel ist der knickgelenkte „TA 230 Litronic“ von Liebherr, der mit einer Kabine ausgestattet wurde, die durch große, ununterbrochene Glasflächen eine gute Rundumsicht bietet. Dies erleichtert nicht nur die Arbeit, sondern verbessert auch das Sicherheitsniveau. Zusätzlich sorgt eine im Touchdisplay integrierte Heckkamera für gute Sicht.
Das Maschinenkonzept des Muldenkippers ist auf hohen Komfort ausgelegt. Lange Arbeitsschichten seien so ermüdungsfrei möglich, verspricht Liebherr. Durch übersichtlich angeordnete Bedienelemente fänden sich die Maschinenbediener*innen gut zurecht und seien schnell einsatzbereit für die Arbeitsschicht. Versetzt zueinander angeordnete Trittstufen und eine großzügige Fahrertüre ermöglichen dabei einen sicheren Zugang zur schallgedämmten Kabine. Diese reduziert den Geräuschpegel laut dem Hersteller auf 72 dB(A). Den Fahrweg sowie Arbeitsbereich leuchten indes LED-Abblendscheinwerfer mit integriertem Fernlicht und extra starke LED-Scheinwerfer auf der Kabinenvorderseite aus. Damit sollen optimale Voraussetzungen für Arbeiten bei Dunkelheit geschaffen werden. Gleichzeitig sorgt es dafür, dass die Maschine für alle Beteiligten im Baustellengeschehen stets gut sichtbar ist.
Auch andere Anbieter setzen vermehrt auf Bedienerfreundlichkeit. Komfortsitze, Joystick-Bedienung, klimatisierte Kabinen und logische, reduzierte Steuerungspaneele sind mittlerweile selbst bei mittelgroßen Dumpern oft Standard. Gleichzeitig wird der Übergang zwischen verschiedenen Einsatzmodi intuitiver gestaltet, etwa durch automatisch geregelte Antriebssysteme oder Fahrerassistenzfunktionen, die Bediener*innen aktiv unterstützen.

Wirklich alles im Blick haben
Wacker Neuson setzt beispielsweise unter anderem auf die Dual-View-Technik. Dumper verfügen dabei über eine drehbare Bedien- und Sitzkonsole, die es ermöglicht, die Arbeitsrichtung per Knopfdruck zu wechseln. Fahrer*innen sitzen damit stets in Blickrichtung des aktuellen Arbeitsmanövers – ob beim Beladen, Entladen oder Rangieren. Gerade auf engen innerstädtischen Baustellen zeigt das Konzept seine Stärken. Zudem hat der Hersteller unlängst mit einem eigenentwickelten Muldenwechselsystem die Möglichkeiten der Dumper erweitert (siehe auch Dumper-News auf Seite XYZ). Mit dem System wird ein schnelles und einfaches Austauschen der Mulde ermöglicht, wodurch die Auslastung der Maschine gesteigert und die Effizienz auf der Baustelle optimiert werden kann, wie der Hersteller betont.
Nicht nur der Komfort , sondern auch die Sicherheitsausstattung der Dumper wird zunehmend wichtiger. Während Rückfahrkameras, robuste Schutzgitter und Rundumleuchten früher oft nur eine Zusatzoption waren, sind sie heute bei vielen Herstellern fixer Bestandteil der Grundausstattung, nicht zuletzt aufgrund strengerer Sicherheitsrichtlinien sowie an einer stärkeren Sensibilisierung für Kollisionsrisiken. Moderne Systeme gehen dabei aber weit über die passive Sicherheit hinaus. So integriert Wacker Neuson in Dual-View-Modelle beispielsweise automatische Hill-Hold-Funktionen, Kameras mit hoher Schutzklasse, Gurtüberwachung mit Startfreigabe und optional eine Objekterkennung mit aktiver Geschwindigkeitsreduzierung. Solche Assistenzsysteme wirken im Hintergrund und geben dem Fahrer mehr Sicherheit.
Auch Liebherr hat beim TA 230 Litronic umfangreiche Sicherheitssysteme integriert. Eine serienmäßig verbaute Wiegeeinrichtung erfasst beispielsweise das geladene Gewicht in Echtzeit. Während des Beladeprozesses kann die aktuelle Nutzlast sowohl numerisch als auch als einfaches, erkennbares Symbol auf dem Display in der Kabine angezeigt werden. Alle erhobenen Daten werden im Datenübertragungs- und Ortungssystem „LiDAT“ angezeigt. Optional steht zudem eine Beladeampel zur Verfügung, die an der rückwärtigen Seite der Kabine angebracht ist und damit den Ladezustand des Dumpers auch von außen sichtbar macht. Ein ebenfalls serienmäßig verbauter Geschwindigkeitshalteassistent begrenzt indes die maximale Fahrgeschwindigkeit der Maschine. Mit Hilfe eines Tasters am Retarderhebel aktiviert, überwacht das System bei durchgedrücktem Gaspedal die gefahrene Geschwindigkeit und regelt diese automatisch auf den eingestellten Wert. Auch bei großen knickgelenkten Dumpern, wie sie etwa Liebherr oder Develon anbieten, gewinnen derartige Funktionen immer stärker an Bedeutung.

Maschinenbedienung erlernen
Ein anderer, wichtiger Aspekt in Bezug auf die Sicherheit ist das Training der Fahrer*innen. Zeppelin bietet beispielsweise Simulatoren an, mittels denen sich der sachgemäße, effiziente und sichere Umgang mit den Baumaschinen des Unternehmens lernen lässt. Das Unternehmen hat drei Varianten von Simulatoren zur Auswahl, die sich durch verschiedene Software und Hardwarekomponenten unterscheiden. Die kleinste Ausführung wurde „Cat SimLite“ benannt, sie basiert auf einer standardisierten Plattform und ist dem Anbieter zufolge als eigenständiges Lehrmittel konzipiert. Teilnehmer*innen lernen dabei, wie Gefahren auf der Baustelle erkannt und vermieden werden, wie wichtig die persönliche Schutzausrüstung ist und wie schwere Maschinen sicher bedient werden.
Die mittlere Ausführung von Simulatoren, die das Unternehmen im Programm hat, besteht aus einem Cat Fahrerstand. Einen solchen vertreibt Zeppelin über die Abteilung Projekt- und Einsatztechnik und bietet ihn Interessenten zur temporären Miete an, falls Unternehmen diesen für Jobmessen, Firmenevents, einen Tag der offenen Tür sowie zum Recruiting von neuem Personal oder Auszubildenden einsetzen wollen. Der Fahrerstand ist ähnlich wie SimLite aufgebaut, doch im Gegensatz dazu stehen mehr Maschinenmodelle zur Verfügung. Bei klassischen Simulatoren sitzen die Teilnehmenden in einem offenen Raum auf einem Sitz vor Bedienelementen und schauen auf einen Bildschirm. Der Fahrerstand von Cat hingegen setzt auf eine Motion-Plattform, typische Cat Konsolen und ein Original-Fahrersitz samt Sicherheitsgurt sowie ein VR-Set sorgen dabei für ein möglichst realitätsnahes Fahrgefühl. Die größte Lösung geht noch einen Schritt weiter und bietet einen Simulator als Vollkabine, den Zeppelin zusammen mit Oryx entwickelt hat. Diese existiert bislang allerding nur in zwei Varianten, einerseits als „Cat Kettenbagger 336 mit L-Laufwerk“ und andererseits als „Cat Longfrontbagger 340F UHD mit Heavy-Duty-Unterwagen“.

Trend zu elektrischem Antrieb
Ein anderer Dumper-Trend ist bei den Antrieben zu finden, neben klassischen Dieselaggregaten etablieren sich, vor allem bei kleineren Modellen, zunehmend elektrische Modelle. Wacker Neuson hat etwa mit Maschinen wie dem „DW15e“ oder dem „DT10e“ mehrere vollelektrische Dumper im Portfolio. Auch Ascendum hat, als Vertriebspartner von Volvo CE, Lösungen im Portfolio, die Sicherheit mit Nachhaltigkeit verbinden sollen. Der „A30 Electric“ ist vollelektrisch und emissionsfrei und trägt laut dem Hersteller zu einer erheblichen Senkung der Energie- und Wartungskosten bei. Die knickgelenkten Dumper von Volvo bieten unter anderem verbesserte Sicht durch neu designte Kabinenverkleidungen sowie eine erweiterte Wischerabdeckung. Optionale Front- und Heckkameras sowie eine serienmäßige Einstiegskamera, die über das Volvo Co-Pilot-System gesteuert werden, erhöhen die Sicherheit zusätzlich.
Auch Kuhn Baumaschinen setzt – neben klassischen Diesel-Modellen – auf Dumper mit elektrischem Antrieb. Vor kurzem hat der Kuhn-Partner Komatsu einen autonom fahrenden Muldenkipper mit Elektroantrieb entwickelt, der an eine dynamische Oberleitung angeschlossen ist. Das „Trolley-Assist-System“ soll Bergbaubetriebe dabei unterstützen, Emissionen zu reduzieren und die Lebensdauer der Motoren zu verlängern. Durch den Anschluss der Muldenkipper an eine Oberleitung während der Bergfahrt liefert das System elektrische Energie dort, wo sie am meisten benötigt wird.



