Hartl Haus: Gesünder arbeiten mit Exoskeletten

Exoskelette
02.06.2020

 

30.000 Euro hat Hartl Haus für die Anschaffung von fünf Exoskeletten investiert.

Das Paexo-­Shoulder-Exoskelett kann die Anstrengung beim Heben um bis zu vierzig Prozent reduzieren.

Das Paexo-­Shoulder-Exoskelett kann die Anstrengung beim Heben um bis zu vierzig Prozent reduzieren.

Exoskelette sind Stützapparate, die durch eine mechanische Unterstützung, wie zum Beispiel Feder- oder Seilzugsysteme, die Belastung auf den Körper reduzieren. Ihren Ursprung haben diese „Außenskelette“ in der Medizin. Hier unterstützen Roboter-Exoskelette zum Beispiel querschnittgelähmte Menschen dabei, wieder gehen zu können. Dass und vor allem wie diese „Außenskelette“ auch in der Industrie und im Produktionsbereich Anwendung finden können, hat Fraunhofer Austria in einem Forschungsprojekt gemeinsam mit der Technischen Universität Wien ergründet. 

Erster Praxistest

Der Waldviertler Fertighaushersteller Hartl Haus hatte bereits im Vorjahr Kontakt mit Fraunhofer Austria und sich für einen ersten Testbetrieb die Experten ins Haus geholt. Dieser Testeinsatz fand auf einer Baustelle in Werksnähe statt. Hier wurde gemeinsam mit Vertretern von Fraunhofer Austria (Gesellschaft für angewandte Forschung), Ottobock (Hersteller Exoskelette), awb GmbH (Vertrieb Exoskelette) und Mitarbeitern von Hartl Haus das Paexo Shoulder Exoskelett getestet.

Das Exoskelett Paexo Shoulder soll den Mitarbeitern dabei bei Überkopfarbeiten unterstützen und entlasten. Durch mechanische Hilfsmittel wie Feder- oder Seilzugsysteme fangen diese Geräte auftretende Belastungen ab und können die Anstrengung beim Heben für den Mitarbeiter um bis zu vierzig Prozent reduzieren. Bei einem Gewicht von knapp zwei Kilogramm lässt sich das Exoskelett Paexo Shoulder auch bequem über mehrere Stunden tragen.

Teure Anschaffung

Hartl Haus hat nun in einem ersten Schritt fünf Paexo Shoulder Exoskelette angeschafft. Die Investitionskosten inklusive Wartungskosten für dieses Projekt belaufen sich auf rund 30.000,- Euro.Die Exoskelette werden verteilt im gesamten Werksbetrieb und im Montagebereich eingesetzt. Von der Fertighausproduktion, Möbeltischlerei, Bautischlerei bis hin zur Arbeit auf der Baustelle beim Montieren der Fertighäuser können Mitarbeiter nun diese „Kraftverstärker“ in ihrem Arbeitsalltag einsetzen. Anwendung finden diese Geräte zum Beispiel bei der Überkopfmontage der Deckenplatten im Montagebereich. "Mit der Anschaffung dieser ‚Kraftverstärker‘ können wir die Kräfte unserer Mitarbeiter schonen und die Lebensqualität erhöhen. Unser Ziel ist es, unsere Mitarbeiter hier mit technischem Equipment bestmöglich zu unterstützen und somit eventuell Erkrankungen des Stütz- oder Bewegungsapparates vorzubeugen“, zeigt Geschäftsführer Yves Suter die Vorteile mit dem Einsatz der Exoskelette auf.

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