Sanierung

Verwirklichung individueller Raumträume

Viele Haus- und Wohnungsbesitzer fokussieren sich gerade jetzt auf die Sanierung ihrer vier Wände – im Bereich Dämmen und Trockenbau liegt dabei viel Gestaltungspotenzial.

15.12.2020
Sanierung
Christina Mothwurf
© Rigips Austria
Punktet mit einem natürlichen Gipskern: Rigips Habito, hier verbaut in den Luxuswohnungen der Wiener Cotton Residence.

In besonders herausfordernden Zeiten werden die eigenen vier Wände und das gemütliche Zuhause zum Luxusgut. Gerade jetzt liegt der Fokus im Privatkundenbereich auf der Optimierung des Eigenheims – Maler können hier mit ihrer Expertise wertvolle Beiträge liefern und mitunter zufriedene Neukunden generieren. Potenzial gibt’s dabei von Boden bis zur Decke – richtig vorbereitet können so Wohnräume schnell und nachhaltig saniert werden. Zeitgemäße Wohn- und Energiestandards lassen sich so beispielsweise auch bei denkmalgeschützten Gebäuden durch Innendämmungen erreichen. Innen zu dämmen, hat viele Vorteile: Wärmeverluste können um bis zu 85 Prozent reduziert werden – zusätzlich können Heizkosten gespart werden, ohne die Immobilie im Wert zu mindern.

Auch in Sachen Flexibilität und Effizienz kann die Innendämmung ihre Vorzüge ausspielen: Von einzelnen Zimmern bis zur gesamten Wohnungsumgestaltung, Innendämmungen können rasch umgesetzt werden. Damit die Dämmung auch wirklich nachhaltig durchgeführt werden kann, gibt es allerdings einiges zu beachten, damit Feuchtigkeit und Schimmelpilz keine Chance haben. Eine bauphysikalische Expertise vor Beginn der Dämmmaßnahmen ist deshalb empfehlenswert, um eine fehlerhafte Verarbeitungsweise oder unpassende Materialien schon im Vorhinein auszuschließen. Dazu gehört auch die Schimmelvernichtung, damit sich Sporen nicht weiter ausbreiten. Am besten sind dafür Schimmelvernichter geeignet, die schnell und sicher Oberflächen desinfizieren und nachhaltig sowohl Mycel und Sporen beseitigen.

Schadstoffarm gedämmt

Materialien aus mineralischen Rohstoffen, die umweltschonend sowie emissionsarm sind, eignen sich besonders gut. Wer auf Nummer sicher gehen will, achtet auf das Prüfsiegel – es gibt Auskunft über Herstellung, Nachhaltigkeit und Wiederverwertbarkeit. Der Trend zeigt: zu einem gesunden Raumklima gehören schadstoffarme Produkte. Das Innendämmsystem Pura, das Dämmprofi Synthesa vom Bremer Unternehmen redstone bezieht, setzt deshalb auf hydrophile, also kapillaraktive Materialien. Die Mineraldämmplatten gleichen unerwünschte Feuchte, wie Kondens- oder Tauwasser, aus, indem sie diese an die Wandoberfläche transportieren, wo sie an die Raumluft abgegeben wird. Darüber hinaus sind sie emissionsarm und enthalten keine Faser- und Kunststoffanteile oder Aluminiumschäume. Aus natürlichem Kalk und Sand hergestellt verfügen sie über eine Wärmeleitfähigkeit von 0,042 W/mK. Auch die besonders leichte Clima Redboard-Platte aus modifiziertem Kalziumsilikat, einem bewährten natürlichen Rohstoff, balanciert auf ganz natürliche Art und Weise den Feuchtigkeitshaushalt. Sie besitzt bei geringer Dicke Milliarden Mikroporen und dadurch eine riesige Verdunstungsfläche mit großem Speichervermögen. Eine werkseitig aufgebrachte Vorgrundierung und ein auf die Platte abgestimmtes Zubehörsystem erleichtern die Verarbeitung.

© James Hardie Austria
Der Innenausbau des Dachgeschoßes lässt sich am leichtesten in Trockenbauweise durchführen.

Für höchste Ansprüche

Eine Trockenbauplatte, die zusätzlich noch mit einem Gipskern punktet, ist die Rigips Habito. Sie verfügt über eine besonders robuste Oberfläche und ist deutlich widerstandsfähiger als herkömmliche Innenwand-Oberflächen und steckt so beispielsweise Schläge und Stöße locker weg. Ein Aspekt, der sich auch bei der Einbruchsicherheit bezahlt macht. Bei einer doppelten Beplankung erreicht sie die Widerstandsklasse RC2 nach ÖNORM EN 1627. Nicht ohne Grund wurde deshalb die Habito in den Luxuswohnungen der prestigeträchtigen Wiener Cotton Residence verbaut. Es muss aber nicht gleich doppelt gemoppelt sein: Dank der massiven Eigenschaften bringt auch die Einfachbeplankung großartige Ergebnisse. Das bringt mehr Raum – bei 20 Laufmetern Wand einen halben Quadratmeter und bis zu 44 Prozent niedrigere Investitionskosten. Zudem können die Habito-Wände im Vergleich zu herkömmlichen Trockenbausystemen mit doppelt so hohen Konsolenlasten beansprucht werden wie herkömmliche Trockenbausysteme. An einer einfach beplankten Wand können ganz ohne Dübel bis zu 80 kg pro Laufmeter montiert werden. Zusätzlich ergeben sich auch Vorteile beim Schallschutz – aufgrund der massiven Beschaffenheit werden störende Geräusche sowohl von außen als auch von Raum zu Raum messbar reduziert.

Schlank und flexibel

Besonders schlanke Wohnungstrennwände sind derzeit stark im Kommen – darunter beispielsweise auch die Metallständerwand von Knauf, die für Wandhöhen bis 7 m geeignet ist. Stabilität und Flexibilität werden durch die gemeinsame Tragwirkung über die mittlere Plattenlage und versetzten Ständerreihen erreicht. Die Wandstärke kann je nach Anforderung von 21,5 cm auf 16,5 cm reduziert werden, wodurch bei einer 100 m² großen Wohnung ca. 5 m² mehr Wohnnutzfläche entstehen. Bei Wohnungspreisen von bis zu 5.000 Euro/m² Grundfläche, ergibt sich durch den Flächengewinn ein hohes Kosteneinsparungspotenzial bzw. höhere Verkaufserlöse für den Bauherrn. „Ziel des Systems ist es, sowohl die hohe technische Performance, wie zum Beispiel Schallschutz und statische Eigenschaften, als auch höchste Anforderungen für den modernen Wohnbau zu vereinen. Dies rechnet sich einerseits wirtschaftlich, andererseits auch in technischer Hinsicht für den Nutzer“, so Baumeister Ferdinand Obernhuber.

Die Platten mit größerem Gewicht werden damit einem hohen Qualitätsanspruch gerecht – durch den Einsatz von Knauf Diamant und Knauf Silentboard „klingt die Wand einfach besser“. Konkret wirkt sich das auf das Schalldämmmaß aus, das nicht nur eine Bandbreite von 68 bis 75 dB erreicht, sondern auch mit der Feuerwiderstandsklasse EI 90 für Sicherheit sorgt. Die große flächenbezogene Masse in Verbindung mit biegeweichen Plattenwerkstoffen ergibt auch bei niedrigen Frequenzen (z.B. Musikbass) höchsten schalltechnischen Komfort. Bei diesem Aufbau ist die Wand mit der Knauf Insulation Trennwand-Dämmrolle TI 140 ausgefacht. Die Mineralwolle-Dämmung ist mit dem natürlichen Bindemittel namens Ecose hergestellt und trägt zur hohen Schalldämmung sowie dem guten Brandschutz bei. Sie überzeugt aber auch durch angenehme Handhabung bei der Verarbeitung. Zudem ist diese Dämmrolle mit dem Eurofins Indoor-Air-Zertifikat in Gold für gesunde Raumluft ausgezeichnet.

Dach bis Decke

Eine kostengünstige Möglichkeit, zusätzlich Wohnraum zu schaffen, liegt im Dachbodenausbau. Auch hier eignen sich vor allem Trockenbausysteme, die nicht nur schnell und unkompliziert zu verarbeiten sind, sondern neben den schon erwähnten Schall- und Brandschutzqualitäten auch in Sachen Energieeinsparung deutliche Vorteile bieten. Neben der behördlichen Abklärung vor dem Dachausbau braucht es auch eine ordentliche Überprüfung der Dacheindeckung durch einen Fachmann. Mängel wie lose, fehlende oder defekte Ziegel, beschädigte Dachanschlüsse am Schornstein sowie Risse im Mauerwerk müssen noch vor Baubeginn behoben werden. Gleiches gilt natürlich bei einem Befall des Dachstuhls mit Holzschädlingen. Auch die Wärmedämmung spielt beim Dachausbau eine bedeutende Rolle. Sie schützt den Innenraum vor Nässe, Hitze oder Kälte und macht dadurch ein gleichbleibendes Wohlfühlklima überhaupt erst möglich. Gleichzeitig ist eine ausreichende Dämmung unverzichtbar, um die Wärmeverluste so gering wie möglich zu halten. Für die Dämmung im Steildach stehen verschiedene Methoden zur Verfügung, die einzeln oder in Kombination genutzt werden können.

Wenn der Dachboden ausgebaut wird, ohne das Dach neu zu decken, empfiehlt sich die Zwischensparrendämmung. Hier werden Dämmstoffplatten passgenau zugeschnitten und in die Sparrenzwischenräume geklemmt. Bieten die Dachsparren nicht genug Tiefe, um die gewünschte Dämmleistung zu erzielen, lässt sich der Wärmeschutz durch eine zusätzliche Dämmschicht unter den Sparren optimieren. Aber Obacht: Bei der Zwischensparrendämmung ist an den Übergängen zu den Sparren die Gefahr von Kältebrücken groß. Außerdem kostet es wertvollen Platz, wenn die Untersparrendämmung auf der Raumseite angebracht wird. Da zudem die Sparren nach der Dämmung nicht mehr zu sehen sind, geht das rustikale Flair des Dachbodens verloren.

Bei einer Aufsparrendämmung hingegen wird das Dämmmaterial von außen über den Sparren verlegt, während der Innenraum unberührt bleibt. Der Dämmstoff umhüllt das Dach fast wie eine Decke, dadurch bleiben die Dachbalken von innen sichtbar. Diese Art der Dämmung sollte vom Profi durchgeführt werden – denn sie empfiehlt sich in der Regel nur dann, wenn das Dach neu eingedeckt wird. Um eine Durchfeuchtung des Dämmstoffs zu verhindern, muss nahezu jede Dachkonstruktion von außen mit einer Unterspannbahn geschützt werden. Und auch auf der Innenseite der Dämmung ist eine Folie zu verlegen, die sogenannte Dampfbremsfolie. Sie verhindert, dass feuchte Raumluft in die Dachkonstruktion gelangt und dort den Dämmstoff durchfeuchtet. Denn Feuchtigkeit setzt nicht nur die Dämmwirkung herab, sondern kann auch die Dachkonstruktion schädigen und zu gesundheitsschädlicher Schimmelbildung führen.

Einfach mehr Komfort

Der Innenausbau des Dachgeschoßes lässt sich am leichtesten in Trockenbauweise durchführen. Gipsfaserplatten von Fermacell ermöglichen eine individuelle Raumgestaltung mit variabler Grundrissaufteilung. Denn im Unterschied zum massiven Mauerwerk lässt sich eine Trockenbauwand auch nachträglich schnell und unkompliziert umsetzen. Auch für die Dachschrägen sind Gipsfaserplatten geeignet: Vor allem die sogenannte 1-Mann-Platte lässt sich durch das handliche Format von 1,50 x 1,0 m leicht verarbeiten. Sie wird einfach auf die Unterkonstruktion im Steildach geschraubt. Auf die Kanten wird Fugenkleber aufgebracht, die nächste Gipsfaserplatte wird dann auf Stoß verklebt. Die Konstruktion verstärkt nicht nur den Schall- und Brandschutz, sondern ist zudem feuchtigkeitsregulierend – was wichtig für den Wohnkomfort ist. Die Montage der Gipsfaserplatten erfolgt auf einer Unterkonstruktion aus Holz- oder Metall. Besonderes Plus: Die wohngesunden Platten werden auf Basis ökologischer Rohstoffe hergestellt und sind dank ihrer holzähnlichen Verarbeitungseigenschaften und des geringen Eigengewichts der ideale Baustoff für den Dachgeschoßausbau.          

Maler

Wir empfehlen folgende Artikel zum Weiterlesen

Mehr aus der Rubrik Bauen