Steirisches Start-up

Netzwerk gegen Fachkräftemangel

Fachkräftemangel
16.02.2021

Von: Redaktion Handwerk + Bau
Aktualisiert am 16.02.2021

Über das neue Netzwerk Zutuun, eine Plattform für Handwerksbetriebe, können sich Unternehmen miteinander vernetzen und voneinander profitieren.

Jasmin Überbacher, Co-Geschäftsführerin von Zutuun

Durch den Trend zu akademischen Ausbildungen verstärkt sich der Fachkräftemangel. Laut Wirtschaftskammer fehlten in Österreich im vergangenen Jahr bereits rund 177.000 Fachkräfte, Tendenz steigend. Die höchste Nachfrage gibt es bei den Handwerksberufen, besonders bei Installateuren, Zimmerern und Dachdeckern. In Deutschland sieht es nicht anders aus.

Schwierige Ressourcenplanung

Die neue Plattform „Zutuun“, die sich an mehr als 30.000 Handwerksbetriebe in Österreich und über 300.000 Handwerksbetriebe in Deutschland wendet, möchte da Abhilfe schaffen. „Die Ressourcenplanung in den Fachbetrieben ist heute enorm schwierig geworden, zum einen sind die Zeitpläne für Projekte eng, da braucht man jede verfügbare Fachkraft, zum anderen verschieben sich Projekte häufig von einem Tag auf den anderen, es entstehen Stehzeiten“, so Jasmin Überbacher, Mitbegründerin von Zutuun. Das Konzept: Unternehmen haben über Zutuun die Möglichkeit, sich zu vernetzen und so die vorhandenen Ressourcen bestmöglich zu nutzen. Um Stehzeiten schnell und effizient entgegenzuwirken können Fachkräfte aus verschiedenen Bereichen für eine zeitlich begrenzte bzw. für eine projektbezogene Periode angeboten oder auch gesucht werden.

Betriebe miteinander vernetzen

Damit die Anfang November 2020 gegründete Plattform Fahrt aufnehmen kann, werden rund eine halbe Million Handwerker aus dem europäischen Raum von Zutuun dazu eingeladen sich an dem Netzwerk zu beteiligen. Allein das österreichische Bau- und Baunebengewerbe umfasst mehr als 36.000 eingetragene Unternehmen, die über 300.000 Mitarbeiter beschäftigen – trotzdem beklagen mehr als die Hälfte den permanenten Mangel an Fachkräften. „Wenn es uns gelingt, dieses Volumen miteinander zu vernetzen, können auf der einen Seite viele Aufträge nicht nur rascher und qualitativ hochwertiger, sondern überhaupt abgewickelt werden und auf der anderen Seite die Produktivität der Beschäftigten innerhalb der einzelnen Unternehmen deutlich gesteigert werden. Während die Zahl der Handwerksfirmen in den letzten zehn Jahren aufgrund der hohen Nachfrage um gut ein Fünftel anstieg, sank die Zahl der Beschäftigten in der Bau- & Baunebenbranche um fast 7 %.“, erklärt Branchenkennerin Jasmin Überbacher.

Synergien weiter steigern

Entstanden ist das steirische Start-up Zutuun durch Ideengeber aus der Bauwirtschaft, die das Problem der Personalentwicklung seit Jahren aus eigenen Erfahrungen kennen. Aus der Vernetzung weniger, regionaler Unternehmer entstand in logischer Folge die Idee für ein größeres Netzwerk, um so die Synergien weiter zu steigern.

Zutuun möchte Unternehmen aus dem Bau- und Baunebengewerbe digital, überregional und über den eigenen Bereich hinaus miteinander vernetzen. So sollen vorhandene Aufträge leichter frist- und fachgerecht erfüllt werden und gleichzeitig die Auslastung der einzelnen Mitarbeiter über das ganz Jahr abgesichert werden. Die Plattform sieht sich als Vermittler von Interessen im Sinne von Auftrags- und Produktivitätssteigerung sowie für einen gesteigerten Mehrwert. Um was es definitiv nicht gehen soll, ist das „Vermarkten“ von Personal und Arbeitszeit. (ar)

Zutuun GmbH

Parkhouse – Lilienpark 2, 8072 Fernitz-Mellach, Österreich

Tel. +43 50 9669 3000

Mail: service@zutuun.com

Internet: www.zutuun.com

Geschäftsführer: Jasmin Überbacher, Robert Mörth

Jasmin Überbacher ist seit mehr als 20 Jahren in führenden Positionen am Bau- und Handwerksbereich in Österreich und der CEE-Region tätig. Aktuell leitet sie, neben ihrem Engagement für Zutuun, die Roth Handwerksmeister mit drei Standorten und rund 220 Mitarbeitern.