Aluminium-Dach von zarter Hand

Im Jahr 1317 wurde der ostslowakische Ort Hummené, in dem das gleichnamige Schloss eine dominierende Rolle spielt, erstmals urkundlich erwähnt. Jetzt schlägt Aluminium im Zuge der Generalsanierung des ostslowakischen Wahrzeichens ein neues historisches Kapitel in der langen Geschichte auf.

14.03.2017
Dach
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Aus einer mittelalterlichen Wasserburg entstand im Jahr 1610 ein Renaissanceschloss, das Ende des 19. Jahrhunderts nach französischem Vorbild innen und außen barockisiert wurde, aber 1946 fast völlig abgebrannt ist. Im Zuge der Generalsanierung erhielt das Schloss Hummené nun auch ein neues Dach. Ein modernes, aber denkmalschützerisch anpassungsfähiges Aluminiumprodukt von Prefa bietet dem herrschaftlichen Besitz für die Zukunft zuverlässig Schutz und Schirm. Eine junge slowakische, mit der Generalsanierung beauftragte Architektin brachte die Prefa-Dachrauten mit zarter Hand und viel Gefühl für die Bedürfnisse der alten Substanz ins Spiel und aufs Dach.

HINTER DEM EISERNEN VORHANG

Eine lange Architektur- und Familienhistorie vom 14. bis ins 21. Jahrhundert repräsentiert das heute generalsanierte Schloss Hummené im damals ungarischen Hommana. Und jede Menge Zeitgeschichte. 4.500 Quadratmeter Dachfläche decken den quadratischen Renaissancebaukörper rund um einen zentralen, von Wandelgängen mit Arkadenbögen gesäumten Innenhof. Die anthrazitfarbene Prefa- Wandraute, die für die Neueindeckung verwendet wurde, empfindet die ursprüngliche Schindeldeckung vor der Zerstörung Ende des Zweiten Weltkriegs nach. Die Farbe Anthrazit hatte für die junge slowakische Architektin des Sanierungsvorhabens, Miroslava Kasaničová, aber nicht nur optische, sondern auch historische Gründe. Sie sollte an alte Eisenelemente am Schloss erinnern: an die Wasserrinnen, das Schlosstor und an eine ehemals vorhandene Zugbrücke, die den mittelalterlichen Turm der Wasserburg, dessen Fundamente man erst in den 90er-Jahren des 20. Jahrhunderts freilegte, uneinnehmbar machte.

Für die Dacheindeckung, die besonders bei historischen Gebäuden ein heikles Sanierungsthema ist, holten sich Bauherr und Architektin im Zuge einer Wienreise Inspirationen für die endgültige Entscheidung. Die vielen Referenzen an denkmalgeschützten Gebäuden gaben wegen des hohen Standards an Produktqualität und Design dann den Ausschlag dafür, die Fassadensanierung mit einen Prefa-Rautendach zu krönen.

ALLES UNTER EINEM DACH

Neben der Qualität, Bandbreite, Flexibilität und Verarbeitungsfreundlichkeit der Produkte aus Aluminium gab aber auch das Motto „Alles aus einer Hand“ den Ausschlag. Denn das neue Dach von Schloss Hummené ist neben der bei einem solchen Denkmal wichtigen zurückhaltenden Optik vor allem auf Funktionalität und Langlebigkeit ausgerichtet – und zu 100 Prozent auf Sicherheit. Für nötige Wartungsarbeiten wurden Sicherheitshaken, Laufstege und Tritte angebracht. Der große Vorteil ist, dass das Material und das Zubehör wie Schneehaken vom gleichen Hersteller kommen. So passt alles verarbeitungstechnisch, farblich und gestalterisch nahtlos gut zusammen.

NEUE PERSPEKTIVE FÜR EIN ALTES BAUWERK

Verlegt wurden die anthrazitfarbenen Dachrauten mit diagonaler Ausrichtung auf Vollschalung und Bitumentrennlage auf den sensiblen 1960iger-Jahre-Dachstuhl. „Das Aluminium ist sehr leicht, denn der Dachstuhl kann kein großes Gewicht bewältigen“, kommentiert die Verarbeiterfirma KLTP Ing. Branislav Tulis, Spišská Nová Ves. „Das sieht nicht nur aus der Nähe und Entfernung sehr gut aus, sondern bietet auch die nötige Langlebigkeit und Witterungsbeständigkeit.“

MEISTERWERK

Eine große handwerkliche Herausforderung war das Projekt allenfalls. Viele Details mussten berücksichtigt werden, die Bekleidung der zahlreichen Winkel war nur in kleinteiliger Handarbeit umsetzbar. „Aber Aluminium ist dafür ideal“, zieht die Verarbeiterfirma Bilanz. „Es ist flexibel und biegsam, man kann damit sehr gut arbeiten. Außerdem ist es wind- und wasserfest und bleicht nicht aus.“ Nichtsdestotrotz war die Sanierung ein aufwendiges Unterfangen. Pro Quadratmeter Dachrauten brauchten die Spengler zwölf Hafte. Macht in Summe für die Befestigung der etwa 54.000 Stück verarbeiteten Prefa-Aluminiumrauten auf der 4.500 Quadratmeter umfassenden Dachfläche von Schloss Hummené mehr als 80.000 Stück Dachhaften und unzählige Handgriffe. Errichtet wurde die neue Dacheindeckung von einem achtköpfigen hochspezialisierten Spenglerteam in neun Monaten Bauzeit.

Auch die Architektin und der Bauherr sind mit dem neuen Dach des alten Schlosses rundum zufrieden. „Die Sanierung von Schloss Hummené ist bis dato mein Meisterwerk. Wer weiß, ob ich noch einmal ein Gebäude mit so viel Geschichte und Hintergrund betreuen darf. Ich bin sehr stolz darauf“, sagt Architektin Miroslava Kasaničová.

Autor:
Gabriela Walsch

Dach + Wand

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