Kriterien der WDVS-Wahl

Mineralisch oder organisch, nichtbrennbarer Gesamtaufbau, besonders dünne Hochleistungsdämmstoffe: Für jede Dämmaufgabe gibt es das richtige System.

27.01.2017
WDVS
Redaktion Color
© Christian Guenther Fotodesign, Leipzig/Sto SE &Co.KGaA

Das Jenaer Wohngebäude von J Mayer H. Architekten trägt eine maßgeschneiderte Dämmung aus dem Sto-Sortiment.

© Sto SE & Co. KGaA

Für alle Fälle das passende System.

Dämmleistung, Ökologie, Wirtschaftlichkeit, Sicherheit, Brandschutz und Gestaltungsvielfalt: Diese Faktoren beeinflussen die Wahl eines Dämmsystems. Wie sie gewichtet werden, darüber entscheiden die Norm, die bautechnische Voraussetzung des Gebäudes und der Bauherr – für den einen zählt die schnelle Amortisation, dem nächsten ist die Optik wichtiger. Wie auch immer die einzelnen Aspekte gewichtet und kombiniert werden: Die Angebotsbreite im Marktfeld WDVS ist inzwischen so ausdifferenziert, dass für jeden Fall ein passendes System bereitsteht. Das wird deutlich, wenn die einzelnen Kriterien näher betrachtet werden.

Ökologie

Jedes WDVS ist ökologisch. Denn über die Lebenszeit gerechnet, ist die Energiebilanz immer positiv. Die „Energie-Amortisationszeiten“ für Dämmsysteme auf der Basis von Polystyrol (EPS) liegen zwischen fünf und 14 Monaten, Mineralwoll-Systeme sparen die Energiemenge aus der Produktion nach drei bis acht Monaten ein. Bei einer Standzeit von mehreren Jahrzehnten – laut Fraunhofer-Institut für Bauphysik entspricht die Lebenserwartung eines WDVS der eines „konventionellen Wandbildners mit Putz“ – wird klar, dass Dämmsysteme per se ein Gewinn für die Umwelt sind. Wer Lösungen mit noch höherem ökologischem Anspruch sucht, kann auf Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen setzen; Systeme mit Holzfaserdämmplatten beispielsweise eignen sich perfekt für Holzbauten.

Sicherheit

Manche Fassaden trifft es hart: Sie müssen als „Fußballtore“ herhalten oder stehen in Regionen mit erhöhten witterungsbedingten Einwirkungen. In all diesen Fällen spricht vieles für organische Systeme. Sie bieten höchste Widerstandskraft gegen mechanische Lasten – im Falle von StoTherm Classic nachgewiesen durch den „Simultantest“, den bislang härtesten Test für die Widerstandskraft einer Fassade. Kommen hohe Anforderungen des Brandschutzes hinzu, gibt es nicht brennbare Alternativen wie StoTherm Classic S1.

Wirtschaftlichkeit

Die Anforderungen an die Dämmleistung, Dauerhaftigkeit, Brandschutz oder Gestaltung bestimmen die Auswahl der Produkte, der Systeme und somit die Kosten. Sto-Produkte, die mit Maschinentechnik applizierbar oder gebrauchsfertig sind, lassen sich mit geringeren Mannstunden verarbeiten und erlauben günstigere Quadratmeterpreise. Damit auch in den Übergangszeiten, im Frühjahr und im Spätherbst, wenige witterungsbedingte Pausen eingelegt werden müssen, stellt Sto die Verfahren „QuickSet Technology“ und „FastTrack Technology“ zur Verfügung. Ersteres sorgt dafür, dass organische Beschichtungsaufbauten zuverlässig auch bei kühler Witterung abbinden, Zweiteres funktioniert analog bei mineralischen Mörteln.

Gestaltungsvielfalt

Immer wieder ist zu hören, gedämmte Gebäude verlören ihren Charakter und sähen alle gleich aus. Doch die Wirklichkeit belegt das Gegenteil: Die Struktur- und Farbtonvielfalt von Putzen ist fast grenzenlos – und dazu kommen Klinker, Naturstein, klassische oder moderne Architekturelemente, Glas-Mosaik oder Effekt- und Strukturbeschichtungen.

Seit Umweltschutzmaßnahmen die Luftqualität in Deutschland soweit verbessert haben, dass Abgase und Emissionen kaum mehr Mikrolebewesen töten, sind Algen und Pilze – wie in vorindustrieller Zeit – wieder häufiger auf Dächern und an Fassaden zu finden. Wer das vermeiden aber dennoch auf Konservierungsmittel verzichten möchte, kann auf natürliche Abwehrmaßnahmen setzen. Fassadenfarben wie StoColor Dryonic oder Lotusan nutzen hierfür bionische Verfahren, die der Natur abgeschaut sind.

Dämmfähigkeit

In vielen Fällen ist die Rechnung für den gewünschten Wärmeschutz einfach. Überall dort, wo genügend Platz vorhanden ist, kann der Dämmstoff einfach in der erforderlichen Dicke appliziert werden. An Grundstücksgrenzen oder bei Gebäuden mit geringem Dachüberstand kommt es allerdings vor, dass die zusätzliche Schicht vorgegebene Grenzen nicht überschreiten darf. Dann ist die Dämmleistung des Wärmedämmstoffs gefragt. EPS-Platten der WLS 032 dämmen bereits rund zehn Prozent besser als Standarddämmstoffe der WLS 035. Mit PIR-Hartschaum-Platten lässt sich die Dämmwirkung deutlich steigern. Die bestmögliche Dämmwirkung lässt sich mit Phenolharz-Hartschaum-Platten erzielen, die gerade an Engstellen wie Dachüberständen oder in Balkonnischen ihre Vorteile ausspielen.

Brandschutz

Fassadendämmsysteme zählen zu den brandschutztechnisch am besten erforschten Baustoffen. Ihre Zulassung bürgt für ihre Sicherheit. Dennoch gilt selbstverständlich: Brandschutzmaßnahmen sind unbedingt und in voller Konsequenz einzuhalten. Bei Standard-WDVS mit EPS-Dämmplatten sind die erforderlichen Maßnahmen wie Sturzschutz oder Brandriegel systemkonform einzusetzen. Wo ohnehin nur nicht brennbare Baustoffe verbaut werden dürfen, kommen Systeme mit mineralischem Dämmstoff zum Einsatz.

Maler

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