Die Schuh- und Modeindustrie hat damit begonnen, aber auch die Teppichindustrie setzt sich schon länger damit auseinander. Jetzt hat die Textilindustrie für Bezugsstoffe auch „Feuer gefangen“ und greift ein Thema auf, das bei aller Schönheit, die dadurch produziert wird, ein sehr ernstes ist: Der Plastikmüll, mit der Erdball richtig überschwemmt wird, ist zu einem der größten Probleme der Menschheit geworden. Zwar wird das Problem in den nächsten Jahren noch weiter anwachsen, aber es wird gleichzeitig dafür ein breiteres Bewusstsein geschaffen, das dafür immer tiefer geht. Es ist höchste Zeit!

 

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Plastukmüll aus dem Ozean

Die Textilindustrie hat vor allem die PET-Flaschen, Verpackungen und Fischernetze im Visier, die im Meer aufgegriffen werden. Sie werden zerkleinert, gereinigt, eingeschmolzen und zu Garn verarbeitet. Da sollte nicht nur den Plastikmüll im Meer reduzieren, sondern auch den Bedarf an erdölbasierten Kunststoffen, die neu erzeugt werden müssen. An die Arbeit gemacht sich der dänische Textilhersteller Kvadrat, der ambitioniert daran arbeitet, das Problem einzudämmen und parallel dazu die Welt ein Stück schöner zu machen. Die spanische Designerin Patricia Urquiola ist der Einladung des Unternehmens gefolgt, einen neuen Bezugsstoff zu entwickeln, der einen lebendigen, modernen Hightech-Look mit einem überzeugenden Nachhaltigkeitskonzept verbindet.

Plastikmüll am Strand
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gesammelter Plastimüll
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Fäden alter Fischernetze
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Sport ist das erste Textil von Kvadrat, das aus Ocean-Bound-Polyester gefertigt wurde, einem recycelten Material, das aus Plastikabfällen hergestellt wird, die innerhalb von zehn Kilometer von der Küste im Meer gesammelt werden. Natürlich gibt es allgemein Stimmen, die der Meinung sind, dass all das nichts bringen würde. Fischernetze, die im Meer verloren gehen, sinken ab und müssen mühsam heraufgetaucht werden, wenn man sie überhaupt entdeckt. Auch das Sammeln von Kunststoffen funktioniert nicht immer einwandfrei und ist – wenn man es richtig macht – die größte Herausforderung. Doch es lohnt sich trotzdem, noch dazu, wenn man damit neue Produkte aus Rohstoffen erzeugen kann, die nicht neu entnommen werden müssen – auch, wenn es natürlich nicht ganz ohne Energieverbrauch geht.

 

geschredderte Plastikteile
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Plastikflocken
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Verarbeitung zu textilen Fäden
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Im Gegensatz zu herkömmlichen Polyestertextilien, die traditionell flach sind, zeigt Sport eine raffinierte Bindung, die seiner Struktur eine mehrdimensionale Haptik verleiht. Winzige grafische, florale Formen spielen auf der Oberfläche und verleihen dem Bezugsstoff einen charaktervollen, faszinierenden Ausdruck. Sport verfügt zudem über ausgesprochen satte Farben. Die charakteristische Farbtiefe erhält der Bezugsstoff durch die drei verschiedenfarbigen Garne, die für seine Herstellung verwendet werden. Das Design ist in einer vielseitigen Auswahl von Farbstellungen erhältlich, die eine Skala von satten, warmen und kalten Akzenten sowie neutralen Tönen umfassen. Diese Farbtöne verleihen dem Textil einen kräftigen Look und unterstreichen die Eigenschaften des Ocean-Bound-Polyesters. „Die Farben für Sport unterteilen sich in monochrome „Salz- und Pfeffernuancen“, die den
grafischen Hightech-Charakter des Textils hervorheben, und einfarbige Töne, die seine Struktur verschwimmen lassen“, sagt Patricia Urquiola über das von ihr kreierte Farbenkonzept.

 

Reste von Fischernetzen
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fertiges Garn aus Fischernetzen
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Vergleich Fischernetzfäden und fertig gewebter Stoff
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Auch hier ist es von größter Bedeutung, dass sortenrein gesammelt, getrennt und weiterverarbeitet wird. Sport wird ausschließlich aus 100 Prozent Ocean-Bound-Polyester hergestellt, und zwar direkt dort, wo das Altplastik gesammelt wird: in Thailand, Indonesien und auf den Philippinen. An den Küstenabschnitten steht bereits eine geeignete  Abfallentsorgungsinfrastruktur bereit, die für die Aufbereitung des Materials benötigt wird.

Aufgrund dieses Profils bietet Sport Nachhaltigkeitsvorteile im Vergleich zu anderen Ocean-Bound-Polyestertextilien. Denn diese enthalten oft Plastik, das viel weiter entfernt draußen im Meer, nämlich in einem Radius von bis zu 50 Kilometer von der Küste entfernt, wiedergewonnen wurde. Darin befindet sich häufig auch neuer Polyester oder recycelter Alt-Polyester, der nicht im Zusammenhang mit der Reinhaltung der Ozeane steht. Da das für Sport verwendete Ocean-Bound-Polyester aus dem Wasser und aus Landabschnitten nah am Wasser gewonnen wird, gewährleistet es außerdem ein hervorragende Garnqualität. Aufgrund der Verarbeitung des recycelten Materials kann es zu Farbabweichungen zwischen den einzelnen Lieferungen kommen, insbesondere bei hellen Farben und ungefärbten Garnen.

Vergleich Fischernetzenfäden und fertig gewebter Stoff
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Vergleich Flaschen und fertig gewebter Stoff
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Vergleich Plastikflaschen und fertig gewebter Stoff
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  • Sport ist ein Beispiel für das Engagement von Kvadrat für die Prinzipien des bewussten Designs und wurde in enger Zusammenarbeit mit #tide entwickelt. Dabei handelt es sich um ein Unternehmen aus der Schweiz, das sich dem bewussten Unternehmertum verschrieben hat und eine globale Lieferkette für hochwertige Second-Life-Rohstoffe aus Plastikabfällen aus dem Meer aufbaut. Laut Greenpeace gehen allein in Europa rund 25.000 Fischernetze pro Jahr verloren. Der Müllstrudel Great Pacific Garbage Patch besteht fast zur Hälfte aus Fischernetzen und Schiffsleinen. Grund genug, die Sache anzupacken.
Ausgangsmaterial
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Farbvarianten Stoffkollektion
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